Kategoriearchiv: Sonntagsgedanken Tagblatt

Sonntagsgedanken Toggenburger Tagblatt – 25. Juli 2026

Regen ein Segen

In diesem Sommer wird uns bewusst, was für ein Segen Wasser ist. Ohne Regen schränkt sich unser Leben schnell ein.

In der Bibel wird Gott als die Quelle lebendigen Wassers bezeichnet. In Jeremia 17,13 heisst es: „Sie haben den HERRN, die Quelle lebendigen Wassers, verlassen.“ Jesus sagt in Johannes 7,37: „Wenn jemand dürstet, der komme zu mir und trinke.“

In Psalm 23 schreibt König David: „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquickt meine Seele.“ „Erquicken“ bedeutet „lebendig machen“, „erfrischen“ oder „beleben“. In einer anderen Bibelübersetzung steht: „Bei mir erholt ihr euch. Wenn ihr euch mir anvertraut, dann kommt Ruhe in euer Leben.“

Als Reiseleiter in Israel habe ich immer wieder mit eigenen Augen gesehen, wie die Auswirkungen von Wasser direkt sichtbar sind. Mit Wasser ist es grün und es gibt Leben. Wo nicht bewässert wird oder keine Quelle vorhanden ist, bleibt es lange Zeit braun. Und wer zu wenig trinkt, spürt schnell körperliche Auswirkungen.

Wie abhängig wir vom Regen sind, ist uns in der Schweiz oft nicht bewusst. Wasser ist für uns selbstverständlich. Vielleicht dient dieser Sommer dazu, uns bewusst zu machen, dass vieles in unserem Leben nicht selbstverständlich ist. Wir können nicht alles selbst herstellen und sind von Gott und einander abhängig. Das Gebet um Regen rückt wieder neu in den Fokus. Erst kürzlich sagte mir jemand, dass es in ihrer Jugend noch üblich war, um Regen zu beten.

Auch durch Lebensschicksale lernen wir: Unser Leben kann sich schnell verändern. Wer in Gott verankert ist, hat auch in trockenen und stürmischen Zeiten des Lebens einen Halt. Das gibt uns Zuversicht.

Monsignore Dr. Josef Hernoga vom Bistum Eichstätt schreibt: „Mit dem Tod und der Auferstehung Christi reicht Gott uns ein Seil der Hoffnung, an dem wir uns festhalten können.“

Hanspeter Obrist, Erwachsenenbildner und Pastor der Viva-Kirche Ebnat-Kappel

Sonntagsgedanken Toggenburger Tagblatt – 20. September 2025

Gebete verändern Menschen

Obwohl sich der eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag dem Gebet widmet, ist er kein kirchlicher, sondern ein staatlicher Feiertag. Paulus schrieb im 1.Timotheus 2,2–3: «Betet besonders für alle, die in Regierung und Staat Verantwortung tragen, damit wir in Ruhe und Frieden leben können, ehrfürchtig vor Gott und aufrichtig unseren Mitmenschen gegenüber». Albert Schweitzer sagte: «Gebete ändern die Menschen».

Der Hauptfokus im Gebet ist nicht, Gott zu bewegen. Viel wichtiger ist, dass wir durch das Gebet von Gott bewegt und beschenkt werden. Gebete sind keine Anweisungen an Gott, sondern ein Gespräch mit ihm, in dem er uns auf das hinweisen möchte, was ihm wichtig ist.

Der schweizerische Bettag hat drei Schwerpunkte: Dank, Busse und Gebet. Es ist ein spannender Gedanke, dass wir vor allem dankbare Menschen sein sollen. Das eröffnet uns eine neue Perspektive auf die schönen Dinge des Alltags. Lasst uns die Faszination des Lebens neu entdecken. David ermutigt in Psalm 103,2 seine Seele: „Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat!“ Warum also nicht Gott für all das Schöne im Toggenburg danken?

Der zweite Schwerpunkt dieses Tages ist die Busse. Busse ist die Anfrage an uns, ob wir uns von der Not in unserem Land berühren lassen wollen. In Lukas 19,41 steht von Jesus „Als er näher kam und die Stadt (Jerusalem) sah, da weinte er über sie“. Jesus liegen alle Menschen am Herzen, auch alle im Toggenburg.

Beten bedeutet zu unserer Ohnmacht zu stehen, Gott unsere Not zu sagen, Jesus in unser Leben einzuladen und darauf zu vertrauen, dass der Heilige Geist in und durch uns wirkt. Fürbitte meint, dass wir für diejenigen beten, denen im Moment die Worte fehlen. Wir können Gott jederzeit unser Herz ausschütten, so wie es in Psalm 62,9 heißt: „Vertraut ihm, Volk, zu jeder Zeit! Schüttet euer Herz vor ihm aus! Denn Gott ist unsere Zuflucht.“

Hanspeter Obrist, Erwachsenenbildner und Pastor der Viva-Kirche Ebnat-Kappel

Sonntagsgedanken Toggenburger Tagblatt – 28. Juni 2025

Zur Ruhe kommen 

Jesus sagt in Matthäus 11,28: «Ich werde euch Ruhe geben.» In einer anderen Bibelübersetzung steht: «Bei mir erholt ihr euch. … Wenn ihr euch mir anvertraut, dann kommt Ruhe in euer Leben.»

Es tut gut, im Sommer für eine kurze Zeit weniger Verpflichtungen zu haben. Spannend ist die Aussage, dass wir bei Jesus auftanken können. Er verspricht nicht nur körperliche Ruhe, sondern durch die Verbindung mit ihm auch geistige und seelische Erholung – und das ganz ohne Reisestress.

Diese Ruhe ist mehr als eine Auszeit. Sonntagsgedanken Toggenburger Tagblatt – 28. Juni 2025 weiterlesen

Sonntagsgedanke Toggenburger Tagblatt 5. Oktober 2024

Es lohnt sich in Dankbarkeit zu investieren

«Wir haben einen 38 kg schweren Kürbis geerntet. Habt ihr eine Idee, wie wir die nicht benötigten 30 kg mit andern teilen könnten?» fragte uns jemand per Mail. Schon zuvor hatten wir 20 kg Trauben von einem einzigen Rebstock verteilt. Der Herbst ist die Zeit des Erntens und Dankens. Wir dürfen geniessen und teilen, was in den Monaten zuvor entstanden ist.

Im Danken öffnen wir unseren Blick für die Wunder des Alltags. Im Danken teilen wir miteinander die Faszination des Lebens. Sonntagsgedanke Toggenburger Tagblatt 5. Oktober 2024 weiterlesen

Sonntagsgedanke Toggenburger Tagblatt 1. Juni 2024

«Dein Wort ist eine Leuchte meinem Fuss und ein Licht auf meinem Pfad» (Psalm 119,105).

Der Toggenburger Zwingli war von der Bibel fasziniert. Nach seiner Priesterweihe in Glarus studierte er das Neue Testament nach dem griechischen Grundtext des Erasmus von Rotterdam. In Zürich übersetzte er mit Kollegen zwischen 1524 und 1529 die erste vollständige Bibel ins Deutsche.

Noch heute lesen Menschen gemeinsam in der Bibel. Was fasziniert sie an diesem Buch?
Sonntagsgedanke Toggenburger Tagblatt 1. Juni 2024 weiterlesen