Archiv der Kategorie: Gottesdienst – Impuls

Sehnsucht nach dem Messias

Alt werden mit Vision

Alte, reife Menschen sind etwas Kostbares. Sie leben nicht in der Vergangenheit, haben einen aufmerksamen Blick für ihre Mitmenschen, sehnen sich nach Jesus und verbreiten Hoffnung. Die Bibel berichtet von zwei alten Menschen, die am Rande der Gesellschaft, aber mitten im Zentrum des Weltgeschehens, stehen (Lukas 2,22-40).

Simeon bedeutet „Erfüllung“. Der Heilige Geist ruht auf ihm. Das bedeutet, dass er im Einklang mit Gott lebt und vertraut, dass Gott seine Versprechen erfüllt. Sehnsucht nach dem Messias weiterlesen

Der wahre König

Der letzte Sonntag vor dem ersten Advent ist der letzte Sonntag des Kirchenjahres. Die evangelischen Christen gedenken an diesem Tag der Toten. Katholiken machen dies am 2. November. Seit 1925 ist der letzte Sonntag des Kirchenjahres bei den Katholiken dem Christkönig gewidmet. Ein schönes Symbol: Am Schluss bleibt Christus als König.

Ist es noch zeitgemäß, Jesus als König zu proklamieren? Ist er nicht eher ein Rabbi, Philosoph, Kumpel, Freund, Berater oder ein Coach?

Wer ist Jesus für uns? Wir nennen ihn Jesus Christus. Dabei ist Christus nicht sein Nachname. Der Ausdruck bedeutet: Jesus ist der Christus. Christus kommt aus dem Griechischen und bedeutet Gesalbter. Im Hebräischen sagt man Messias. In der Bibel werden Könige, Priester und Propheten gesalbt.

Wer ist der eigentliche König in unserem Leben? Wer bestimmt, wo es lang geht? Manchmal sind es in einer Familie die Kinder. In einer Firma kann es ein Mitarbeiter sein. Es gibt immer wieder informelle Führer. Vielleicht sind es auch die Eltern, von denen man sich nicht gelöst hat, oder der Partner oder Freunde.

Wir in der Schweiz definieren uns gerade dadurch, dass wir keinen König haben. Wir denken, wir seien alle gleich. Spannend ist, dass sich Kirchgemeinden je nach politischem System anders organisieren. Der wahre König weiterlesen

Der skurrile Prophet Bileam

Der Abstieg eines Propheten Gottes

Die Geschichte Bileams steht in 4.Mose 22-24. Nach der langen Wanderung durch die Wüste lagert das Volk Israel vor den Toren des verheißenen Landes auf dem Gebiet der Moabiter. Deren König Balak bekommt es mit der Angst zu tun und verbündet sich mit den Midianitern. Ihm ist klar: Dieses Volk kann nur in Schach gehalten werden, wenn es gelingt, es von seinem mächtigen Gott zu trennen. So kommt er auf die Idee, den 800 km nördlich wohnenden Seher Bileam zu rufen. Bileam hat einen guten Draht zu Gott (4.Mose 22,8) und soll das Volk verfluchen.

Die Antwort, die Bileam von Gott in der Nacht beim Besuch der Moabiter und Midianiter erhält, ist glasklar: „Du sollst nicht mit ihnen gehen; du sollst das Volk nicht verfluchen! Denn es ist gesegnet“ (4.Mose 22,12).

Bileam schickt die Boten zurück. Doch bereits in seiner Antwort wird Bileams zwiespältiger Umgang mit der klaren Weisung Gottes deutlich: „Geht wieder in euer Land! Denn der HERR hat sich geweigert, mir zu gestatten, mit euch zu gehen“ (4.Mose 22,13). Er sagt nur eine Teilwahrheit. Es kling so, als würde er sagen: „Ich würde ja gerne mitkommen, aber mein Chef erlaubt es im Moment nicht“.

Möglicherweise haben die Boten diese feine Nuance aufgenommen. Der skurrile Prophet Bileam weiterlesen

Zwischen Vollmacht und Ohnmacht

Als Christen stehen wir zwischen vollmundigen Verheißungen und ohnmächtiger Hilflosigkeit. Vor mehr als 30 Jahren besuchte ich ein Seminar zum Thema Vollmacht und Ohnmacht. Seit diesem Zeitpunkt begleitet mich dieses Wortspiel.

Es sind vier Punkte, die mich bewegen: Vollmacht statt Ohnmacht – Ohnmacht trotz Vollmacht – Vollmacht durch Ohnmacht – Vollmacht zur Ohnmacht.   Zwischen Vollmacht und Ohnmacht weiterlesen

Der Himmel ist kein Schlaraffenland

Jesus war der Erste, der von einer jenseitigen Welt sprach. In Johannes 14,2-3 spricht er von einem Wohnort, den er für uns vorbereitet. Ist der Himmel ein niemals endender Gottesdienst?

Zunächst muss uns bewusstwerden: Das Göttliche ist außerhalb von Raum (nicht an einen Ort gebunden), Zeit (ewig) und Materie (außerhalb der menschlichen Denkbox).

In unserem menschlichen Wunschbild dreht sich oft alles um uns selbst. Im Schlaraffenland steht der Mensch im Zentrum. Im Himmel ist es Gott.

Wir werden nicht ohne Aufgaben sein. Gott hat allen Geschöpfen eine Aufgabe und Bestimmung gegeben. Die Wesen, die sich gegen diese Aufgaben aufgelehnt haben, sind die abgefallenen Engel oder Menschen.

Das göttliche Prinzip ist, dass wir uns gegenseitig ergänzen und einander dienen. Deshalb sollen wir auf dieser Erde dieses Prinzip einüben.

Im Himmel wird unsere Persönlichkeit nicht aufgelöst, sondern sie soll sich, von egoistischen Motiven gereinigt, entfalten.

Wenn der Himmel Gemeinschaft mit Jesus ist, dann ist es schon auf der Erde unser Bedürfnis, Zeit mit ihm zu verbringen. Nicht als Erfüllung einer Pflicht, sondern in Sehnsucht nach seiner Gegenwart, wo immer wir sind.

 Der Himmel ist besser, als wir es uns vorstellen können.

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Laubhüttenfest – Camping zuhause

Als letztes der drei Wallfahrtsfeste (2. Mose 23,14-17) feiert Israel Sukkot, das Fest der Laubhütten (2025: von Montagabend, dem 6. Oktober, bis Montag, dem 13. Oktober). Gemäß 3. Mose 23,33 ff. wird es acht Tage lang gefeiert. Sukkot beginnt am 15.Tag des siebten Monats Tischri, nur fünf Tage nach Jom Kippur, und endet mit dem Schlussfest am achten Tag, dem Schemini Azeret. Laubhüttenfest – Camping zuhause weiterlesen

Rosch haSchana und Jom Kippur

In der Vorankündigung hieß es: Gemäß 3.Mose 23,24 soll Israel am ersten Tag des siebten Monats (= Tischri) den Tag des Schofarblasens feiern. Mit Rosch haSchana (dem jüdischen Neujahrsfest) beginnen zehn Bußtage, die am Abend des Jom Kippur (Versöhnungstag) enden. Einige erwarten, dass im Jahr 2025 an diesem Fest die Entrückung geschieht. Es gibt jedoch auch offene Fragen.

In unserer Serie über die jüdischen Feste haben wir gesehen, dass Karfreitag, Ostern und Pfingsten jeweils an jüdischen Festen stattgefunden haben. Die nächsten von Gott gebotenen Feste sind das Posaunenfest und Jom Kippur.

In 3.Mose 23,24-28 heißt es: „Im siebten Monat, am Ersten des Monats, soll euch Ruhe sein, eine Erinnerung durch Lärmblasen, eine heilige Versammlung. … 27 Doch am Zehnten dieses siebten Monats, da ist der Versöhnungstag. … um Sühnung für euch zu erwirken vor dem HERRN, eurem Gott.“

Eine logische Folge ist, dass an diesen Festen die Versöhnung Gottes mit ganz Israel stattfinden wird.

Rosch haSchana (Kopf des Jahres) des jüdischen Jahres 5786 beginnt im Jahr 2025 am Abend vom Montag, 22. September geht bis Dienstag, 23 September.

Gemäß der jüdischen Überlieferung im Midrasch Wajikra Raba ist Rosch haSchana Rosch haSchana und Jom Kippur weiterlesen

Gottes Strategie

Wir haben uns gemeinsam damit beschäftigt, wie die Beziehung zwischen den Menschen und Gott zerbrochen ist und wie Gott uns mit dem Kreuzestod von Jesus die versöhnende Hand entgegenhält.

Eigentlich könnte mit dem Versöhnungswerk alles erledigt sein. Doch die Realität zeigt: Die Veränderung der Menschen erfolgt nicht automatisch, sondern indem sie sich darauf einlassen.

Gott hätte den Sieg Christi in der ganzen Welte auch durch Engel verkünden können. Doch er entschied sich für den Weg mit den Menschen. Ein Mensch, der selbst die Vergebung erfahren hat, soll andere anleiten und begleiten.

Die Erwartungen der Jünger waren groß: Nun, da Jesus auferstanden war, würden sie gemeinsam das Königreich errichten. Doch Jesus wollte dafür keine Zeit festlegen und versprach ihnen die Kraft des Heiligen Geistes, der sie in die ganze Welt führen wird (Apostelgeschichte 1,6-8).

Neu wurde Gottes Gegenwart durch den Heiligen Geist in den Jüngern von Jesus erfahrbar.

Was ist also Gottes Strategie? Gottes Strategie weiterlesen

Sagt allezeit für alles Dank

Wir lassen uns inspirieren von Epheser 5,19-20: Ermuntert einander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen 20 und sagt Dank Gott, dem Vater, allezeit für alles, im Namen unseres Herrn Jesus Christus.“

Was fällt uns in diesen Versen auf?

Wir sollen einander ermutigen. Nicht alles, Sagt allezeit für alles Dank weiterlesen

Das Kamel und das Nadelöhr

Das Gleichnis mit dem Kamel und Nadelöhr in Matthäus 19,16-26 hat schon oft große Wellen geworfen. Ist es wirklich so unmöglich, dass ein Reicher ins Himmelreich kommt? Der Schlüssel liegt in dem Zusammenhang, in dem diese Geschichte steht.

Jesus sagt: „Leichter geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt“ (Vers 24). Was löst das Bild aus?

In Vers 25 steht: „Als die Jünger das hörten, gerieten sie ganz außer sich vor Schrecken und sagten: Wer kann dann noch gerettet werden?“ Einige Jünger hatten ein Familienunternehmen. Sie waren nicht arm. Beim Thema „Arm und Reich“ ist immer die Frage, mit wem ich mich vergleiche. Im Verhältnis zu den Superreichen ist jeder arm, doch im Verhältnis zu anderen Leuten sieht das wieder ganz anders aus.

Um bei diesem Bild vom Reichen, dem Kamel und dem Nadelöhr eine Lösung zu finden, machen einige das Kamel klein, andere das Nadelöhr groß und weitere fragen sich, wer wirklich zu den Reichen zählt.

Wie ging man in der Vergangenheit mit diesem Text um? Das Kamel und das Nadelöhr weiterlesen