
Gott erwählt Betrübte (Adventsimpuls 13)
In Lukas 1,28-30 sagt der Engel Gabriel zu Maria: „Sei gegrüßt, Begnadete! Der Herr ist mit dir. … Fürchte dich nicht, Maria! Denn du hast Gnade bei Gott gefunden.“
In Marias Sprache war es wohl ein Schalom (Friede dir). Gott hat dich erwählt. Der Herr ist mit dir. Fürchte dich nicht, du Betrübte. Gott ist dir gnädig.
Zunächst empfängt Maria eine Zusage Gottes. Ihr Name ist die griechische Form des hebräischen Namens Miriam, der übersetzt ‚Bitterkeit‘ oder ‚Betrübnis‘ bedeutet.
Hat sie diesen Namen erhalten, weil ihre Eltern einen Sohn erwarteten? Oder war ihre Mutter bei der Geburt gestorben und kurz darauf auch ihr Vater? Lebte sie bei Verwandten in Nazareth? Wir wissen es nicht.
Ein weiterer Bezug zu ihrem Namen entstand, als Simeon im Tempel ihr das Leiden um ihren neugeborenen Sohn Jesus ankündigte: „Deine eigene Seele wird ein Schwert durchdringen“ (Lukas 2,35).
Wäre die Geschichte von Jesu Geburt erfunden, gäbe es darin nicht so viele offene Fragen und unerklärliche Zusammenhänge.
Ausgerechnet mit einer jungen Frau, die in Schwierigkeiten aufwächst, will Gott Geschichte schreiben. Die Botschaft lautet: Wie schwer dein Leben auch sein mag, Gott schaut auf dein Herz, nicht auf deine Umstände (1.Samuel 16,7).
Ein Licht zu Weg des Friedens (Adventsimpuls 12)
Als Zacharias der jüdische Priester bei der Beschneidung und Namensgebung von seinem Sohn Johannes dem Täufer wieder die Stimme zurück erhielt, beschrieb er die Bestimmung der beiden Kinder (ab Lukas 1,76).
Johannes ist der Wegbereiter für das göttliche Licht, das die Menschen im Dunkeln besucht, um sie auf den Weg des Friedens zu lenken.
Du, Kind, wirst ein Prophet des Höchsten genannt werden; denn du wirst vor dem Angesicht des Herrn hergehen, seine Wege zu bereiten, um seinem Volk Erkenntnis des Heils zu geben in Vergebung ihrer Sünden, durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes, mit der uns der Aufgang aus der Höhe besuchen wird, um denen zu leuchten, die in Finsternis und Todesschatten sitzen, und unsere Füße zu richten auf den Weg des Friedens (Lukas 1,76-79).
Warum reiste Maria nach Bethlehem? (Adventsimpuls 11)
Warum hat Josef die hochschwangere Maria nach Bethlehem mitgenommen? Er hätte sich doch auch allein in die Steuerliste eintragen können.
Ein möglicher Grund könnte sein, dass Maria eine Erbtochter war (4.Mose 27,8 / 4. Mose 36,8). Das heißt, Maria hätte keine Brüder gehabt und wäre die Besitzerin eines Familiengrundstückes gewesen. Vielleicht gaben die Eltern der Tochter den Namen Bitterkeit, weil der erhoffte Sohn ausblieb.
Nach dem Gesetz durften die Juden ihre Familiengrundstücke (bis auf ein Stadthaus) nicht verkaufen, sondern höchstens eine Zeit lang verpachten (3.Mose 25,23-28). Im Erlassjahr erhielt die Familie ihr Eigentum zurück.
Es scheint, dass Maria als Erbtochter an einem solchen Familienbesitz beteiligt war. In diesem Fall wurde Josef zum Stammbaum hinzugefügt, was auch sein Name (hinzugefügt) bedeutet.
Der Mann einer Erbtochter musste sich in das Geschlecht ihres Vaters einschreiben lassen und bekam dadurch zwei „Väter“. Denn die Linie einer Familie soll weitergehen (5.Mose 25,5-10 / Nehemia 7,63). Der Stammbaum von Matthäus würde dann die natürliche Linie von Josef beschreiben und der von Lukas die eingeheiratete Linie über die biologische Familie von Maria, welche ebenfalls von König David abstammt.
Maria und Josef waren dann gemeinsam für das Haus verantwortlich. So zog Josef mit seiner schwangeren Frau Maria nach Bethlehem.
Wann genau wurde Jesus geboren? (Adventsimpuls 10)
Die Bibel nennt uns das genaue Datum nicht. Der 25. Dezember als Tag, an dem wir heute Weihnachten feiern, wurde im Jahr 354 vom römischen Schreiber Furius Dionysius Filocalus festgelegt. Die Kirche hat die Geburt Jesu jedoch nicht immer an Weihnachten gefeiert. Im Laufe der Kirchengeschichte gab es verschiedene Auffassungen. Eine davon hielt an der Geburt Jesu im März (zu Pessach / Ostern) fest.
Es gibt verschiedene Hinweise zum möglichen Datum. Herodes hat bei der Geburt von Jesus noch gelebt. Er starb im Jahr 4 v. Chr. Die Weisen aus dem Osten sahen den königlichen Stern. Geht man von einer Sternenkonstellation aus, dann war dies im Frühling des Jahres 7 v. Chr. (siehe obrist-impulse.net/stern-von-bethlehem).
Die Hirten auf den Feldern deuten auf das Ende der Vegetationsperiode hin. Nach der Ernte der armen Bevölkerung konnten die Kleintiere noch den Rest abfressen. Nach dem Passahfest im Frühjahr beginnt die Trockenzeit. Es ist also die Zeit des Abgrasens.
Einige weisen darauf hin, dass Zacharias zur Abteilung von Abija gehörte. Das war die achte der vierundzwanzig Abteilungen, mit denen David den Priesterdienst organisierte (1.Chronik 24,3). Somit wird vermutet, dass Jesus im Herbst geboren wurde, da das religiöse jüdische Jahr mit Pessach beginnt und Jesus ein halbes Jahr nach Johannes geboren wurde.
Doch Esra stellte die Abteilungen der Priester und Leviten nach der Rückkehr aus der babylonischen Gefangenschaft am 1. Tischri wieder her (Esra 6,18). Seit dieser Zeit beginnt das jüdische Jahr nicht mehr im Frühjahr, sondern im Herbst mit Rosch HaSchana am 1.Tischri. Der Dienst dauerte eine Woche und begann am Schabbat (2.Chronik 23,8).
Auf diese Weise kam jede Abteilung zwei- bis dreimal im Jahr zum Einsatz. Pro Jahr wurden 50,5 Gruppen benötigt, im Schaltjahr etwa 55.
Aus der babylonischen Gefangenschaft kehrten jedoch nur vier Abteilungen zurück. Sie wurden wieder in vierundzwanzig Abteilungen eingeteilt und die früheren Namen der Abteilungen wurden wiederhergestellt. Unklar ist, mit welcher Abteilung Esra im Herbst begann. Die Angabe «Abteilung Abijas» bezieht sich somit auf die Zugehörigkeit zur Priestergruppe. Aber daraus lässt sich kein genauer Zeitpunkt im Jahr ableiten.
Am 25. Dezember erinnern wir uns an die Geburt von Jesu als Licht der Welt. Der dunkelste Punkt auf der nördlichen Halbkugel ist vorbei und es wird immer heller. Jesus wurde wahrscheinlich im Frühjahr 7 v. Chr. geboren.
Ermutigt auf dem Weg (9. Adventsimpuls)

Die zweite Person, der die kleine Familie im Tempel begegnet, ist Hanna. Ihr Name bedeutet „Gott ist gnädig.“ Ihr Leben spricht jedoch eine andere Sprache. Nach nur sieben Jahren Ehe wurde sie Witwe. Jetzt ist sie 84 Jahre alt.
Anstatt am Leben zu verzweifeln und bitter zu werden, vertraut sie Gott und legt ihr Leben und ihre Zukunft in seine Hände. Ihr Leben ist geprägt von der Sehnsucht nach Jesus.
Hanna richtet Menschen auf, indem sie Anteil nimmt, von Gott spricht und anderen hilft, den Blick von sich wegzulenken, indem sie Gott dankt und ihn preist.
«Sie trat zur selben Stunde herbei, lobte Gott und redete von ihm zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten.» Lukas 2,38
Maria und Josef werden immer wieder ermutigt. Zunächst durch den Engel, dann durch Elisabeth, dann durch die Hirten, nun durch Simeon und Hanna und später durch die Gelehrten aus dem Osten.
Gott schickt uns Menschen über den Weg oder gebraucht uns, um andere zu ermutigen.
An Jesus offenbart sich unser Denken (Adventsimpuls 8)

Simeon hat nicht nur für Jesus einen Segen. Er gibt Maria folgende Worte mit auf den Weg: „Siehe, dieser ist gesetzt zum Fall und Aufstehen vieler in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird 35 – aber auch deine eigene Seele wird ein Schwert durchdringen –, damit Überlegungen aus vielen Herzenoffenbar werden“ (Lukas 2,34-35).
Nach dem ersten Höhenflug folgt die nüchterne Landung: „Dein Kind wird zum Schicksal der Menschen werden.“ Entweder finden sie bei ihm Rettung (das ist die Bedeutung des Namens Jesus) oder sie zerschellen an ihrem eigenen Widerstand. „Du wirst großen Schmerz erfahren.“ Das ist eine Andeutung darauf, dass ihr Sohn vor ihr sterben wird. Am Kreuz offenbart sich das Denken der Menschen. Bis heute ärgern sich manche am Kreuz oder sie sehen darin die aufopfernde Liebe Gottes für uns Menschen.
Sehnsucht nach dem Messias (Adventsimpuls 7)
Simeon bedeutet „Erfüllung“. Der Heilige Geist ruht auf ihm. Das bedeutet, dass er im Einklang mit Gott lebt und vertraut, dass Gott seine Versprechen erfüllt.
Gottes Anliegen sind auch seine. So sehnt er sich nach dem verheißenen Erlöser, dem Christus und Messias. Gott gab ihm die Gewissheit, dass er ihn noch vor seinem Tod sehen werde. Der Glaube des Simeon wird bis aufs Äußerste strapaziert. Seine Kräfte lassen nach. Doch eines hat er nicht verlernt: auf die leisen Hinweise von Gottes Geist zu achten. So geht er zum Tempel, und als er Maria und Josef mit Jesus sieht, weiß er: Das ist das verheißene Kind.
Er preist Gott und dankt ihm, dass er sein Wort hält. Er sagt: „Meine Augen haben dein Heil gesehen, 31 das du bereitet hast im Angesicht aller Völker: 32 ein Licht zur Offenbarung für die Nationen und zur Herrlichkeit deines Volkes Israel.“ (Lukas 2,30-32)
Damit nimmt er Bezug auf Jesaja 49,6, wo steht: „Es ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, um die Stämme Jakobs aufzurichten und die Bewahrten Israels zurückzubringen. So mache ich dich auch zum Licht der Nationen, dass meine Rettung reicht bis an die Enden der Erde.“
Das ist eine kontrastreiche Situation. Simeon spricht vom hocherhabenen König und Retter, doch vor ihm steht ein armes Ehepaar, das nicht einmal das Geld für die ordentlichen jüdischen Opfer aufbringen kann.
Simeon hat den besonderen Blick, mit dem er nicht das sieht, was vor Augen ist, sondern was auf dem Herzen Gottes liegt. Das Prinzip der Hoffnung besteht darin, in einem Menschen bereits das zu erkennen, was Gott aus ihm machen kann. https://vivakirche-ebnat-kappel.ch/sehnsucht-nach-dem-messias
Der Name Jesus (Adventsimpuls 6)

Im Traum sagte der Engel zu Josef: «Sie (Maria) wird einen Sohn gebären, und du sollst seinen Namen Jesus nennen, denn er wird sein Volk retten von seinen Sünden» (Matthäus 1,21).
Jesus (hebräisch Jeschua) bedeutet Retter (auch Heiland), abgeleitet vom hebräischen Wort Jeschuah, das mit Rettung (Heil) übersetzt wird.
Der Prophet Zefanja schreibt: «Der HERR, dein Gott, ist in deiner Mitte, ein Held, der rettet; er freut sich über dich in Fröhlichkeit, er schweigt in seiner Liebe, er jauchzt über dich mit Jubel» (Zefanja 3,17).
Der Engel sagt zu den Hirten auf dem Feld: «Euch ist heute ein Retter (Jeschua / Jesus) geboren, der ist Christus, der Herr, in Davids Stadt» (Lukas 2,11).
Simon sagt zu Maria und Josef: «Denn meine Augen haben deine Rettung (Heil) gesehen» (Lukas 2,30)
Petrus sagt: «Im Namen Jesu Christi, des Nazoräers … Es ist in keinem anderen das Heil; denn auch kein anderer Name unter dem Himmel ist den Menschen gegeben, in dem wir gerettet werden müssen» (Apostelgeschichte 4,10-12)
Viele Menschen haben durch Jesus (Jeschua) Rettung und neue Lebensfreude erfahren (Zefanja 3,17).
Jesus hat sich selbst als Menschensohn bezeichnet. (Adventsimpuls 5)
In Daniel 7,13-14 heißt es: „Ich schaute in Visionen der Nacht: Und siehe, mit den Wolken des Himmels kam einer wie der Sohn eines Menschen. … 14 Und ihm wurde Herrschaft und Ehre und Königtum gegeben, und alle Völker, Nationen und Sprachen dienten ihm. Seine Herrschaft ist eine ewige Herrschaft, die nicht vergeht, und sein Königtum so, dass es nicht zerstört wird.»
Indem Jesus sich als Menschensohn bezeichnet, stellt er einen Bezug zu Daniel 7,13-14 her. Der Menschensohn aus dem Himmel kommt auf diese Erde und wird von den Menschen angebetet.
Das aramäische Wort, das hinter dem ‚dienen‘ steht, wird im gesamten Buch Daniel im Zusammenhang mit ‚anbeten‘ verwendet. Ein Beispiel ist in Daniel 3,18, als die Freunde Daniels das Standbild Nebukadnezars nicht anbeten.
Mit dem Ausdruck Menschensohn sagt Jesus, er ist der verheißene Messias, der vom Himmel her gesandt wurde, um das Reich Gottes zu errichten und angebetet zu werden.
In Matthäus 2,11 heißt es über die Weisen aus dem Osten: «Als sie in das Haus gekommen waren, sahen sie das Kind mit Maria, seiner Mutter, und sie fielen nieder und huldigten ihm.» Das Wort hinter «huldigen» ist proskyneo (προσκυνέω) und bedeutet anbeten oder sich niederwerfen. Kannten die Weisen die Verheißung vom Menschensohn in Daniel 7,14? Daniel war ein Prophet in Babylon, welches im Osten liegt.
Jesus sagt mit verschiedenen Bildern und Handlungen, dass er zugleich Gott ist. Er lässt auch zu, dass sich Leute sich vor ihm niederwerfen. Das ist sonst in der Bibel nur Gott vorbehalten.
Paulus schreibt in 1.Korinther 1,2: «Allen, die an jedem Ort den Namen unseres Herrn Jesus Christus anrufen, ihres und unseres Herrn.» Die Anbetung Jesu als Herrn ist der zentrale Punkt des christlichen Glaubens.
In Jesus begegnet uns der unsichtbare Gott. In ihm hat er sich den Menschen durch alle Zeiten hindurch offenbart.
Die Herausforderung besteht darin, dass Gott nicht nur in Menschengestalt erschienen ist, sondern als Mensch geboren wurde.
Jesus, der eingeborene Sohn (Adventsimpuls 4)
Die Geburt Jesu ist verwirrend. Wie kann Jesus schon zuvor existieren und als Kind geboren werden? In Johannes 1,14 heißt es: „Das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns.“ In Johannes 16,28 sagt Jesus: „Ich bin von dem Vater ausgegangen und in die Welt gekommen; wieder verlasse ich die Welt und gehe zum Vater.“
Nach dem Koran kann Jesus (Isa) nach seiner Geburt sofort sprechen. Im christlichen Bericht hingegen muss Jesus alles lernen. So heißt es in Lukas 2,52: „Und Jesus nahm zu an Weisheit und Alter und Gunst bei Gott und Menschen.“
In Johannes 7,27 sagten die Schriftgelehrten: „Diesen (Jesus) aber kennen wir, woher er ist; wenn aber der Christus kommt, so weiß niemand, woher er ist.“ Jesus erwiderte später (Johannes 8,58): „Ehe Abraham war, bin ich.“ Er ist fortwährend existent.
Kann Gott JHWH zugleich an unterschiedlichen Orten in unterschiedlichen Formen gegenwärtig sein? In 1.Mose 19,24 ist Gott JHWH sowohl auf der Erde gegenwärtig und zugleich im Himmel.
Kann Gott sich in Jesus auf menschliche Möglichkeiten beschränken? In Philipper 2,5-7 schreibt Paulus: „Habt diese Gesinnung in euch, die auch in Christus Jesus war, 6 der in Gestalt Gottes war und es nicht für einen Raub hielt, Gott gleich zu sein. 7 Aber er entäußerte sich und nahm Knechtsgestalt an, indem er den Menschen gleich geworden ist, und der Gestalt nach wie ein Mensch befunden.“
Letztlich kann man dieses Wunder, dass Gott JHWH uns in Jesus besucht, nicht menschlich erklären, sondern nur im Glauben annehmen. Jesus sagte in Johannes 14,11: „Glaubt mir, dass ich in dem Vater bin und der Vater in mir ist; wenn aber nicht, so glaubt um der Werke selbst willen!“
In Jesus will Gott das Menschsein selbst erleben und erleiden und aufzeigen, wie Menschen in Gemeinschaft mit dem himmlischen Vater leben können.
Jesus ist nicht vergöttlicht worden, sondern in ihm ist Gott Mensch geworden. Er weiß aus eigener Erfahrung, wie es uns ergeht.
Empfangen durch den Heiligen Geist (Adventsimpuls 3)
Als der Engel Gabriel Maria die Geburt eines Sohnes ankündete, fragte sie: «Wie wird dies zugehen, da ich von keinem Mann weiß?» (Lukas 1,34).
Die Antwort lautete: «Der Heilige Geist wird über dich kommen.» Und in Vers 37 heißt es: «Denn kein Wort, das von Gott kommt, wird kraftlos sein.» (Gott ist nichts unmöglich). Es ist ein Verweis auf die Worte an die unfruchtbare Sara, bevor sie Isaak empfangen hatte (1.Mose 18,14).
Maria ist keine naive junge Frau. Sie weiß um die Bedeutung der Worte. In 1.Mose 18 wird uns eine radikale Darstellung der Menschwerdung Gottes vor Augen geführt: Gott JHWH und zwei Engel essen als reale Menschen die Speisen, die Abraham zubereitet hat.
In Psalm 2,7 heißt es: «Mein Sohn bist du, ich habe dich heute gezeugt.» Die Rabbiner beziehen diesen Vers auf den Messias. Der Retter wird demnach von Gott gezeugt und nicht geschaffen. Bei einer Zeugung verschmelzen die Eigenschaften von zwei Personen zu einer. Das ist der Unterschied zur Schöpfung. Gott ist nichts unmöglich.
Geboren von der Jungfrau Maria (Adventsimpuls 2)
So steht es im apostolischen Glaubensbekenntnis.
In Jesaja 7,14 heißt es: „Darum wird der Herr selbst euch ein Zeichen geben: Siehe, die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären und wird seinen Namen Immanuel nennen.“
„Immanuel“ bedeutet „Gott mit uns“. Einige behaupten, diese Aussage in Jesaja 7,14 beziehe sich nur auf die Zeit des Königs Ahas. Und das Wort „almah“, welches mit „Jungfrau“ übersetzt wird, bedeute einfach „junge Frau“. Das Wort „almah“ wird in der Bibel jedoch nie für eine Frau verwendet, die nicht auch Jungfrau ist. Almah ist in der Bibel eine Frau, die nie verheiratet war und keine Kinder hatte.
Bei der griechischen Übersetzung der jüdischen Bibel, der Septuaginta (LXX), übersetzten die jüdischen Gelehrten das Wort etwa 250 v. Chr. mit „Jungfrau“. Für sie war es klar, dass es sich um eine Jungfrau handeln musste, damit es ein Zeichen Gottes sein konnte. Denn dass eine junge Frau ein Kind zur Welt bringt, ist nichts Außergewöhnliches, das speziell erwähnt werden müsste.
Nach Matthäus 1,25 war Maria bis zur Geburt eine Jungfrau. „Er (Josef) erkannte sie nicht, bis sie einen Sohn geboren hatte; und er nannte seinen Namen Jesus.“ Die Bezeichnung „erkennen“ wird in der Bibel als Umschreibung für den ehelichen Verkehr verwendet.
Eine Jungfrauengeburt widerspricht den Gesetzen der Natur und ist deshalb ein Wunder. Die einzige mögliche Deutung ist somit, dass die Zeugung nicht menschlich, sondern göttlich war.
Gott wurde Mensch (Adventsimpuls 1)
Dass Gott in menschlicher Gestalt erscheinen kann, können wir uns noch vorstellen. Doch dass Gott als Kind geboren wird, scheint unvorstellbar.
Jesaja sagt in Kapitel 9 Vers 5: «Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und man nennt seinen Namen: Wunderbarer Ratgeber, starker Gott, Vater der Ewigkeit, Fürst des Friedens.»
Diese Titel sind in der jüdischen Bibel ausschließlich Gott vorbehalten. Der Text lässt somit keine andere Deutung zu, als dass ein Kind geboren wird, das mit Gott in Verbindung gebracht wird. Jesus sagte: «Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen» (Johannes 14,9). Jesus repräsentiert den himmlischen Vater.
weitere Impulse folgen