Zuversicht trotz Gegenwind

Was uns einschränkt, muss uns dienen. Was uns niederreißen will, muss uns zum Segen werden.

Paulus bringt die Botschaft dorthin, wohin Gott, dem er gehört und dient, ihn sendet. Weder radikale Juden, noch Sturm und Schiffbruch (Apostelgeschichte 27 ) können ihn daran hindern. Aus dieser kleinen Gruppe, die Jesus nachfolgt, soll jetzt einer vor den Kaiser treten und von Jesus und der Auferstehung erzählen.

Jesus sandte einen himmlischen Boten, der seinem treuen Diener Worte des Trostes ins Ohr flüsterte (Apg. 27,23 ). Darum blieb Paulus zuversichtlich, selbst mitten im Gegenwind.

Wenn wir zu Gott gehören und ihm dienen (Vers 23), können wir ihm vertrauen (25), dass er uns auch in der größten Not und in jedem Sturm beisteht. Wir dürfen dankbar (35) sein, dass Gott uns auf seine Weise helfen wird.

Ganzer Text:

Zuversicht trotz Gegenwind

Paulus befindet sich auf einer aufregenden, aber auch unglücklichen Reise. Durch Strömungen und Winde verzögert sich die Fahrt so sehr, dass die Herbststürme einsetzen. Nach Ende September wagte man damals oft keine Fahrt mehr über das offene Meer. Von November bis Mitte März kam die Schifffahrt ganz zum Erliegen.

Die Mehrheit beschließt, mit dem Segelschiff weiterzufahren. Niemand hört auf Paulus. Das Schiff gerät in Seenot.

Wir lesen, dass weder Sonne noch Sterne zu sehen sind, da eine dichte Wolkendecke den Himmel bedeckt. Die Seeleute sind völlig orientierungslos. Sie wissen nicht, wohin die Reise geht, denn einen Kompass gibt es noch nicht.

Im Ersten Testament gibt es die Geschichte von Jona. Darin wird berichtet, dass auch unnötiger Ballast über Bord geworfen wird. Dadurch wird das Schiff leichter und man kann besser über eine Sandbank gleiten, bevor es zerbricht.

Im Zentrum der Erzählung steht Paulus. Sein Ziel ist Rom. Dies wurde ihm von einem Engel bestätigt, sodass er sich sicher ist, die Hauptstadt des Römischen Reiches zu erreichen. Weder radikale Juden, noch Sturm und Schiffbruch können ihn daran hindern. Paulus bringt die Botschaft dorthin, wohin Gott, dem er gehört und dient, ihn sendet. Das ist unglaublich. Aus dieser kleinen Gruppe, die Jesus nachfolgt, soll jetzt einer vor den Kaiser treten und von Jesus und der Auferstehung erzählen.

Dass die christliche Gemeinde auf Augenhöhe miteinander umging, dass es keine Oberen und Unteren gab, das sehen wir in der Apostelgeschichte immer wieder. Dazu passt auch der Schluss des Kapitels: „Auf diese Weise konnten sich alle retten.“

Schon auf dem Schiff hat Paulus ohne Unterschied Rettung versprochen. Sein Brotbrechen wird zum Zeichen der Hoffnung für alle und ermutigt sie, trotz der Seekrankheit zu essen. Er überzeugt auch den römischen Hauptmann Julius, der seinerseits ihn und alle Gefangenen rettet, als die Soldaten sie kurz vor dem Untergang töten wollen.

In seinem Dienst für andere wirkt Paulus wie ein Anker inmitten des Sturms. So wird auch der Auftrag der christlichen Gemeinde gesehen. Es ist, als würde sich hier ein Glaubenssatz bewahrheiten. Der Einsatz Einzelner bewirkt, dass andere Menschen gerettet werden. Gläubige Menschen machen einen Unterschied. Einige Menschen, die auf Gott hören und sich ihm zur Verfügung stellen, können alles verändern.

Was uns einschränkt, muss uns dienen. Was uns niederreißen will, muss uns zum Segen werden.

Neben den vielen Schwierigkeiten, die Paulus auf der Seereise nach Rom zu ertragen hatte – Gesellschaft von Verbrechern, rohen Soldaten und selbstsüchtigen Seeleuten, Missachtung seiner guten Ratschläge sowie furchtbare Stürme und Lebensnöte -, schenkte Gott seinem Diener auch drei Erquickungen.

Zunächst schenkte er ihm Gemeinschaft. „Uns begleitete auch der Mazedonier Aristarch aus Thessalonich“. Aus dem ,,uns“ erkennen wir, dass auch der Verfasser der Apostelgeschichte, Lukas, den Apostel begleitet hat. Wie wertvoll ist die Gemeinschaft mit Glaubensgenossen, gerade in schwierigen Situationen.

Eine zweite Stärkung auf dieser Reise war die freundliche Haltung des Hauptmanns Julius: „Der Hauptmann Julius war sehr freundlich zu Paulus und gestattete ihm, seine Freunde zu besuchen“.

Die dritte und wichtigste Stärkung kam jedoch nicht von Menschen, sondern vom Herrn selbst. Mitten im schrecklichsten Sturm, als alle Hoffnung verloren war, erschien in dunkler Nacht ein Engel des Herrn bei Paulus und redete zu ihm: „Fürchte dich nicht, Paulus. Du wirst vor den Kaiser gebracht werden, so hat Gott es bestimmt, und auch alle anderen auf dem Schiff wird Gott deinetwegen am Leben lassen“.

An Bord waren altgediente römische Kriegsknechte und tapfere alte Seemänner, und doch hatte ein armer jüdischer Gefangener mehr Geistesgegenwart als sie alle. Er hat einen unsichtbaren Freund, der ihm Mut macht. Jesus sandte einen himmlischen Boten, der seinem treuen Diener Worte des Trostes ins Ohr flüsterte. Darum blieb Paulus zuversichtlich, selbst mitten im Gegenwind, und redete wie einer, der nichts zu fürchten hat.

Wenn wir zu Gott gehören und ihm dienen (Vers 23), können wir ihm vertrauen (25), dass er uns auch in der größten Not und in jedem Sturm beisteht. Wir dürfen dankbar (35) sein, dass Gott uns auf seine Weise helfen wird.

Auf dem Weg nach Rom

Apostelgeschichte 27 Hfa

1 Nachdem feststand, dass wir nach Italien segeln sollten, wurde Paulus mit einigen anderen Gefangenen dem Hauptmann Julius übergeben. Er war der Befehlshaber einer syrischen Einheit, die den Ehrennamen »kaiserliches Regiment« trug. 2 Wir gingen an Bord eines Schiffes aus Adramyttion, das verschiedene Häfen der Provinz Asia anlaufen sollte. Dann stachen wir in See. Uns begleitete auch der Mazedonier Aristarch aus Thessalonich. 3 Am nächsten Tag legten wir in Sidon an. Der Hauptmann Julius war sehr freundlich zu Paulus und gestattete ihm, seine Freunde zu besuchen, die ihn mit allem Nötigen versorgten.

4 Nachdem wir wieder in See gestochen waren, blieben wir wegen des ungünstigen Windes in Küstennähe und segelten im Schutz der Insel Zypern weiter. 5 Unser Schiff durchquerte das offene Meer vor Zilizien und Pamphylien, und so erreichten wir Myra in der Provinz Lysien. 6 Dort fand unser Hauptmann ein Schiff aus Alexandria, das nach Italien segelte. Mit diesem Schiff setzten wir unsere Reise fort. 7 Wir kamen sehr langsam voran und konnten uns nur mit Mühe Knidos nähern, wegen des ungünstigen Windes aber nicht dort anlegen. Deshalb änderten wir den Kurs und fuhren südwärts in Richtung Kreta. Wir umsegelten Kap Salmone, die Ostspitze von Kreta, trieben im Schutz der Insel 8 langsam an der Küste entlang und erreichten einen Ort, der Guter Hafen heißt; ganz in der Nähe lag die Stadt Lasäa.

9 Wir hatten viel Zeit verloren. Das Fasten im Herbst war bereits vorüber, und die Seefahrt war gefährlich geworden. Deshalb warnte Paulus: 10 »Ihr Männer, wenn wir weitersegeln, sehe ich große Gefahren und Schwierigkeiten auf uns zukommen, und zwar nicht nur für das Schiff und seine Ladung, sondern auch für unser Leben.« 11 Doch der Hauptmann gab mehr auf das Urteil des Kapitäns, zumal auch der Besitzer des Schiffes zur Weiterfahrt riet. 12 Weil sich außerdem der Hafen zum Überwintern schlecht eignete, waren die meisten dafür, die Reise fortzusetzen. Wenn irgend möglich, wollte man den Hafen Phönix erreichen. Er liegt ebenfalls auf der Insel Kreta und ist nur nach Nordwesten und Südwesten offen; deshalb kann man dort gut überwintern. 13 Als leichter Südwind aufkam, fühlte sich die Schiffsbesatzung in ihrem Plan bestärkt. Sie lichteten die Anker und segelten so dicht wie möglich an der Küste Kretas entlang.

14 Doch schon bald schlug das Wetter um: Der gefürchtete Nordoststurm kam auf 15 und riss das Schiff mit sich, immer weiter auf das offene Meer hinaus. Vergeblich versuchte die Mannschaft, Kurs zu halten. Wir trieben dahin, Wind und Wogen ausgeliefert. 16 Im Schutz der kleinen Insel Kauda versuchten wir, das Rettungsboot einzuholen. Es gelang nur mit Mühe. 17 Um den Rumpf des Schiffes zu verstärken und zu sichern, banden die Seeleute dicke Taue um das Schiff. Außerdem warfen sie den Treibanker aus, weil sie fürchteten, sonst auf die Sandbänke vor der afrikanischen Küste zu geraten. Dann ließen sie das Schiff dahintreiben. 18 Der Sturm wurde so stark, dass die Besatzung am nächsten Tag einen Teil der Ladung über Bord warf, 19 tags darauf sogar die Schiffsausrüstung. 20 Tagelang sahen wir weder Sonne noch Sterne, und damit war keinerlei Orientierung möglich. Der Orkan tobte so heftig weiter, dass schließlich keiner mehr an eine Rettung glaubte.

21 Während dieser ganzen Zeit hatte niemand etwas gegessen. Da sagte Paulus zu der Schiffsbesatzung: »Ihr Männer! Es wäre besser gewesen, ihr hättet auf mich gehört und in Kreta überwintert. Dann wären uns allen diese Gefahren und Schwierigkeiten erspart geblieben. 22 Doch jetzt bitte ich euch eindringlich: Gebt nicht auf! Keiner von uns wird umkommen, nur das Schiff ist verloren. 23 In der letzten Nacht stand neben mir ein Engel des Gottes, dem ich gehöre und dem ich diene. 24 Er sagte: ›Fürchte dich nicht, Paulus. Du wirst vor den Kaiser gebracht werden, so hat Gott es bestimmt, und auch alle anderen auf dem Schiff wird Gott deinetwegen am Leben lassen.‹ 25 Deshalb habt keine Angst! Ich vertraue Gott. Es wird sich erfüllen, was er mir gesagt hat. 26 Wir werden auf einer Insel stranden.«

27 Wir trieben schon die vierzehnte Sturmnacht im Mittelmeer. Gegen Mitternacht meinten die Matrosen, dass sich das Schiff einer Küste näherte. 28 Deshalb warfen sie ein Lot aus und maßen eine Wassertiefe von etwa vierzig Metern. Kurz darauf waren es nur noch etwa dreißig Meter. 29 Da bekamen sie Angst, auf ein Küstenriff aufzulaufen. Sie warfen am Heck vier Anker aus und warteten sehnsüchtig darauf, dass es hell würde. 30 Noch in der Dunkelheit versuchten die Matrosen, das Schiff heimlich zu verlassen. Unter dem Vorwand, sie müssten auch vom Bug aus Anker auswerfen, wollten sie das Rettungsboot zu Wasser lassen. 31 Doch Paulus machte dem Hauptmann und den Soldaten klar: »Wenn die Besatzung nicht auf dem Schiff bleibt, seid ihr alle verloren.« 32 Da kappten die Soldaten die Haltetaue, und das Rettungsboot stürzte in die Tiefe. 33 Im Morgengrauen forderte Paulus alle auf, endlich etwas zu essen. »Seit vierzehn Tagen seid ihr voller Anspannung und habt kaum etwas zu euch genommen«, sagte er. 34 »Wenn ihr überleben wollt, müsst ihr jetzt etwas essen! Und ihr dürft sicher sein: Euch wird nichts passieren. Keinem von euch wird auch nur ein Haar gekrümmt werden!« 35 Nachdem Paulus das gesagt hatte, nahm er ein Brot, dankte Gott laut und vernehmlich, so dass alle es hören konnten, brach es in Stücke und begann zu essen. 36 Da fassten alle neuen Mut und aßen ebenfalls. 37 Insgesamt waren wir 276 Mann an Bord. 38 Als alle sich satt gegessen hatten, warfen sie die restliche Ladung Getreide über Bord, damit das Schiff leichter wurde.

39 Bei Tagesanbruch wusste keiner der Seeleute, welche Küste vor ihnen lag. Sie entdeckten aber eine Bucht mit flachem Strand. Dahin wollten sie das Schiff treiben lassen. 40 Sie kappten sämtliche Ankertaue, ließen die Anker im Meer zurück und machten die Steuerruder klar. Schließlich hissten sie das Vorsegel und hielten mit dem Wind auf das Land zu. 41 Kurz darauf lief das Schiff auf eine Sandbank auf. Während der Bug fest eingerammt war, begann das Heck des Schiffes durch die Brandung auseinanderzubrechen. 42 Jetzt wollten die Soldaten alle Gefangenen töten, damit keiner von ihnen an Land schwamm und entkam. 43 Doch der Hauptmann Julius hinderte sie daran, weil er Paulus retten wollte. Er befahl zunächst allen Schwimmern, über Bord zu springen und so das Ufer zu erreichen. 44 Dann sollten die Nichtschwimmer versuchen, auf Brettern und Wrackteilen an Land zu kommen. Auf diese Weise konnten sich alle retten.

Impuls aus dem offenen Bibel-Treff Ebnat-Kappel
Weitere Impulse aus der Apostelgeschichte

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert