Ein Schluss-Statement ist immer wichtig. Paulus ermutigt: Werdet nicht nur mündig, sondern werdet stark – also vertieft euren Glauben. Aber wie? Indem wir uns schützen, um dem Teufel widerstehen zu können und füreinander beten. Dann können wir freimütig über die Liebe zu Jesus sprechen.
Was schützt uns? Wenn wir bei der Wahrheit bleiben, keine Ungerechtigkeiten tolerieren, den Glauben nicht ständig in Frage stellen lassen und nicht unheile Gedanken unseren Kopf verwirren. Wenn wir bereit sind für die gute Botschaft einzustehen und gut fundiert mit dem Wort Gottes argumentieren.
Paulus schreibt das in Epheser 6,10-24 so:
„Schließlich: Werdet stark im Herrn und in der Macht seiner Stärke!“
Wer Jesus liebt, erlebt Widerstand. Doch Kinder Gottes sind nicht in der eigenen Kraft unterwegs, sondern in der Macht seiner Stärke (Epheser 6,10). Ihr Herr rüstet sie aus. Nicht um Menschen zu bekämpfen, sondern um sich selbst zu schützen und die listigen Angriffe aus einer anderen Welt abzuwehren.
Als Merkhilfe nimmt Paulus das damals jedem bekannte Bild eines römischen Soldaten. Heute würden wir vielleicht von einem Virenschutzprogramm sprechen.
„11 Zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr gegen die Listen (Methoden) des Teufels bestehen könnt! 12 Denn unser Kampf ist nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Gewalten, gegen die Mächte, gegen die Weltbeherrscher dieser Finsternis, gegen die geistigen Mächte der Bosheit in der Himmelswelt. 13 Deshalb ergreift die ganze Waffenrüstung Gottes, damit ihr an dem bösen Tag widerstehen und, wenn ihr alles ausgerichtet habt, stehen bleiben könnt!“
Petrus schreibt in 1.Petrus 5,8: „Seid nüchtern, wacht! Euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann.“
Jesus sagt zur Gemeinde in Philadelphia: „Halte fest, was du hast, damit niemand deinen Siegeskranz nimmt!“ (Offenbarung 3,11).
Wir sind umkämpft. Jesus fordert seine Jünger in Lukas 21,36 auf: „Wacht nun und betet zu aller Zeit, dass ihr imstande seid, diesem allem, was geschehen soll, zu entfliehen und vor dem Sohn des Menschen zu stehen!“
Paulus möchte, dass die Epheser nicht fallen, sondern standhaft bleiben. Dafür gibt er ihnen sechs wichtige Punkte, auf die es ankommt:
„14 So steht nun, eure Lenden umgürtet mit Wahrheit, bekleidet mit dem Brustpanzer der Gerechtigkeit 15 und beschuht an den Füßen mit der Bereitschaft zur Verkündigung des Evangeliums des Friedens! 16 Bei alledem ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr alle feurigen Pfeile des Bösen auslöschen könnt! 17 Nehmt auch den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, das ist Gottes Wort!“
„Umgürtet mit Wahrheit“ – Ein römischer Soldat trug ein weites Gewand aus lockerem Stoff. Der Gürtel war nötig, damit ihn sein Gewand in seinen Bewegungen nicht behinderte. Er durfte im Kampf nicht stolpern. Genauso wichtig ist es, den „Gürtel der Wahrheit“ zu tragen, denn Lügen bringen uns zu Fall. So sagt Paulus in Epheser 4,25: „Legt die Lüge ab und redet Wahrheit.“
„Brustpanzer der Gerechtigkeit“ – Der Brustpanzer war ein hartes, ärmelloses Kleidungsstück aus Leder oder einem anderen schweren Material. Er schützte das Herz des Soldaten und andere lebenswichtige Organe. Wer auf Gottes Gerechtigkeit baut, ist geschützt. In Jesaja 11,5 steht: „Gerechtigkeit wird der Schurz seiner Hüften sein und die Treue der Schurz seiner Lenden.“
„Gestiefelt mit Bereitschaft zum Zeugnis für das Evangelium des Friedens“ – Schuhe waren eine Voraussetzung dafür, dass man unbeschwert überall hingehen konnte. So sollen auch wir allezeit bereit sein, dorthin zu gehen, wo Gott uns hinschickt, um die gute Nachricht vom Frieden mit Gott zu teilen. In Jesaja 52,7 heißt es: „Wie schön sind auf den Bergen die Füße dessen, der frohe Botschaft bringt, der Frieden verkündet.“
„Schild des Glaubens“ – Der Schild war das Erste, mit dem der Feind in Kontakt kam. Glaube ist das grundsätzliche Vertrauen in Gott und sein Wort. Dieses Vertrauen ist das Erste, das der Teufel zerstören möchte.
„Helm des Heils“ – Der Helm schützte den Kopf, auf den der Feind am liebsten zielte. Der Ausdruck kommt auch in Jesaja 59,17 vor: „Er legte die Gerechtigkeit an wie einen Panzer und setzte den Helm des Heils auf“. Schützen wir unsere Gedanken oder lassen wir uns durch allerlei Ideen den Kopf verdrehen? Heilsgewissheit entsteht, indem wir die göttlichen Wahrheiten lesen, aussprechen und mit offenen Augen das Wirken Gottes in unserem Leben wahrnehmen.
„Schwert des Geistes“ – Wie das Schwert die einzige Angriffswaffe des Soldaten war, so stellt auch Gottes Wort allein den Feind bloß. So sehen wir es auch bei Jesus in der Versuchungsgeschichte (Matthäus 4,1-11). Deshalb ist es wichtig, dass wir unseren Glauben aus der Bibel nähren, um unterscheiden zu können, was gut für uns ist.
Wer nicht bei der Wahrheit bleibt, nicht auf Gottes Gerechtigkeit baut, nicht zu Jesus steht, Gottes Zusagen nicht vertraut, sein Heil ständig hinterfragt und die Bibel ignoriert, mit dem hat der Durcheinanderbringer ein leichtes Spiel.
Spannend ist auch, dass die römischen Soldaten nur im Verband stark waren. Berühmt ist die Schildkrötenformation. Die Germanen hatten die Römer in unwegsames Gelände gelockt und sie dort besiegt. Das ist auch ein Bild für uns: Gemeinsam sind wir stark.
Deshalb schreibt Paulus: „18 Mit allem Gebet und Flehen betet zu jeder Zeit im Geist, und wacht hierzu in allem Anhalten und Flehen für alle Heiligen 19 und auch für mich, damit mir Rede verliehen wird, wenn ich den Mund öffne, mit Freimütigkeit das Geheimnis des Evangeliums bekannt zu machen 20 – für das ich ein Gesandter in Ketten bin –, damit ich in ihm freimütig rede, wie ich reden soll.“
Paulus wusste, dass wir alle Gottes Hilfe brauchen – er selbst eingeschlossen. Diese Hilfe wird uns durch das Gebet zuteil. Gott kommt zu den Menschen, die ihn einladen und ihn in ihrem Leben haben wollen. Die erste Gemeinde in Jerusalem betete: „Herr, sieh an ihre Drohungen und gib deinen Knechten, dein Wort mit aller Freimütigkeit zu reden“ (Apostelgeschichte 4,29). Darauf wurden sie neu mit dem Heiligen Geist erfüllt.
Auch Vers 20 ist interessant: „Damit ich in ihm freimütig rede, wie ich reden soll.“ Wir können einander gegenseitig behindern, sodass wir nicht mehr die Freiheit haben, offen über das zu sprechen, was in der Bibel steht. So trauen sich einige schon nicht mehr, die Predigten zu veröffentlichen, weil sie fürchten, angeklagt zu werden.
Das Böse muss mit Gutem überwunden werden (Römer 12,21). Christen sollen sich aber nicht ängstlich verkriechen, sondern freimütig für die Wahrheit einstehen (Epheser 6,20).
Wer ist der Teufel? Der Diabolos (Durcheinanderbringer) ist ein ehemaliger Engel, der sich gegen Gott aufgelehnt hat, weil er nicht akzeptieren wollte, wie Gott ihm geschaffen hatte. Er verdreht Gottes Aussagen. Böses erscheint bei ihm in einem guten Licht. Engel, die ebenfalls rebellierten und sich von ihm anstiften ließen, werden Dämonen (böse Geister) genannt. Sie versuchen, sich zwischen die Menschen und Gott zu stellen. Bildlich gesprochen tun sie das im „himmlischen Bereich“ oder im „Bereich der Lüfte“ (Epheser 2,2 / 6,12).
Welche sind die beliebtesten Methoden (Vers 11) des Teufels? Er streut Zweifel an Gott 1.Mose 3,1: „Hat Gott wirklich gesagt?“ Er stiftet zu einem Verlangen nach Macht und Wissen an. „Ihr werdet wie Gott“ (1.Mose 3,5). Das bedeutet: „Ihr bestimmt selbst, was gut für euch ist“. Die beliebteste Methode des Teufels ist es, sich selbst als Karikatur zu verharmlosen.
Wie können wir auf ihn reagieren? Wir sollen seinen Lügen keinen Raum geben (Epheser 4,27), uns Gott anvertrauen und Gottes Wahrheiten über unserem Leben aussprechen. In Jakobus 4,7 steht: „Unterwerft euch nun Gott! Widersteht aber dem Teufel! Und er wird von euch fliehen.“
Deshalb fordert Paulus uns auf, füreinander zu beten. So schreibt er weiter:
„21 Damit aber auch ihr meine Umstände wisst, wie es mir geht, wird Tychikus, der geliebte Bruder und treue Diener im Herrn, euch alles berichten. 22 Ihn habe ich eben deshalb zu euch gesandt, dass ihr unsere Umstände erfahrt und er eure Herzen tröste. 23 Friede den Brüdern und Liebe mit Glauben von Gott, dem Vater, und dem Herrn Jesus Christus! 24 Die Gnade sei mit all denen, die unseren Herrn Jesus Christus lieben in Unvergänglichkeit!“
Den Schlusspunkt „die unseren Herrn Jesus Christus lieben“ finde ich spannend. Weil wir so begeistert sind von Gott und seinen Gedanken zu uns Menschen, lieben wir Jesus. Das eint uns. Das gibt uns Kraft in unserem Alltag.
Was möchte Paulus uns mit dem Epheserbrief mitgeben? Wir sollen mit unserem Leben den dreieinigen Gott ehren. Durch Jesus haben wir ein neues Leben. Gott wird durch uns für alle Menschen erfahrbar (Tempel Gottes). Wir erhalten ein neues Denken. Wir ergänzen einander und nehmen einander in einem neuen Licht wahr. Wir stehen füreinander ein – in Gebet und Tat –, damit wir freimütig die Liebe Gottes weitergeben können.
Weitere Impulse zum Epheserbrief:
- Drei Gründe Gott zu loben 19. Januar 2026
- Jesus ist die Schlüsselperson 25. Januar 2026
- Vom Tod zum Leben 4. Februar 2026
- Gott ist nicht fern 8. Februar 2026
- Das Geheimnis Gottes – sein Masterplan 22. Februar 2026
- Einheit, Ergänzung und Mündigkeit 9. März 2026
- Erneuertes Denken 15. März 2026
- Lebt als Kinder des Lichts 22. März 2026
- Erneuerter Alltag 12. April 2026
- Gerüstet fürs Leben 26. April 2026