Das offene Ende

Paulus soll auf seinem Weg zum Kaiser noch einmal aufgehalten werden. Die Schlange in Apostelgeschichte 28 ist ein starkes Symbol.

Dass die Gläubigen aus Rom Paulus entgegenkamen, war für ihn nach all den Widerständen eine große Ermutigung. Die Gemeinschaft Gleichgesinnter stärkt ungemein. „Paulus dankte Gott und blickte mit neuem Mut in die Zukunft.“ Wir alle brauchen immer wieder Ermutigung – auch starke Persönlichkeiten.

Nachdem Paulus alle damals wichtigen jüdischen Gruppen angesprochen hat, merkt er, dass nun die nichtjüdischen Völker wichtiger werden. Paulus pflegt gute Beziehungen in der Umgebung des Kaisers.

In diesen zwei Jahren in Rom hatte Paulus die Möglichkeit, den Reisenden aus dem ganzen Reich, gute beschützt die gute Nachricht zu erklären. Offen bleibt die Frage, was nach dieser Zeit (Apostelgeschichte 28,30) mit Paulus geschah.

Paulus muss weitere Reisen unternommen haben. In seinen Briefen an Titus und Timotheus erwähnt er verschiedene Reiseziele (Kreta, den Mantel in Troas, weitere Tätigkeiten in Korinth und Milet).

Seine Freude ist die innere Gewissheit der unauflöslichen Gemeinschaft mit Jesus in alle Ewigkeit: „Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn“ (Römer 8,38–39).

Ganzer Text:

1987 identifizierte der deutsche Historiker und Altertumsforscher Heinz Warnecke Kefalonia als die Insel Melite. Er stützt sich dabei auf meteorologische, geographische und historische Untersuchungen. Demnach ist der Apostel Paulus auf seinem Weg nach Rom entgegen einer weit verbreiteten Theorie und Überlieferung nicht auf Malta gestrandet, auch nicht auf Mljet, wie eine ebenfalls alte, aber weniger verbreitete Theorie und Überlieferung besagt, sondern auf Kefalonia. Auf dieser Insel gibt es eine Tradition, die mit der Kirche des Heiligen Paulus in Pessada verbunden ist. Diese Theorie bringt auch den „Schlangenkult“ in den Kirchen Kefalonias mit der Geschichte des Paulus in Verbindung.

Paulus soll auf seinem Weg zum Kaiser noch einmal aufgehalten werden. Die Schlange ist ein starkes Symbol. Jesus sagte in Lukas 10,19: „Ich habe euch die Vollmacht gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten und die Gewalt des Feindes zu brechen. Nichts wird euch schaden.“

Dass die Gläubigen aus Rom Paulus entgegenkamen, war für ihn nach all den Widerständen eine große Ermutigung. Die Gemeinschaft Gleichgesinnter stärkt ungemein. „Paulus dankte Gott und blickte mit neuem Mut in die Zukunft.“ Wir alle brauchen immer wieder Ermutigung – auch starke Persönlichkeiten.

Paulus hat die Möglichkeit, seine Ansichten den Juden von Rom darzulegen. Aber nur einige lassen sich überzeugen. Sie hatten schon gehört, dass die Jesusbewegung umstritten war. Paulus hatte mehr erwartet. Es ist enttäuschend, wenn man helfen könnte (Vers 27), aber die andere Seite dafür nicht offen ist.

Nachdem Paulus alle damals wichtigen jüdischen Gruppen angesprochen hat, merkt er, dass nun die nichtjüdischen Völker wichtiger werden.

Paulus pflegt gute Beziehungen in der Umgebung des Kaisers. In Philipper 4,22 schreibt er: „Auch alle anderen Christen hier grüßen euch, besonders die im kaiserlichen Dienst. In Rom schreibt er die Briefe an die Epheser, Philipper, Kolosser und an Philemon.

In 2. Timotheus 4 schreibt Paulus: „16 Bei meiner ersten Gerichtsverhandlung stand mir niemand bei. Alle ließen mich im Stich. Gott möge ihnen verzeihen. 17 Der Herr aber half mir. Er hat mir Kraft gegeben, so dass ich selbst an diesem Ort die rettende Botschaft von Jesus verkünden konnte und Menschen aus aller Welt sie hörten. Er hat mich vor dem sicheren Tod bewahrt.

In diesen zwei Jahren hatte Paulus die Möglichkeit, den Reisenden aus dem ganzen römischen Reich, gute beschützt die gute Nachricht zu erklären.

Offen bleibt die Frage, was nach diesen zwei Jahren (Apostelgeschichte 28,30) mit Paulus geschah.

Paulus muss weitere Reisen unternommen haben. In seinen Briefen an Titus und Timotheus erwähnt er verschiedene Reiseziele (Kreta, den Mantel in Troas, weitere Tätigkeiten in Korinth und Milet).

Der zweite Brief an Timotheus scheint sein letzter gewesen zu sein. Paulus drückt darin seine innere Zuversicht aus, bald seinen Lauf vollendet zu haben und den Siegeskranz empfangen zu dürfen (2.Timotheus 4,7-8). Wenn es eine erste Gerichtsverhandlung gegeben hat, dann scheint im Moment eine zweite im Gang zu sein.

Die meisten Historiker halten das Jahr 67 für das Todesjahr des Paulus. Einige Historiker behaupten, Paulus habe nach seiner Freilassung seine Missionstätigkeit wieder aufgenommen. Er wollte schon immer nach Spanien reisen (Römer 15,24).

Erst viele Jahrzehnte später findet man außerhalb der Bibel Aussagen, dass Paulus ebenso wie Petrus in Rom als Märtyrer gestorben sein soll. Da er römischer Bürger war wurde er nicht gekreuzigt, sondern mit dem Schwert geköpft. Dies soll während der Christenverfolgung durch Kaiser Nero geschehen sein.

Seine Freude ist die innere Gewissheit der unauflöslichen Gemeinschaft mit Jesus in alle Ewigkeit: „Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn“ (Römer 8,38–39).

Ankunft in Rom

Apostelgeschichte 28 Hfa

1 Als wir in Sicherheit waren, erfuhren wir, dass die Insel Malta (Melita) hieß. 2 Ihre Bewohner waren sehr freundlich. Sie zündeten ein Feuer an und holten uns alle dazu; denn es hatte zu regnen begonnen, und es war sehr kalt.

3 Paulus sammelte trockenes Reisig und wollte es auf das Feuer legen. Von der Hitze aufgescheucht, fuhr plötzlich eine Giftschlange heraus und biss sich an seiner Hand fest. 4 Die Inselbewohner sahen die Schlange an seiner Hand und riefen entsetzt: »Das muss ein Mörder sein. Er ist zwar dem Meer entkommen, doch nun sorgt die Göttin der Rache dafür, dass er nicht am Leben bleibt!« 5 Aber Paulus schleuderte das Tier ins Feuer, ohne dass ihm etwas geschehen wäre. 6 Gespannt warteten die Leute darauf, dass sein Arm anschwellen oder Paulus plötzlich tot umfallen würde. Doch als sie auch nach langer Zeit nichts Ungewöhnliches beobachten konnten, änderten sie ihre Meinung. Jetzt sagten sie: »Er muss ein Gott sein!«

7 Ganz in der Nähe der Küste lag das Landgut, das dem Statthalter der Insel gehörte. Er hieß Publius. Von ihm wurden wir freundlich aufgenommen, und wir blieben drei Tage dort. 8 Der Vater von Publius war an der Ruhr erkrankt und lag mit Fieber im Bett. Paulus ging zu ihm, betete, legte ihm die Hände auf und machte ihn wieder gesund. 9 Als das bekannt wurde, kamen auch alle anderen Kranken der Insel und ließen sich heilen. 10 Sie erwiesen uns viel Ehre, und bei unserer Abfahrt versorgten sie uns mit allem, was wir brauchten.

11 Drei Monate später segelten wir mit einem Schiff aus Alexandria weiter, das in einem Hafen von Malta überwintert hatte. Es war an seinen Galionsfiguren, den »Zwillingen«, zu erkennen. 12 Wir liefen Syrakus an und blieben drei Tage dort. 13 Wir lichteten die Anker und fuhren weiter nach Rhegion. Weil schon nach einem Tag ein günstiger Südwind aufkam, erreichten wir in nur zwei Tagen Puteoli. 14 Dort begegneten wir Christen. Sie luden uns ein, eine Woche bei ihnen zu bleiben. Und dann brachen wir auf nach Rom.

15 Die Christen in Rom hatten schon von unserer Ankunft gehört und kamen uns bis Tres-Tabernae entgegen, einige sogar bis Forum Appii. Als Paulus sie sah, dankte er Gott und blickte mit neuem Mut in die Zukunft.

16 In Rom erlaubte man Paulus, eine eigene Wohnung zu nehmen, in der er von einem Soldaten bewacht wurde.

17 Drei Tage nach seiner Ankunft lud er die führenden Männer der jüdischen Gemeinde zu sich ein. Als sich alle versammelt hatten, sagte er:

»Liebe Brüder! Ich habe nichts gegen unser Volk und nichts gegen die Überlieferungen unserer Vorfahren getan. Trotzdem hat man mich in Jerusalem gefangen genommen und an die Römer ausgeliefert. 18 Sie haben mich verhört, und weil sie nichts fanden, was die Todesstrafe gerechtfertigt hätte, wollten sie mich freilassen. 19 Aber die Juden waren dagegen. Nur deshalb musste ich mich auf den Kaiser berufen, nicht etwa, weil ich die Absicht habe, mein Volk in irgendeiner Weise anzuklagen. 20 Um euch das zu sagen, habe ich euch hergebeten, denn ich trage diese Ketten, weil ich an den Retter glaube, auf den ganz Israel hofft

21 Darauf sagten die Juden zu Paulus: »Wir haben bisher aus Judäa keine Briefe mit Nachrichten über dich erhalten. Und es ist auch niemand von dort hierhergekommen, der uns offiziell oder im privaten Gespräch etwas Nachteiliges über dich berichtet hätte. 22 Wir würden aber gern erfahren, welche Ansichten du vertrittst, denn wir wissen von dieser Glaubensrichtung, dass sie sehr umstritten ist

23 An einem festgesetzten Tag kamen viele Juden in die Wohnung von Paulus. Er sprach zu ihnen über Gottes Reich und erklärte ihnen alles. Vom Morgen bis zum Abend erzählte er ihnen von Jesus und zeigte ihnen, wie bereits das Gesetz von Mose und die Bücher der Propheten auf Jesus hingewiesen hatten. 24 Einige ließen sich auch überzeugen, andere aber wollten nichts davon wissen.

25 Zerstritten und uneinig verließen sie Paulus. »Der Heilige Geist hatte recht«, sagte er noch zu ihnen, »als er euren Vorfahren durch den Propheten Jesaja verkünden ließ: 26 ›Geh zu diesem Volk und sprich: Ihr werdet hören und doch nicht verstehen, sehen und doch nichts erkennen. 27 Denn das Herz dieses Volkes ist hart und gleichgültig. Sie sind schwerhörig und verschließen die Augen. Deshalb sehen und hören sie nicht. Sie sind nicht einsichtig und wollen nicht zu mir umkehren, darum kann ich ihnen nicht helfen und sie heilen.‹ «  (Jesaja 6,9-10).

28-29 »Ihr sollt also wissen«, fügte Paulus hinzu: »Diese Rettung, die Gott schenkt, wird jetzt anderen Völkern gebracht, und sie werden sie annehmen!«

30 Paulus blieb zwei Jahre in seiner Mietwohnung. Jeder durfte zu ihm kommen, 31 und niemand hinderte ihn daran, in aller Offenheit über Gottes Reich und über den Herrn Jesus Christus zu predigen und zu lehren.

Impuls aus dem offenen Bibel-Treff Ebnat-Kappel
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