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Gedanken zum Ökumenischen Bibelsonntag 2026

Sonntagsgedanken Toggenburger Tagblatt – 24. Januar 2026

Der letzte Sonntag im Januar ist der ökumenische Bibelsonntag. An diesem Tag soll die Bibel als lebendige Quelle des Glaubens neu entdeckt werden.

Papst Franziskus schrieb dazu im Jahr 2020: „Beginnen wir beim Evangelium: Lassen wir es offen auf dem Nachttisch liegen, tragen wir es in der Tasche mit uns, öffnen wir es auf dem Handy, lassen wir zu, dass es uns jeden Tag inspiriert. So werden wir entdecken, dass Gott uns nahe ist.“

Weiter schrieb er: „Die Bibel kann nicht nur einigen wenigen gehören, geschweige denn eine Sammlung von Büchern für wenige Auserwählte sein. Sie gehört vor allem dem Volk, das versammelt ist, um sie zu hören und sich in diesem Wort selbst zu erkennen.“

Der Verkauf von Bibeln hat sich in Grossbritannien innerhalb von fünf Jahren fast verdoppelt. Gibt es ein Comeback des Christentums? Klar ist, dass das Thema Glaube nicht mehr zu den Tabuthemen zählt und man wieder offener und ungezwungener damit umgeht. Immer mehr prominente Personen sprechen offen von ihrem Glauben und der Kraft, die sie aus der Bibel schöpfen. Um unsere Kultur- und Kunstgeschichte zu verstehen, müssen wir die dazugehörigen biblischen Geschichten kennen. Auch manche sprachliche Redewendungen haben ihren Ursprung in der Bibel, wie z.B. die „Hiobsbotschaft“.

Jesus sagt: „Wer an mich glaubt, aus dessen Leib werden, wie die Schrift sagt, Ströme lebendigen Wassers fliessen“ (Johannes 7,38). Je mehr wir von der Bibel verstehen und je mehr wir erfassen, wer und wie Jesus ist, desto mehr wird sich unsere Sicht auf uns und unser Umfeld ändern.

Ich finde es hilfreich, gemeinsam in der Bibel zu lesen. Dadurch erhalten wir viel mehr Impulse. Je nach Lebenssituation lesen wir die Bibel aus einer anderen Perspektive. Die Bibel enthält auch viele hilfreiche Lebensweisheiten. So erfahren wir beispielsweise in Sprüche 12,25: „Sorgen drücken einen Menschen nieder; ein gutes Wort richtet ihn auf.

Welches Gesetz?

Die Anklage von Paulus in Korinth (Apostelgeschichte 18,1-18) ist diffus: „Dieser verführt die Menschen zu einer Gottesverehrung, die gegen das Gesetz verstößt.“

Welches Gesetz ist gemeint? Die Juden wurden, wie andere Religionen, im Rahmen des „ius gentium“ respektiert, solange sie nicht gegen die öffentliche Ordnung verstießen.

Der neue  Prokonsul Gallio urteilt, dass es hier nicht um römisches Recht gehe, sondern um innerjüdische Lehrfragen.

Nach jüdischem Gesetz darf niemand anders angebetet werden, außer Gott allein. Die Verehrung des gekreuzigten Jesus als jüdischer Messias für alle Menschen erregte Anstoß. Das Kennzeichen der Jesusnachfolger ist, dass sie zu Jesus beten (Apostelgeschichte  9,14).

Paulus lädt alle Menschen zu diesem neuen „jüdischen“ Glauben ein. Es besteht nun die Gefahr, dass die Juden ihren guten Ruf verlieren und wie in Rom vertrieben werden könnten.

Mit dem Gelübde setzt Paulus ein Zeichen, dass er sich immer noch als Jude verstand.

Ganzer Text: Welches Gesetz? weiterlesen

Führe uns nicht in Versuchung

In der Fragebox stand auf einem Zettel: „Zum Vaterunser. Wie soll man es verstehen: Führe uns nicht in Versuchung. Ich meine, dass unser Vater im Himmel das nicht macht.“

Im Jakobusbrief heißt es: „Niemand sage, wenn er versucht wird: Ich werde von Gott versucht. Denn Gott kann nicht versucht werden vom Bösen, er selbst aber versucht niemand (Jakobus 1,13).

Was gilt nun? In der Bibel finden wir manchmal widersprüchliche Aussagen.

Der erste Tipp ist, darauf zu achten, wo und wie ein Vers eingebunden ist. Führe uns nicht in Versuchung weiterlesen