Impulse zur Adventszeit

Das Zeichen der Krippe (Adventsimpuls 24)

Der Engel sagt in Lukas 2,12 zu den Hirten: „Dies sei euch das Zeichen: Ihr werdet ein Kind finden, in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegend.“

Was soll dieses Zeichen? Hätte der Engel zu den Hirten nur gesagt, der neue König sei geboren, dann hätten sie sich wohl kaum auf den Weg gemacht. Wer will schon als Hirte in einen Palast gehen? Das Zeichen von der Krippe zeigte ihnen an: Es sind einfache Leute wie wir. Der verheißene König ist, wie damals der König David, ein ganz normales jüdisches Kind.

Ein weiterer Punkt kommt durch den Zweck der Krippe zum Ausdruck: Jesus ist die himmlische Speise. Er ist das Brot des Himmels. Seine Worte sollen ein Teil von uns werden, so wie die Nahrung.

In Jesaja 1,3 heißt es: „Ein Rind kennt seinen Besitzer und ein Esel die Krippe seines Herrn. Israel aber hat keine Erkenntnis, mein Volk hat keine Einsicht.“ Das bedeutet jedoch nicht, wie später angenommen, dass Ochs und Esel an der Krippe standen, sondern dass sie wussten, wo sie gute Nahrung bekamen.

In Jeremia 15,16 heißt es: „Fanden sich Worte von dir, dann habe ich sie gegessen, und deine Worte waren mir zur Wonne und zur Freude meines Herzens.“ Jesus sagt in Johannes 6,35: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr dürsten.“

Die Krippe ist ein bedeutendes Zeichen dafür, dass Jesus die göttliche Nahrung für uns ist.

Unser Gott fährt nicht mit Glanz und Gloria ein. Er zwingt uns seine Wahrheit und seine Gerechtigkeit nicht auf. Wer will, kann sich auf ihn einlassen und ihn empfangen.

Gott hat einen Weg gewählt, um uns werbend anzusprechen. Er zieht uns mit dieser wehrlosen und auch entwaffnenden Liebe an. Wenn wir die Einfachheit Jesu in der Krippe sehen, dann fällt auch unsere Selbstüberschätzung weg und wir gehen demütig zu ihm.

Paul Gerhardt bringt das im letzten Vers seines Liedes: „Ich steh an deiner Krippe hier“ so zum Ausdruck: „So lass mich doch dein Kripplein sein; komm, komm und lege bei mir ein – dich und all deine Freuden.“

Präzise Voraussage (Adventsimpuls 23) 

In Matthäus 2,4-5 heißt es: „Herodes versammelte alle Hohen Priester und Schriftgelehrten des Volkes und erkundigte sich bei ihnen, wo der Christus geboren werden solle. Sie aber sagten ihm: Zu Bethlehem in Judäa; denn so steht es durch den Propheten (Micha) geschrieben“.

In Micha 5,1 ist vorhergesagt: „Du, Bethlehem Efrata, das du klein … bist, aus dir wird mir der hervorgehen, der Herrscher über Israel sein soll; und seine Ursprünge sind von der Urzeit.“

Micha spricht von der Geburt eines Herrschers, der schon immer da war und somit nicht menschlicher Natur ist. Er wird in Bethlehem geboren. Das ist eine präzise Voraussage.

Es ist spannend, was in der Bibel alles beschrieben wird. Vielleicht müssen wir uns auf den Weg machen und neu entdecken und verstehen, was Gott uns durch die verschiedenen Bibelbücher sagen will.

Das dritte Geschenk für Jesus war die Myrrhe. (Adventsimpuls 22)  

Myrrhe ist ein wohlriechendes Harz. Es stammt vom Myrrhebaum und wurde in der Antike vor allem im Alltag verwendet. Man stellte damit Parfüm, Salböl und Betäubungsmittel her.

Myrrhe wirkt auf der Haut desinfizierend, zusammenziehend und fördert die Wundheilung. Sie besitzt zudem eine blutstillende Wirkung. Myrrhe wirkt auch krampflösend und wird deshalb bei Darmerkrankungen eingesetzt. In Form einer Myrrhentinktur hat sie heute pharmazeutische Bedeutung bei Entzündungen der Mundschleimhaut.

Als Ester sich für die Begegnung mit dem König Ahasveros vorbereitete, badete sie zuerst ein halbes Jahr lang in Myrrheöl (Ester 2,12). Der Duft der Myrrhe soll zur nächtlichen Liebe angeregt haben (Sprüche 7,17). Myrrhe hat auch eine betäubende Wirkung (Markus 15,23). Deshalb boten die Soldaten den Verurteilten vor der Kreuzigung ein Getränk aus Wein und Myrrhe an (Markus 15,23).

Myrrhe war auch ein Bestandteil des heiligen Salböls, mit dem Könige, Priester und Propheten gesalbt wurden (2.Mose 30,22-25).

Myrrhe weist auf das irdische Leben hin, mit all seinen schönen und bitteren Seiten. Myrrhe ist das Harz des Alltags.

Die Familie von Josef hatte es nicht leicht. Sie konnten sich nicht einmal das Opfer eines Lammes leisten (Lukas 2,24). Aber Gott griff im entscheidenden Moment ein. Aus dem Nichts kam genau zur rechten Zeit Hilfe – eingebettet in die universale Welt der Sterne.

Gottes Zeitplan ist für uns nicht immer nachvollziehbar. Er bewahrt uns nicht vor Schwierigkeiten, doch er hilft uns, sie zu überwinden. Gottes Timing und sein Wirken sind essenzielle Bestandteile des christlichen Glaubens.

Weihrauch – das zweite Geschenk für Jesus (Adventsimpuls 21)

Weihrauch steht für Reinigung, Verehrung und Gebet. Das Leben Jesu ist ein Dienst vor Gott.

Die Weisen aus dem Osten bringen Jesus Weihrauch. Weihrauch ist ein Harz, das beim Erhitzen einen wohlriechenden Duft verbreitet. Es wird vom Weihrauchbaum (Olibanum) gewonnen. Durch das Anschneiden von Stamm und Ästen wird eine klebrig-milchige Flüssigkeit gewonnen, die nach dem Trocknen an der Luft das Weihrauchharz bildet. Die Weihrauchbäume wachsen in Afrika, Südarabien und in Indien.

Weihrauch diente als aromatisches, desinfizierendes und entzündungshemmendes Räucher- und Heilmittel. Griechisch-römische Ärzte setzten Weihrauch zur Wundreinigung, gegen Krankheiten der Atemwege und bei Verdauungsproblemen ein. In der Antike war es auch privat verbreitet, das Haus regelmäßig mit verschiedenen aromatischen Mischungen auszuräuchern.

Symbolisch steht der Weihrauch für Reinigung, Verehrung und Gebet. In Israel wurde Weihrauch vor allem im Gottesdienst verwendet. Im Tempel durften einzelne Weihrauchmischungen nur von den Priestern verwendet werden. Weihrauch ist ein Symbol des Gottesdienstes und drückt die Beziehung zwischen Gott und den Menschen aus. In Psalm 141,2 sagt David: „Lass als Rauchopfer vor dir stehen mein Gebet“.

Als Johannes eine Vision vom Himmel hat, sieht er, wie ein Engel Räucherwerk auf den Altar legt und wie der Rauch mit den Gebeten der Gläubigen zu Gott aufsteigt (Offenbarung 8,3-4). Das Geschenk symbolisiert, dass das Leben Jesus ein Dienst vor Gott ist.

Das Wunder der drei Geschenke (Adventsimpuls 20) 

Das Wunder der drei Geschenke (Adventsimpuls 20)

„Als sie in das Haus gekommen waren, sahen sie das Kind mit Maria, seiner Mutter, und sie fielen nieder und huldigten ihm, und sie öffneten ihre Schätze und opferten ihm Gaben: Gold und Weihrauch und Myrrhe(Matthäus 2,11).

Es sind schon eigenartige Geschenke, die Jesus erhält. Viel naheliegender wäre es doch, einem kleinen Kind Spielsachen oder Kleidung zu schenken.

Die drei genialen Geschenke der Weisen sichern jedoch das Überleben der Jesus-Familie auf der Flucht in die jüdische Diaspora in Alexandrien in Ägypten.

Manchmal wünschen wir uns schon weit im Voraus Sicherheiten. Aber es ist eine Eigenart Gottes, dass er oft erst im entscheidenden Moment eingreift. Auch die Geschenke der Weisen kamen genau im richtigen Moment – kurz vor der Flucht. Sie ließen sich leicht mitnehmen und waren allesamt gut als Zahlungsmittel zu gebrauchen. Gott weiß, was wir wann brauchen.

Die Geschenke der Weisen bringen auf besondere Weise zum Ausdruck, dass Jesus der verheißene göttliche König ist. In Jesaja 60,6 heißt es: „Sie alle werden aus Saba kommen. Gold und Weihrauch tragen sie, und sie werden das Lob des HERRN fröhlich verkündigen.“ Gott steht zu seinem Wort und lässt alles in Erfüllung gehen.

In Haggai 2,8 sagt Gott: „Mein ist das Silber und mein das Gold.“ Gold zählt zu den ersten Metallen, die von Menschen verarbeitet wurden. Es lässt sich sehr gut bearbeiten und korrodiert nicht. Gold ist das erste Metall, das in der Bibel erwähnt wird.

Die gesamte Stiftshütte und der Tempel waren mit Gold überzogen. Alle Geräte waren aus reinstem Gold gefertigt (2. Mose 26). Das neue Jerusalem wird aus einem besonderen Gold bestehen, das durchsichtig wie Glas ist.

Gold ist ein Symbol für die Reinheit Gottes. Indem die Weisen dem Kind Gold schenken, zeigen sie: Jesus ist nicht irgendein Kind. Jesus hat göttlichen Ursprung.

Der Stern von Bethlehem (Adventsimpuls 19) 

Auffällig ist, dass nur die Sterndeuter von diesem Stern wussten, die Menschen in Jerusalem jedoch nicht. Ein Komet kann es also nicht gewesen sein. Diese kündigten nach dem Volksglauben auch Kriege, Seuchen und Hungersnöte an, aber nicht die Geburt eines Königs.

Das deutet darauf hin, dass es sich um ein Phänomen einer Sternenkonstellationen handelt.

Möglicherweise steckt hinter dem Phänomen „Stern von Bethlehem“ gar kein Stern im eigentlichen Sinn, sondern vielmehr das Zusammentreffen zweier Planeten am Firmament. Im Jahr 7 v. Chr. – also zu einer Zeit, in der Jesus tatsächlich geboren worden sein könnte – kamen sich Jupiter und Saturn von der Erde aus gesehen sehr nahe. Sie verschmolzen fast zu einem einzigen hellen Punkt am Himmel. Und das geschah in jenem Jahr nicht nur einmal, sondern gleich dreimal.

Mit dem Saturn verbanden die babylonischen Sterndeuter das Volk Israel. Der Jupiter galt als Königsplanet. Und das Sternbild der Fische, in dem sich die beiden Planeten trafen, symbolisierte das heutige Land Israel. Jedenfalls kamen die Weisen durch diese Himmelskonstellation zum Schluss, dass der König der Juden geboren sei (Matthäus 2,2).

Wenn die Weisen aus dem Morgenland nach dem ersten Zusammentreffen von Jupiter und Saturn am 28. Mai 7 v. Chr. aus Babylonien aufgebrochen waren, dann könnten sie bei den weiteren Konjunktionen der beiden Planeten am 3. Oktober oder 3. Dezember 7 v. Chr. ihr Ziel erreicht haben. Von Jerusalem aus gesehen erschienen die beiden leuchtenden Punkte am Nachthimmel im Süden, also über Bethlehem.

Es wird berichtet, dass der Stern wieder am Himmel sichtbar wurde und sie das Haus betraten. Diese Theorie ist im Gesamtzusammenhang die wahrscheinlichste. Wenn Jesus im Jahr 7 v. Chr. geboren wurde, hatte Herodes vor seinem Tod im Jahr 4 v. Chr. noch die Möglichkeit, die Weisen zu treffen und zu versuchen, das Kind zu töten. Er hatte nach dem genauen Zeitpunkt gefragt und in seiner Reaktion auf die Ankündigung eines Königs sicher genügend Zeit eingerechnet.

Die Weisen aus dem Morgenland (Adventsimpuls 18) 

Das griechische Wort lautet magos (μάγος) und bedeutet Magier. Dasselbe Wort wird in Apostelgeschichte 13,6 verwendet, als Paulus den Statthalter von Paphos besucht und Elymas als sein Berater erwähnt wird.

Es ist auch heute noch üblich, dass Politiker Berater haben. Damals waren es Gelehrte oder Leute, welche die Wahrheit sagen sollten. In der Bibel sehen wir das zum ersten Mal beim Pharao in Ägypten. Später wird Daniel als Chefberater erwähnt (Daniel 4,6).

Das in Daniel verwendete hebräische Wort ist chartom (חַרְטוֹם). Die Wortwurzel „cheret” (חֶרֶט) bedeutet „Meißel” oder „Schreibgerät”. Es waren also Menschen, die schreiben konnten. In Israel nannte man solche Personen Schriftgelehrte oder Propheten.

Diese Personen kamen aus dem Osten, aus dem Land in Richtung Sonnenaufgang, also aus Babylon. In Babylon gab es seit dem Exil ab 600 v. Chr. eine starke jüdische Gemeinde.

In 4.Mose 24,17 heißt es: „Ich sehe ihn, aber nicht jetzt, ich schaue ihn, aber nicht nahe. Es tritt hervor ein Stern aus Jakob, und ein Zepter erhebt sich aus Israel.“

Die Gelehrten haben wahrscheinlich auch ihren Vorgänger Daniel studiert. Dort konnten sie in Daniel 2 lesen, dass jemand kommen wird, der wie ein Stein gegen die Herrschaftssysteme rollt und die Weltreiche zerstören wird.

Eventuell kannten die Weisen auch die Verheißung des göttlichen Menschensohnes in Daniel 7,14: „Ihm wurde Herrschaft und Ehre und Königtum gegeben, und alle Völker, Nationen und Sprachen dienten (anbeten) ihm. Seine Herrschaft ist eine ewige Herrschaft, die nicht vergeht, und sein Königtum so, dass es nicht zerstört wird.“

In Lukas 16,29 heißt es: „Sie haben Mose und die Propheten. Mögen sie die hören!“ Die Bibel ist eine Sammlung göttlicher Offenbarungen, die uns wertvolle Einsichten vermittelt.

Jesus der dritte König (Adventsimpuls 17) 

Schon die Weisen aus dem Morgenland bezeichneten ihn als König. In Jerusalem fragten sie: „Wo ist der König der Juden, der geboren worden ist?“ (Matthäus 2,2). Am Kreuz hing das Schild: „Jesus, der König der Juden“ (Matthäus 27,37). Er selbst sagte von sich: „Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden“ (Matthäus 28,18).

Dennoch lag er bei seiner Geburt arm in einer Krippe. Es gab keinen Glanz irdischen Reichtums. Die Geschenke der Weisen reichten für seine Familie gerade mal aus, um die Flucht vor Herodes dem Großen nach Ägypten zu finanzieren. Es ist schon bemerkenswert, dass Gott der kleinen Familie genau das zukommen ließ, was auf dem Markt überall als Zahlungs- und Tauschmittel eingesetzt werden konnte (Gold, Weihrauch, Myrrhe) und an einem kleinen Ort Platz fand.

Jesus trug keine Krone, zog kein Schwert, führte kein Kriegsheer an und gebrauchte keine Gewalt. Sein Reichtum kam von innen. Seine bloße Erscheinung, sein bloßes Wort hat eine Revolution in der Welt hervorgebracht, gegen die alle Revolutionen der Weltgeschichte verblassen. Sie zieht auch heute noch auf der ganzen Welt Kreise.

Nicht die mächtigen Herrscher bringen die Rettung (siehe Beitrag gestern), sondern derjenige, der sich schwach zeigt. In der Verwundbarkeit liegt eine besondere Stärke. Wer sich verwundbar zeigen kann, ist der eigentlich Starke.

Der zweite Herrscher (Adventsimpuls 16) 

Lukas 2,1:„Es geschah aber in jenen Tagen, dass eine Verordnung vom Kaiser Augustus ausging, den ganzen Erdkreis einzuschreiben.“

Gajus Julius Cäsar Octavianus (31 v. Chr. – 14 n. Chr.), auch Augustus genannt, war ein kluger Mann. Er gab sich bürgernah und riss gleichzeitig die höchste Gewalt an sich, die bisher nur dem römischen Volk zugesprochen worden war. Dennoch war er nicht glücklich. Seine Tochter Julia aus dritter Ehe führte ein lasterhaftes Leben. Er verbannte sie. Die Söhne seiner vierten Ehefrau brachten nur Unfrieden und Unheil in sein Haus.

Während der Zeit, in der Herodes der Große seine beiden Söhne erdrosseln ließ (um 7 v. Chr.), erwähnt Josephus, dass das jüdische Volk dem Kaiser Augustus einen Treueeid geschworen habe. 6000 Pharisäer verweigerten jedoch diesen Eid. Solche Treueeide waren mit Volkszählungen verbunden.

Herodes der Große hatte gute Verbindungen zum Kaiserhaus. Kaiser Augustus hatte ein gutes Verhältnis zu den Juden. Es gibt Inschriften und andere Texte, die Kaiser Augustus für seinen Frieden loben. Dort steht beispielsweise: „Er ist der Heiland/Retter für uns und alle kommenden Generationen.“ „Mit seiner Geburt beginnt das Evangelium (Freudenbotschaft) für die ganze Welt.“ Die Juden mussten zweimal am Tag im Tempel ein Opfer für den Kaiser und das römische Volk darbringen.

Als Augustus starb, fragte er seine Freunde: „Habe ich meine Rolle im Leben gut gespielt?“ Als sie dies bejahten, fuhr er fort: „Nun klatscht mir Beifall, denn meine Rolle ist jetzt ausgespielt!“ Er starb er am 18. August im Jahr 14 n. Chr. Deshalb wurde der Monat nach ihm benannt. Er war ein guter Schauspieler, doch der König, auf den die Menschheit wartete, war er keinesfalls.

Prediger 1,14 „Ich sah all die Taten, die unter der Sonne getan werden, und siehe, alles ist Nichtigkeit und ein Haschen nach Wind.“

Die „Heiligen Drei Könige“– drei Worte, – drei Irrtümer (Adventsimpuls 15) 

Erstens waren sie keine „Heiligen“, sondern ganz normale Menschen. Zweitens weiß niemand, ob sie zu dritt kamen. Es könnten ebenso gut zwei oder beliebig viele gewesen sein. Nur die Anzahl der Geschenke ist bekannt. Und drittens waren es keine Könige, sondern Gelehrte und Sterndeuter.

Dennoch kommen in der Weihnachtsgeschichte drei Könige vor.

Herodes ist der erste. Kein anderer König in Israel außer Salomo verhalf dem Land zu solch einem wirtschaftlichem Aufschwung.

Doch wer gab ihm nur den Beinamen „der Große“? Groß war er im Lügen, im Heucheln, in Treulosigkeit, in Wortbrüchigkeit und im Vergießen von Blut. Die Zahl seiner Opfer während seiner langen Regierungszeit ist unüberschaubar. Auch seine Frau Mariamne und seine eigenen Söhne zählten dazu. Selbst auf seinem Sterbebett befahl er die Hinrichtung Unschuldiger, damit bei seinem Tod wenigstens jemand weinen würde.

König Salomo schrieb in Sprüche 4,18-19: „Aber der Pfad der Gerechten ist wie das glänzende Morgenlicht, heller und heller erstrahlt es bis zur Tageshöhe. Der Weg der Gottlosen ist wie das Dunkel; sie erkennen nicht, worüber sie stürzen.“

Jesus kommt als Licht in die Welt, und der Schreckenskönig fällt. Licht verdrängt die Finsternis.

Gott erwählt Betrübte (Adventsimpuls 13)

In Lukas 1,28-30 sagt der Engel Gabriel zu Maria: „Sei gegrüßt, Begnadete! Der Herr ist mit dir. … Fürchte dich nicht, Maria! Denn du hast Gnade bei Gott gefunden.“

In Marias Sprache war es wohl ein Schalom (Friede dir). Gott hat dich erwählt. Der Herr ist mit dir. Fürchte dich nicht, du Betrübte. Gott ist dir gnädig.

Zunächst empfängt Maria eine Zusage Gottes. Ihr Name ist die griechische Form des hebräischen Namens Miriam, der übersetzt ‚Bitterkeit‘ oder ‚Betrübnis‘ bedeutet.

Hat sie diesen Namen erhalten, weil ihre Eltern einen Sohn erwarteten? Oder war ihre Mutter bei der Geburt gestorben und kurz darauf auch ihr Vater? Lebte sie bei Verwandten in Nazareth? Wir wissen es nicht.

Ein weiterer Bezug zu ihrem Namen entstand, als Simeon im Tempel ihr das Leiden um ihren neugeborenen Sohn Jesus ankündigte: „Deine eigene Seele wird ein Schwert durchdringen“ (Lukas 2,35).

Wäre die Geschichte von Jesu Geburt erfunden, gäbe es darin nicht so viele offene Fragen und unerklärliche Zusammenhänge.

Ausgerechnet mit einer jungen Frau, die in Schwierigkeiten aufwächst, will Gott Geschichte schreiben. Die Botschaft lautet: Wie schwer dein Leben auch sein mag, Gott schaut auf dein Herz, nicht auf deine Umstände (1.Samuel 16,7).

Ein Licht zu Weg des Friedens (Adventsimpuls 12) 

Als Zacharias der jüdische Priester bei der Beschneidung und Namensgebung von seinem Sohn Johannes dem Täufer wieder die Stimme zurück erhielt, beschrieb er die Bestimmung der beiden Kinder (ab Lukas 1,76).

Johannes ist der Wegbereiter für das göttliche Licht, das die Menschen im Dunkeln besucht, um sie auf den Weg des Friedens zu lenken.

Du, Kind, wirst ein Prophet des Höchsten genannt werden; denn du wirst vor dem Angesicht des Herrn hergehen, seine Wege zu bereiten, um seinem Volk Erkenntnis des Heils zu geben in Vergebung ihrer Sünden, durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes, mit der uns der Aufgang aus der Höhe besuchen wird, um denen zu leuchten, die in Finsternis und Todesschatten sitzen, und unsere Füße zu richten auf den Weg des Friedens (Lukas 1,76-79).

Warum reiste Maria nach Bethlehem? (Adventsimpuls 11) 

Warum hat Josef die hochschwangere Maria nach Bethlehem mitgenommen? Er hätte sich doch auch allein in die Steuerliste eintragen können.

Ein möglicher Grund könnte sein, dass Maria eine Erbtochter war (4.Mose 27,8 / 4. Mose 36,8). Das heißt, Maria hätte keine Brüder gehabt und wäre die Besitzerin eines Familiengrundstückes gewesen. Vielleicht gaben die Eltern der Tochter den Namen Bitterkeit, weil der erhoffte Sohn ausblieb.

Nach dem Gesetz durften die Juden ihre Familiengrundstücke (bis auf ein Stadthaus) nicht verkaufen, sondern höchstens eine Zeit lang verpachten (3.Mose 25,23-28). Im Erlassjahr erhielt die Familie ihr Eigentum zurück.

Es scheint, dass Maria als Erbtochter an einem solchen Familienbesitz beteiligt war. In diesem Fall wurde Josef zum Stammbaum hinzugefügt, was auch sein Name (hinzugefügt) bedeutet.

Der Mann einer Erbtochter musste sich in das Geschlecht ihres Vaters einschreiben lassen und bekam dadurch zwei „Väter“. Denn die Linie einer Familie soll weitergehen (5.Mose 25,5-10 / Nehemia 7,63). Der Stammbaum von Matthäus würde dann die natürliche Linie von Josef beschreiben und der von Lukas die eingeheiratete Linie über die biologische Familie von Maria, welche ebenfalls von König David abstammt.

Maria und Josef waren dann gemeinsam für das Haus verantwortlich. So zog Josef mit seiner schwangeren Frau Maria nach Bethlehem.

Wann genau wurde Jesus geboren? (Adventsimpuls 10) 

Die Bibel nennt uns das genaue Datum nicht. Der 25. Dezember als Tag, an dem wir heute Weihnachten feiern, wurde im Jahr 354 vom römischen Schreiber Furius Dionysius Filocalus festgelegt. Die Kirche hat die Geburt Jesu jedoch nicht immer an Weihnachten gefeiert. Im Laufe der Kirchengeschichte gab es verschiedene Auffassungen. Eine davon hielt an der Geburt Jesu im März (zu Pessach / Ostern) fest.

Es gibt verschiedene Hinweise zum möglichen Datum. Herodes hat bei der Geburt von Jesus noch gelebt. Er starb im Jahr 4 v. Chr. Die Weisen aus dem Osten sahen den königlichen Stern. Geht man von einer Sternenkonstellation aus, dann war dies im Frühling des Jahres 7 v. Chr. (siehe obrist-impulse.net/stern-von-bethlehem).

Die Hirten auf den Feldern deuten auf das Ende der Vegetationsperiode hin. Nach der Ernte der armen Bevölkerung konnten die Kleintiere noch den Rest abfressen. Nach dem Passahfest im Frühjahr beginnt die Trockenzeit. Es ist also die Zeit des Abgrasens.

Einige weisen darauf hin, dass Zacharias zur Abteilung von Abija gehörte. Das war die achte der vierundzwanzig Abteilungen, mit denen David den Priesterdienst organisierte (1.Chronik 24,3). Somit wird vermutet, dass Jesus im Herbst geboren wurde, da das religiöse jüdische Jahr mit Pessach beginnt und Jesus ein halbes Jahr nach Johannes geboren wurde.

Doch Esra stellte die Abteilungen der Priester und Leviten nach der Rückkehr aus der babylonischen Gefangenschaft am 1. Tischri wieder her (Esra 6,18). Seit dieser Zeit beginnt das jüdische Jahr nicht mehr im Frühjahr, sondern im Herbst mit Rosch HaSchana am 1.Tischri. Der Dienst dauerte eine Woche und begann am Schabbat (2.Chronik 23,8).

Auf diese Weise kam jede Abteilung zwei- bis dreimal im Jahr zum Einsatz. Pro Jahr wurden 50,5 Gruppen benötigt, im Schaltjahr etwa 55.

Aus der babylonischen Gefangenschaft kehrten jedoch nur vier Abteilungen zurück. Sie wurden wieder in vierundzwanzig Abteilungen eingeteilt und die früheren Namen der Abteilungen wurden wiederhergestellt. Unklar ist, mit welcher Abteilung Esra im Herbst begann. Die Angabe «Abteilung Abijas» bezieht sich somit auf die Zugehörigkeit zur Priestergruppe. Aber daraus lässt sich kein genauer Zeitpunkt im Jahr ableiten.

Am 25. Dezember erinnern wir uns an die Geburt von Jesu als Licht der Welt. Der dunkelste Punkt auf der nördlichen Halbkugel ist vorbei und es wird immer heller. Jesus wurde wahrscheinlich im Frühjahr 7 v. Chr. geboren.

Ermutigt auf dem Weg (9. Adventsimpuls) 

Die zweite Person, der die kleine Familie im Tempel begegnet, ist Hanna. Ihr Name bedeutet „Gott ist gnädig.“ Ihr Leben spricht jedoch eine andere Sprache. Nach nur sieben Jahren Ehe wurde sie Witwe. Jetzt ist sie 84 Jahre alt.

Anstatt am Leben zu verzweifeln und bitter zu werden, vertraut sie Gott und legt ihr Leben und ihre Zukunft in seine Hände. Ihr Leben ist geprägt von der Sehnsucht nach Jesus.

Hanna richtet Menschen auf, indem sie Anteil nimmt, von Gott spricht und anderen hilft, den Blick von sich wegzulenken, indem sie Gott dankt und ihn preist.

«Sie trat zur selben Stunde herbei, lobte Gott und redete von ihm zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten.» Lukas 2,38

Maria und Josef werden immer wieder ermutigt. Zunächst durch den Engel, dann durch Elisabeth, dann durch die Hirten, nun durch Simeon und Hanna und später durch die Gelehrten aus dem Osten.

Gott schickt uns Menschen über den Weg oder gebraucht uns, um andere zu ermutigen.

An Jesus offenbart sich unser Denken (Adventsimpuls 8) 

Simeon hat nicht nur für Jesus einen Segen. Er gibt Maria folgende Worte mit auf den Weg: „Siehe, dieser ist gesetzt zum Fall und Aufstehen vieler in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird 35 – aber auch deine eigene Seele wird ein Schwert durchdringen –, damit Überlegungen aus vielen Herzenoffenbar werden(Lukas 2,34-35).

Nach dem ersten Höhenflug folgt die nüchterne Landung: „Dein Kind wird zum Schicksal der Menschen werden.“ Entweder finden sie bei ihm Rettung (das ist die Bedeutung des Namens Jesus) oder sie zerschellen an ihrem eigenen Widerstand. „Du wirst großen Schmerz erfahren.“ Das ist eine Andeutung darauf, dass ihr Sohn vor ihr sterben wird. Am Kreuz offenbart sich das Denken der Menschen. Bis heute ärgern sich manche am Kreuz oder sie sehen darin die aufopfernde Liebe Gottes für uns Menschen.

Sehnsucht nach dem Messias (Adventsimpuls 7) 

Simeon bedeutet „Erfüllung“. Der Heilige Geist ruht auf ihm. Das bedeutet, dass er im Einklang mit Gott lebt und vertraut, dass Gott seine Versprechen erfüllt.

Gottes Anliegen sind auch seine. So sehnt er sich nach dem verheißenen Erlöser, dem Christus und Messias. Gott gab ihm die Gewissheit, dass er ihn noch vor seinem Tod sehen werde. Der Glaube des Simeon wird bis aufs Äußerste strapaziert. Seine Kräfte lassen nach. Doch eines hat er nicht verlernt: auf die leisen Hinweise von Gottes Geist zu achten. So geht er zum Tempel, und als er Maria und Josef mit Jesus sieht, weiß er: Das ist das verheißene Kind.

Er preist Gott und dankt ihm, dass er sein Wort hält. Er sagt: „Meine Augen haben dein Heil gesehen, 31 das du bereitet hast im Angesicht aller Völker: 32 ein Licht zur Offenbarung für die Nationen und zur Herrlichkeit deines Volkes Israel.“ (Lukas 2,30-32)

Damit nimmt er Bezug auf Jesaja 49,6, wo steht: „Es ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, um die Stämme Jakobs aufzurichten und die Bewahrten Israels zurückzubringen. So mache ich dich auch zum Licht der Nationen, dass meine Rettung reicht bis an die Enden der Erde.“

Das ist eine kontrastreiche Situation. Simeon spricht vom hocherhabenen König und Retter, doch vor ihm steht ein armes Ehepaar, das nicht einmal das Geld für die ordentlichen jüdischen Opfer aufbringen kann.

Simeon hat den besonderen Blick, mit dem er nicht das sieht, was vor Augen ist, sondern was auf dem Herzen Gottes liegt. Das Prinzip der Hoffnung besteht darin, in einem Menschen bereits das zu erkennen, was Gott aus ihm machen kannhttps://vivakirche-ebnat-kappel.ch/sehnsucht-nach-dem-messias

Der Name Jesus (Adventsimpuls 6) 

Im Traum sagte der Engel zu Josef: «Sie (Maria) wird einen Sohn gebären, und du sollst seinen Namen Jesus nennen, denn er wird sein Volk retten von seinen Sünden» (Matthäus 1,21).

Jesus (hebräisch Jeschua) bedeutet Retter (auch Heiland), abgeleitet vom hebräischen Wort Jeschuah, das mit Rettung (Heil) übersetzt wird.

Der Prophet Zefanja schreibt: «Der HERR, dein Gott, ist in deiner Mitte, ein Held, der rettet; er freut sich über dich in Fröhlichkeit, er schweigt in seiner Liebe, er jauchzt über dich mit Jubel» (Zefanja 3,17).

Der Engel sagt zu den Hirten auf dem Feld: «Euch ist heute ein Retter (Jeschua / Jesus) geboren, der ist Christus, der Herr, in Davids Stadt» (Lukas 2,11).

Simon sagt zu Maria und Josef: «Denn meine Augen haben deine Rettung (Heil) gesehen» (Lukas 2,30)

Petrus sagt: «Im Namen Jesu Christi, des Nazoräers … Es ist in keinem anderen das Heil; denn auch kein anderer Name unter dem Himmel ist den Menschen gegeben, in dem wir gerettet werden müssen» (Apostelgeschichte 4,10-12)

Viele Menschen haben durch Jesus (Jeschua) Rettung und neue Lebensfreude erfahren (Zefanja 3,17).

Jesus hat sich selbst als Menschensohn bezeichnet. (Adventsimpuls 5) 

In Daniel 7,13-14 heißt es: „Ich schaute in Visionen der Nacht: Und siehe, mit den Wolken des Himmels kam einer wie der Sohn eines Menschen. … 14 Und ihm wurde Herrschaft und Ehre und Königtum gegeben, und alle Völker, Nationen und Sprachen dienten ihm. Seine Herrschaft ist eine ewige Herrschaft, die nicht vergeht, und sein Königtum so, dass es nicht zerstört wird.»

Indem Jesus sich als Menschensohn bezeichnet, stellt er einen Bezug zu Daniel 7,13-14 her. Der Menschensohn aus dem Himmel kommt auf diese Erde und wird von den Menschen angebetet.

Das aramäische Wort, das hinter dem ‚dienen‘ steht, wird im gesamten Buch Daniel im Zusammenhang mit ‚anbeten‘ verwendet. Ein Beispiel ist in Daniel 3,18, als die Freunde Daniels das Standbild Nebukadnezars nicht anbeten.

Mit dem Ausdruck Menschensohn sagt Jesus, er ist der verheißene Messias, der vom Himmel her gesandt wurde, um das Reich Gottes zu errichten und angebetet zu werden.

In Matthäus 2,11 heißt es über die Weisen aus dem Osten: «Als sie in das Haus gekommen waren, sahen sie das Kind mit Maria, seiner Mutter, und sie fielen nieder und huldigten ihmDas Wort hinter «huldigen» ist proskyneo (προσκυνέω) und bedeutet anbeten oder sich niederwerfen. Kannten die Weisen die Verheißung vom Menschensohn in Daniel 7,14? Daniel war ein Prophet in Babylon, welches im Osten liegt.

Jesus sagt mit verschiedenen Bildern und Handlungen, dass er zugleich Gott ist. Er lässt auch zu, dass sich Leute sich vor ihm niederwerfen. Das ist sonst in der Bibel nur Gott vorbehalten.

Paulus schreibt in 1.Korinther 1,2: «Allen, die an jedem Ort den Namen unseres Herrn Jesus Christus anrufen, ihres und unseres Herrn Die Anbetung Jesu als Herrn ist der zentrale Punkt des christlichen Glaubens.

In Jesus begegnet uns der unsichtbare Gott. In ihm hat er sich den Menschen durch alle Zeiten hindurch offenbart.

Die Herausforderung besteht darin, dass Gott nicht nur in Menschengestalt erschienen ist, sondern als Mensch geboren wurde.

Jesus, der eingeborene Sohn (Adventsimpuls 4) 

Die Geburt Jesu ist verwirrend. Wie kann Jesus schon zuvor existieren und als Kind geboren werden? In Johannes 1,14 heißt es: „Das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns. In Johannes 16,28 sagt Jesus: „Ich bin von dem Vater ausgegangen und in die Welt gekommen; wieder verlasse ich die Welt und gehe zum Vater.“

Nach dem Koran kann Jesus (Isa) nach seiner Geburt sofort sprechen. Im christlichen Bericht hingegen muss Jesus alles lernen. So heißt es in Lukas 2,52: „Und Jesus nahm zu an Weisheit und Alter und Gunst bei Gott und Menschen.“

In Johannes 7,27 sagten die Schriftgelehrten: „Diesen (Jesus) aber kennen wir, woher er ist; wenn aber der Christus kommt, so weiß niemand, woher er ist.Jesus erwiderte später (Johannes 8,58): „Ehe Abraham war, bin ich.“ Er ist fortwährend existent.

Kann Gott JHWH zugleich an unterschiedlichen Orten in unterschiedlichen Formen gegenwärtig sein? In 1.Mose 19,24 ist Gott JHWH sowohl auf der Erde gegenwärtig und zugleich im Himmel.

Kann Gott sich in Jesus auf menschliche Möglichkeiten beschränken? In Philipper 2,5-7 schreibt Paulus: „Habt diese Gesinnung in euch, die auch in Christus Jesus war, 6 der in Gestalt Gottes war und es nicht für einen Raub hielt, Gott gleich zu sein. 7 Aber er entäußerte sich und nahm Knechtsgestalt an, indem er den Menschen gleich geworden ist, und der Gestalt nach wie ein Mensch befunden.“

Letztlich kann man dieses Wunder, dass Gott JHWH uns in Jesus besucht, nicht menschlich erklären, sondern nur im Glauben annehmen. Jesus sagte in Johannes 14,11: Glaubt mir, dass ich in dem Vater bin und der Vater in mir ist; wenn aber nicht, so glaubt um der Werke selbst willen!“

In Jesus will Gott das Menschsein selbst erleben und erleiden und aufzeigen, wie Menschen in Gemeinschaft mit dem himmlischen Vater leben können.

Jesus ist nicht vergöttlicht worden, sondern in ihm ist Gott Mensch geworden. Er weiß aus eigener Erfahrung, wie es uns ergeht.

Empfangen durch den Heiligen Geist (Adventsimpuls 3) 

Als der Engel Gabriel Maria die Geburt eines Sohnes ankündete, fragte sie: «Wie wird dies zugehen, da ich von keinem Mann weiß?» (Lukas 1,34).

Die Antwort lautete: «Der Heilige Geist wird über dich kommen.» Und in Vers 37 heißt es: «Denn kein Wort, das von Gott kommt, wird kraftlos sein (Gott ist nichts unmöglich). Es ist ein Verweis auf die Worte an die unfruchtbare Sara, bevor sie Isaak empfangen hatte (1.Mose 18,14).

Maria ist keine naive junge Frau. Sie weiß um die Bedeutung der Worte. In 1.Mose 18 wird uns eine radikale Darstellung der Menschwerdung Gottes vor Augen geführt: Gott JHWH und zwei Engel essen als reale Menschen die Speisen, die Abraham zubereitet hat.

In Psalm 2,7 heißt es: «Mein Sohn bist du, ich habe dich heute gezeugt Die Rabbiner beziehen diesen Vers auf den Messias. Der Retter wird demnach von Gott gezeugt und nicht geschaffen. Bei einer Zeugung verschmelzen die Eigenschaften von zwei Personen zu einer. Das ist der Unterschied zur Schöpfung. Gott ist nichts unmöglich.

Geboren von der Jungfrau Maria (Adventsimpuls 2) 

So steht es im apostolischen Glaubensbekenntnis.

In Jesaja 7,14 heißt es: „Darum wird der Herr selbst euch ein Zeichen geben: Siehe, die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären und wird seinen Namen Immanuel nennen.“

„Immanuel“ bedeutet „Gott mit uns“. Einige behaupten, diese Aussage in Jesaja 7,14 beziehe sich nur auf die Zeit des Königs Ahas. Und das Wort „almah“, welches mit „Jungfrau“ übersetzt wird, bedeute einfach „junge Frau“. Das Wort „almah“ wird in der Bibel jedoch nie für eine Frau verwendet, die nicht auch Jungfrau ist. Almah ist in der Bibel eine Frau, die nie verheiratet war und keine Kinder hatte.

Bei der griechischen Übersetzung der jüdischen Bibel, der Septuaginta (LXX), übersetzten die jüdischen Gelehrten das Wort etwa 250 v. Chr. mit „Jungfrau“. Für sie war es klar, dass es sich um eine Jungfrau handeln musste, damit es ein Zeichen Gottes sein konnte. Denn dass eine junge Frau ein Kind zur Welt bringt, ist nichts Außergewöhnliches, das speziell erwähnt werden müsste.

Nach Matthäus 1,25 war Maria bis zur Geburt eine Jungfrau. „Er (Josef) erkannte sie nicht, bis sie einen Sohn geboren hatte; und er nannte seinen Namen Jesus.“ Die Bezeichnung „erkennen“ wird in der Bibel als Umschreibung für den ehelichen Verkehr verwendet.

Eine Jungfrauengeburt widerspricht den Gesetzen der Natur und ist deshalb ein Wunder. Die einzige mögliche Deutung ist somit, dass die Zeugung nicht menschlich, sondern göttlich war.

Gott wurde Mensch (Adventsimpuls 1)  

Dass Gott in menschlicher Gestalt erscheinen kann, können wir uns noch vorstellen. Doch dass Gott als Kind geboren wird, scheint unvorstellbar.

Jesaja sagt in Kapitel 9 Vers 5: «Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und man nennt seinen Namen: Wunderbarer Ratgeber, starker Gott, Vater der Ewigkeit, Fürst des Friedens.»

Diese Titel sind in der jüdischen Bibel ausschließlich Gott vorbehalten. Der Text lässt somit keine andere Deutung zu, als dass ein Kind geboren wird, das mit Gott in Verbindung gebracht wird. Jesus sagte: «Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen» (Johannes 14,9). Jesus repräsentiert den himmlischen Vater.

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