Drei Gründe Gott zu loben

Die Viva-Bewegung legt neu den Fokus auf die Werte einer gelebten Gemeinschaft. Was zeichnet eine Kirchgemeinde oder eine Jesusgemeinschaft aus? Der Epheserbrief befasst sich mit der Ekklesiologie. Deshalb betrachten wir dieses biblische Buch von Paulus abschnittsweise.

Die Römer hatten Ephesus zur Hauptstadt der Provinz Kleinasien gemacht. Mit dem Tempel der Fruchtbarkeitsgöttin Artemis, die auch Diana genannt wurde, beherbergte Ephesus eines der Sieben Weltwunder der Antike.

Apollos verkündete in Ephesus Jesus als den jüdischen Messias. Später lebte der Apostel Paulus während seiner dritten Reise mehr als zwei Jahre in Ephesus (Apostelgeschichte 19,10) und lehrte in den Mittagsstunden im Lehrsaal des bekannten Philosophen Tyrannus über das „Reich Gottes“.

Dadurch kam es in Ephesus zu einer Erweckung. Viele Neubekehrte verbrannten öffentlich ihre Zauberbücher (Apostelgeschichte 19,19). Es geschahen viele Wunder, was den Unwillen der Gewerbetreibenden erregte, die um ihr Geschäft mit religiösen Souvenirs und Kultgegenständen rund um die „Diana der Epheser“ fürchteten. Sie zettelten einen Aufruhr an, der im großen Theater endete.

Die Gemeinde von Ephesus hatte eine zentrale Stellung. Von hier aus verbreitete sich die gute Nachricht in ganz Kleinasien.

Nach der Zerstörung von Jerusalem lebte auch der Jünger Johannes in dieser Stadt. In der Offenbarung ermutigt Jesus die Gemeinde, zur hingebungsvollen ersten Liebe zurückzukehren. Die „erste Liebe“ ist ein tiefes Verlangen nach Gemeinschaft mit Jesus (Offenbarung 2,5), die sich auch auf die Beziehungen untereinander auswirkt.

Der Epheserbrief wurde zuvor, wie die anderen Briefe an die umliegenden Gemeinden, während der ersten Gefangenschaft von Paulus in Caesarea oder Rom verfasst.

In Epheser 1,1-14 macht Paulus auf die Grundlagen unseres Lebens als Christen aufmerksam: erwählt zum Kind sein (Vers 4-5), erlöst durch Vergebung (Vers 7) und Teil von Gottes Reich sein (Vers 14). Unser Leben dient nicht dazu, gewisse Dinge zu erfüllen, sondern mit unserem Sein Gott zu ehren.

Als Erstes wünscht Paulus den Lesern Gottes Erbarmen und seinen Frieden.

Wir lesen ab Vers 1:Paulus, Apostel Christi Jesu durch Gottes Willen, den Heiligen und an Christus Jesus Gläubigen, die in Ephesus sind: 2 Gnade euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus!»

Wer Jesus in sein Leben einlädt, zu dem kommen der Vater und der Sohn durch den Heiligen Geist (Johannes 14,23). Der Mensch wird dadurch geheiligt und ist nach biblischem Sprachgebrauch ein Heiliger. Im 1.Korinther 1,2 schreibt Paulus: „An die Gemeinde Gottes, die in Korinth ist, den Geheiligten in Christus Jesus, den berufenen Heiligen, samt allen, die an jedem Ort den Namen unseres Herrn Jesus Christus anrufen, ihres und unseres Herrn.“ Wer zu Jesus betet, ist laut Paulus ein Heiliger. „Heilig“ bedeutet für Gott bestimmt oder ihm gehörend – also ein Kind Gottes sein.

Wir sind Kinder Gottes, weil Gott sich über uns erbarmt (Gnade) und nicht aufgrund unserer Verdienste. Durch den Heiligen Geist schenkt er uns seinen Frieden.

Wir lesen weiter ab Vers 3:Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus! Er hat uns gesegnet mit jeder geistlichen Segnung in der Himmelswelt in Christus, 4 wie er uns in ihm auserwählt hat vor Grundlegung der Welt, dass wir heilig und tadellos vor ihm sind in Liebe, 5 und uns vorherbestimmt hat zur Sohnschaft durch Jesus Christus für sich selbst nach dem Wohlgefallen seines Willens, 6 zum Preis der Herrlichkeit seiner Gnade, mit der er uns begnadigt hat in dem Geliebten.

Das ganze Lob gehört Gott dem Vater, denn durch den Heiligen Geist haben wir in Jesus Christus Gemeinschaft mit ihm (Vers 3). Wir sind dazu geschaffen worden (erwählt, bestimmt), als seine Kinder, ihn mit unserem Leben zu ehren.

Gott hat uns dazu bestimmt, seine Kinder zu sein. Das bedeutet nicht, dass wir unsere Bestimmung automatisch leben. Es bedeutet jedoch, dass Gott jedem Menschen sein Ja gibt und jeden Menschen mit seiner Liebe erreichen will. Als eigenwillige Geschöpfe können wir uns Gott zu- oder abwenden. Die größte Versuchung des Menschen ist, selbst zu bestimmen, was gut und böse für ihn ist. Damit zerstört er das Vertrauensverhältnis zu Gott, macht sich Gott gleich, beginnt, sich vor ihm zu verbergen und verliert den Kontakt zu ihm.

Und hier kommt die Gnade ins Spiel. Durch Jesus werden wir begnadigt. Gnade ist ein unverdientes Geschenk, das voraussetzt, dass man schuldig war und aus einem bestimmten Grund begnadigt wird.

Wir lesen weiter ab Vers 7: In ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Vergehungen, nach dem Reichtum seiner Gnade, 8 die er uns reichlich gegeben hat in aller Weisheit und Einsicht. 9 Er hat uns ja das Geheimnis seines Willens zu erkennen gegeben nach seinem Wohlgefallen, das er sich vorgenommen hat in ihm 10 für die Verwaltung bei der Erfüllung der Zeiten; alles zusammenzufassen in dem Christus, das, was in den Himmeln, und das, was auf der Erde ist – in ihm.

Jesus erlöst und vergibt uns. Das Wort „Erlösung“ bedeutet ursprünglich „loskaufen“ und bezeichnet den Preis, den man bezahlen muss, um die Rechte einer Person zu erwerben. So hat Boas das Sorgerecht für Rut übernommen, indem er das Erbgrundstück der Familie erwarb (Rut 4,1). Boas wurde so zum „Löser“ von Rut. Jesus benutzte dieses Bild, um seinen Auftrag zu beschreiben. Er sagt: „Der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um bedient zu werden, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele(Matthäus 20,28). Jesu Auftrag war es, sein Leben als „Kaufpreis“ zu geben, damit viele vom Herrschaftsbereich der Sünde frei werden. Sie sollen frei sein für ein neues Leben unter einer neuen Leitung.

Andere übersetzten in Vers 7 „Vergebung der Vergehungen“ mit „Vergebung der Sünden“.

Das hier verwendete „paraptoma“ (παράπτωμα) bedeutet ein unbeabsichtigtes „Danebenfallen“. Es ist das zweithäufigste Wort für „Sünde“. Das meistverwendete Wort ist „hamartia“ (ἁμαρτία), welches über 170 mal im Neuen Testament vorkommt und aus der Bogensprache stammt und Zielverfehlung bedeutet.

Beide Wörter bringen zum Ausdruck, dass wir nicht Kind sein wollen und wir nicht das Leben führen, zu dem wir von Gott geschaffen und zu dem wir erwählt wurden. Sünde kann auch darin bestehen, dass ich mit meinen Möglichkeiten und meinem Sein Gott nicht ehren möchte und immer etwas anderes sein möchte als ich bin.

Erlöst zu sein bedeutet, von diesem Zwang befreit zu werden. Manche Menschen reduzieren Sünde auf böse Taten, dabei ist sie noch viel mehr.

Vergeben bedeutet, dass Jesus die Konsequenzen für unsere Zielverfehlungen durch seinen Tod am Kreuz (sein Blut) auf sich genommen hat.

Das Geheimnis ist, dass in Jesus alle Kinder von Gott werden können.

Ab Vers 11 beschreibt Paulus, wie wir Anteil an dieser Erlösung haben.

11 Und in ihm haben wir auch ein Erbteil erlangt, die wir vorherbestimmt sind nach dem Vorsatz dessen, der alles nach dem Rat seines Willens wirkt, 12 damit wir zum Preis seiner Herrlichkeit sind, die wir vorher schon auf den Christus gehofft haben. 13 In ihm seid auch ihr, als ihr das Wort der Wahrheit, das Evangelium eures Heils, gehört habt und gläubig geworden seid, versiegelt worden mit dem Heiligen Geist der Verheißung. 14 Der ist die Anzahlung auf unser Erbe, auf die Erlösung seines Eigentums hin zum Preis seiner Herrlichkeit.

Ein Mensch, der sich nach Versöhnung mit Gott sehnt und im Text als jemand beschrieben wird, der „schon vorher auf Christus gehofft hat“, reagiert auf das Evangelium, indem er glaubt.

Das Verb pistéuō (πιστεύω) bedeutet „glauben“, „vertrauen“ oder „vertrauen schenken“.

Es umfasst viel mehr, als wir mit dem deutschen Wort „glauben“ ausdrücken. Es meint auch, sich jemandem anzuvertrauen.

Wer sich Jesus anvertraut, wird mit dem Heiligen Geist versiegelt. Was bedeutet „versiegeln“? Wenn Paulus einen Brief schrieb, dann faltete er das Blatt zusammen und tropfte Siegellack auf die Verschlussstelle. Indem Paulus sein Siegel aufdrückte, konnte der Empfänger sicher sein, dass der Inhalt des Briefes von Paulus stammt und nicht einer anderen Person.

Ein Siegel zeigt also, wer der Urheber ist, und diente früher als Schutz auf dem Weg. Der Heilige Geist bewirkt in uns den göttlichen Frieden und hilft uns, unser Leben als Kinder Gottes zu gestalten und damit den Vater im Himmel zu ehren.

Der Heilige Geist befähigt uns, Gott vertrauensvoll als himmlischen Vater anzusprechen. So schreibt Paulus in Römer 8,15: „Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, wieder zur Furcht, sondern einen Geist der Sohnschaft habt ihr empfangen, in dem wir rufen: Abba, Vater!“

Paulus verwendet als Kennzeichen eines Christen dreimal den Begriff „zum Lob seiner Herrlichkeit“.

Wir loben Gott, den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist, wenn wir unsere Sohnschaft durch die Erlösung in Jesus und durch den Heiligen Geist annehmen. Dann haben wir als seine Kinder bereits Anteil am ewigen Leben mit Gott.

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