Jesus die erwartete Hoffnung und Rettung

Porcius Festus, der römische Prokurator in Judäa (60-62), hält es für absurd, einen Gefangenen ohne Anklage festzuhalten. Der einzige Punkt, den Festus ausmachen kann, ist, dass Paulus daran glaubt, dass Jesus auferstanden ist. 

Als Herodes Agrippa II. hinzukommt, ergibt sich eine gute Gelegenheit, den Fall zu besprechen. Er war die Fachperson, da er die Oberaufsicht über den Hohepriester hatte. »Diesen Mann würde ich gern selber einmal hören!«, sagt Agrippa.

Paulus gibt das Licht, das in seinem Leben vor Damaskus aufgegangen ist, weiter (Apg. 26,18). Er knüpft an die Erwartung des ganzen Volkes an, dass dieses Licht aufgeht, von dem Jesaja spricht (Vers 23).

Es geht um einen Herrschaftswechsel im Leben: „Aus der Herrschaft des Satans zu Gott“ (Vers 18).

Das Zeugnis mündet nun in die direkte Frage an Agrippa (Vers 27). Die Antwort ist ausweichend, lässt aber gleichzeitig erkennen, dass er angesprochen wurde. Agrippa wollte zwar alles über den neuen Glauben wissen, aber nicht sein Leben durchleuchten lassen.

Es geht nicht in erster Linie darum, Recht zu haben, sondern darum, dass Menschen von der Macht der Finsternis zum Licht umkehren (Vers 18).

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Paulus steht vor König Herodes Agrippa II, dem höchsten jüdischen Vertreter, und vor Porcius Festus, der von 60 bis 62 n. Chr. die Befehlsgewalt in Judäa innehatte.

Auch hier beschreibt Paulus seine lebensverändernde Begegnung mit Jesus als Grund für seine aktuelle Situation. Was als Verteidigungsrede gedacht ist und auch so beginnt, wird zunehmend zu einem Zeugnis.

Paulus blickt auf seine Jugendzeit zurück. Er war ein frommer, rechtgläubiger Pharisäer. Er verurteilte andere, die nicht so glauben wollten wie er. Weil er mitentscheiden konnte, war er also Teil des jüdischen Rates. Das heißt er musste damals verheiratet gewesen sein.

Plötzlich veränderte die Begegnung mit dem auferstandenen Christus sein Leben komplett. Paulus wurde nicht durch theologische Argumente gewonnen, sondern durch die Erfahrung mit dem auferstandenen Herrn.

All sein Fleiß, sein theologisches Studium, seine Kenntnisse der Heiligen Schrift und auch seine Einbindung in religiöse Traditionen haben ihm nicht die Augen geöffnet, sondern ihn eher blind und hartherzig gemacht. Erst als er vom Licht des Himmels erleuchtet wurde, sah er den roten Faden der Schrift.

Gott allein öffnet uns die Augen und gibt uns ein Herz für andere Menschen (Psalm 146,8).

In der Erzählung ist ihm wichtig, dass dieses Licht Jesus Christus ist. Christus ist seine Hoffnung im Leben. Paulus gibt das Licht, das in seinem Leben vor Damaskus aufgegangen ist, weiter (Vers 18). Er knüpft an die Erwartung des ganzen Volkes an, dass dieses Licht aufgeht, von dem Jesaja spricht (Vers 23).

In Jesaja 49,6 heißt es: „Es ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, um die Stämme Jakobs aufzurichten und die Bewahrten Israels zurückzubringen. So mache ich dich auch zum Licht der Nationen, dass meine Rettung reicht bis an die Enden der Erde.

Es geht um einen Herrschaftswechsel im Leben: „Aus der Herrschaft des Satans zu Gott“ (Vers 18).

Paulus macht in Vers 6 deutlich: Der Unglaube der anderen an Gottes Verheißung ist letztlich der Grund, weshalb Paulus angeklagt wurde. Er dagegen setzt auf die Hoffnung, wie es die alttestamentlichen Väter taten. Für ihn ist es keine vage Hoffnung mehr, sondern eine Hoffnung, die sich durch die Auferstehung Christi bereits erfüllt hat. Auch wir finden darin Halt für unser Leben.

Manchmal ist man ratlos, weshalb diese Hoffnung abgelehnt und die befreiende Botschaft Jesu nicht mit Freude aufgenommen wird.

Ab Vers 24 lesen wir von den Reaktionen auf die Rede des Paulus. Festus erklärt ihn für verrückt. Das kann passieren, wenn man von der Hoffnung durch den Auferstandenen spricht.

Das Zeugnis mündet nun in die direkte Frage an Agrippa (Vers 27). Die Antwort ist ausweichend, lässt aber gleichzeitig erkennen, dass er angesprochen wurde. Agrippa wollte zwar alles über den neuen Glauben wissen, aber nicht sein Leben durchleuchten lassen.

Paulus denkt schon weiter. Früher oder später sollen alle den Auferstandenen als ihre Hoffnung erkennen. Dieser Wunsch des Paulus soll auch unser Wunsch sein.

Die Realität ist jedoch, dass nicht alle Menschen bereit sind, sich vom göttlichen Licht verändern zu lassen.

Es geht nicht in erster Linie darum, Recht zu haben, sondern darum, dass Menschen von der Macht der Finsternis zum Licht umkehren (Vers 18).

Für Felix war Paulus der Prediger der Gerechtigkeit (Apostelgeschichte 24,25). Für Agrippa und Festus war er derjenige, der ein göttliches Licht aufscheinen ließ.

Die ausführliche Schilderung dieses Zeugnisses deutet darauf hin, dass Lukas bei Paulus war und auf seine Aufzeichnungen zurückgreifen konnte (siehe Apostelgeschichte 27,1 „wir“).

Siehe auch: https://vivakirche-ebnat-kappel.ch/paulus-vor-festus-und-herodes-agrippa-ii/

Die letzte große Predigt von Paulus

Apostelgeschichte 26 Hfa

1 Nun sagte Agrippa zu Paulus: »Du darfst dich jetzt selbst verteidigen.« Paulus hob die Hand zum Gruß und begann: 2 »Ich bin sehr froh, König Agrippa, dass ich mich heute wegen der Anschuldigungen der Juden vor dir rechtfertigen kann; 3 denn du kennst ja die jüdischen Sitten und Streitfragen sehr genau. Darum bitte ich dich, mich geduldig anzuhören.

4 Weil ich von Jugend an in Jerusalem bei meinem Volk lebte, bin ich allen Juden dort sehr gut bekannt. 5 Wenn sie es nur wollten, könnten sie bezeugen, dass ich von Anfang an zur strengsten jüdischen Glaubensrichtung, zu den Pharisäern, gehört habe. 6 Heute stehe ich nur deshalb vor Gericht, weil ich an die Zusage glaube, die Gott unseren Vorfahren gab.

7 Die zwölf Stämme Israels dienen Gott unablässig Tag und Nacht, weil sie hoffen, die Erfüllung dieser Verheißung zu erleben. Und trotzdem, König Agrippa, werde ich wegen dieser Hoffnung von den Juden angeklagt! 8 Warum erscheint es euch denn so schwer zu glauben, dass Gott Tote auferweckt?

9 Zwar meinte auch ich zunächst, man müsste den Glauben an Jesus aus Nazareth mit allen Mitteln bekämpfen. 10 Und das habe ich in Jerusalem auch getan. Ich ließ mir eine Vollmacht des Hohenpriesters geben und brachte viele Christen ins Gefängnis. Wenn sie zum Tode verurteilt werden sollten, stimmte ich dafür. 11 In allen Synagogen der Stadt belegte ich sie mit harten Strafen und versuchte sie dahin zu bringen, dass sie Christus verleugnen.

In meinem maßlosen Hass verfolgte ich sie schließlich sogar bis ins Ausland. 12 Aus diesem Grund reiste ich im Auftrag der obersten Priester und mit ihrer Vollmacht versehen nach Damaskus. 13 Plötzlich umstrahlte mich und meine Begleiter mitten am Tag, o König, ein Licht vom Himmel, das heller als die Sonne war. 14 Wir stürzten alle zu Boden, und ich hörte eine Stimme in hebräischer Sprache: ›Saul, Saul, warum verfolgst du mich? Dein Kampf gegen mich ist sinnlos.‹ 15 Ich fragte: ›Herr, wer bist du?‹, worauf er antwortete: ›Ich bin Jesus, den du verfolgst! 16 Aber steh jetzt auf; denn ich bin dir erschienen, um dich zu meinem Diener und Zeugen zu machen. Verkünde den Menschen, was du heute erlebt hast und was ich dir in Zukunft zeigen werde. 17 Ich sende dich zu deinem Volk und zu den Völkern, die nichts von mir wissen. Und vor all ihren Angriffen werde ich dich schützen. 18 Du sollst ihnen die Augen öffnen, damit sie sich von der Finsternis dem Licht zuwenden und aus der Herrschaft des Satans zu Gott kommen. Dann werde ich ihnen die Sünden vergeben, und weil sie an mich glauben, haben sie einen Platz unter denen, die zu mir gehören.‹

19 Was diese Erscheinung vom Himmel mir aufgetragen hat, habe ich befolgt, König Agrippa. 20 Zuerst habe ich in Damaskus und Jerusalem gepredigt, dann in Judäa und bei den übrigen Völkern. Überall habe ich verkündet, die Menschen sollten sich von der Sünde abwenden, zu Gott umkehren und durch ihr Leben zeigen, dass es ihnen damit ernst ist.

21 Allein deswegen haben mich die Juden im Tempel ergriffen, und deswegen wollen sie mich umbringen. 22 Aber Gott hat mich bewahrt, so dass ich noch heute vor allen, den Machthabern wie dem einfachen Volk, bezeugen kann, was schon die Propheten und Mose vorhergesagt haben:

23 nämlich dass Christus, der versprochene Retter, leiden muss und als Erster von den Toten auferstehen wird, um den Juden, aber auch allen anderen Völkern das Licht der Rettung zu bringen

24 An dieser Stelle unterbrach ihn Festus erregt: »Du bist wahnsinnig, Paulus! Vor lauter Studieren hast du den Verstand verloren!« 25 Doch Paulus erwiderte: »Ich bin nicht wahnsinnig, verehrter Festus. Meine Worte sind wahr und vernünftig. 26 Der König, zu dem ich in aller Offenheit spreche, kann das bestätigen. Ich bin überzeugt, dass er davon erfahren hat, denn schließlich ist das nicht in irgendeinem verborgenen Winkel der Welt geschehen. 27 Glaubst du den Propheten, König Agrippa? Du glaubst ihnen! Ich weiß es.« 28 Jetzt sagte Agrippa: »Es fehlt nicht viel, und du überredest mich noch, ein Christ zu werden!« 29 »Ich bete zu Gott«, entgegnete Paulus, »dass nicht nur du, sondern alle hier über kurz oder lang Christen würden wie ich – allerdings ohne Fesseln!«

30 Da erhoben sich der König, der Statthalter, Berenike und alle anderen. 31 Nach der anschließenden Beratung erklärten sie einstimmig: »Dieser Mann hat nichts getan, wofür er die Todesstrafe oder Haft verdient hätte.« 32 »Wir könnten diesen Mann freilassen«, meinte Agrippa zu Festus, »hätte er nicht verlangt, dass sein Fall vor dem Kaiser verhandelt wird.«

Impuls aus dem offenen Bibel-Treff Ebnat-Kappel
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