Purim – Das Ende des Antisemitismus

Angesichts der wieder aufkeimenden Formen des Antisemitismus fragen wir uns immer wieder: Wird das alles irgendwann ein Ende haben?

„Seit 1979 ruft das iranische Regime zur Zerstörung der USA auf. Es ruft auch zur Zerstörung Israels auf, weil es im Weg steht, die USA zu zerstören.“

Im Jahr 2040 stoppt eine öffentlich aufgestellte Uhr in Teheran. Bis dann soll sich Ali Khameneis Prophezeiung vom Untergang Israels erfüllt haben.

Purim wird in diesem Jahr (2026) vom Montagabend, dem 2. März, bis Dienstagabend, dem 3. März, gefeiert. Es fällt mitten in die Zeit, in der die USA und Israel die Waffenfähigkeit des Irans einschränken wollen.

Gestern sagte Premierminister Benjamin Netanjahu: Seit 47 Jahren ruft das Ayatollah-Regime ‚Tod für Israel‘, ‚Tod für Amerika‘. Es hat unser Blut vergossen, viele Amerikaner getötet und sein eigenes Volk massakriert. Dieses mörderische terroristische Regime darf nicht mit Atomwaffen ausgestattet werden, die es ihm ermöglichen würden, die gesamte Menschheit zu bedrohen.“ 

Iranische Raketen haben bereits eine Reichweite bis nach Europa. Zukünftige atomare Sprengköpfe des Iran in Kombination mit Langstreckenraketen stellen eine direkte Bedrohung für die ganze Welt dar.

IRGC-General Hossein Daghighi sagte: „Wenn die USA den Iran angreifen, werden wir zuerst Israel angreifen.“

Die höchste Bestimmung des IRGC ist es, die Rückkehr des Mahdi, des islamischen Messias, vorzubereiten. IRGC steht nicht für „Iranische Revolution Garde Einheit“, sondern für „Islamische Revolution Garde Einheit“ (Islamic Revolution Guards Corps). Sie kämpfen nicht für den Iran, sondern für den (schiitischen) Islam.

Einige iranische Meinungsmacher behaupten, dass ein globaler Konflikt, einschließlich der Konfrontation mit Israel, als Katalysator für die Ankunft des Mahdis dienen könnte. Hier treffen unterschiedliche Endzeiterwartungen aufeinander. (Hintergrundinformationen gibt es auf der Webseite obrist-impulse.net oder im E-Mail.)

In Hosea 2,20 heißt es: „Ich schließe für sie an jenem Tag einen Bund … Bogen und Schwert und Krieg zerbreche ich und entferne sie aus dem Land. Und ich lasse sie in Sicherheit wohnen.“

Die Bibel spricht von einer Zeit, in der die Verfolgung des jüdischen Volkes ein Ende haben und alle in Ruhe wohnen werden.

Seit über 3500 Jahren steht das jüdische Volk immer wieder unter Druck. Bis heute hat es noch keine Zeit gegeben, in der die Schwerter zu Pflugscharen wurden, wie es in Micha 4,3 verheißen ist: „Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Speere zu Winzermessern. Nicht mehr wird Nation gegen Nation das Schwert erheben, und sie werden das Kriegführen nicht mehr lernen.“ Das haben wir bis jetzt noch nicht erlebt.

Was hat das alles mit Purim zu tun?

Purim ist das Fest, das an den Sieg Gottes über die beschlossene Ausrottung des jüdischen Volkes erinnert. Haman, ein persischer Vizekanzler, wollte aufgrund persönlicher Konflikte mit dem Juden Mordechai das gesamte jüdische Volk vernichten (Ester 3,9). Nach dem geworfenen Los (persisch Pur) wurde der 13. Adar dafür bestimmt. Der König Ahasveros war jedoch mit der Jüdin Hadassa, der Nichte von Mordechai, verheiratet. Ester, so ihr persischer Name, war von besonderer Schönheit. Sie sagte: Wie könnte ich das Unheil mit ansehen, das mein Volk treffen wird? (Ester 8,6). Sie fasste all ihren Mut zusammen, fastete und trat entgegen allen gesellschaftlichen Regeln dem König entgegen. Sie verriet ihm, dass auch sie Jüdin sei. So nahm die Geschichte eine unverhoffte Wendung (siehe das Buch Ester in der Bibel oder das Video).

Das Spannende am Buch Ester ist, dass Gott kein einziges Mal erwähnt wird, er aber als der Handelnde wahrgenommen wird. Das Volk fastete mit Königin Ester, und Gott wendete das Blatt und schenkte Gunst.

Zur Erinnerung an diese Wende wird heute am 14. bzw. 15. Adar Purim gefeiert. Der 15. Adar wird nur in befestigten Städten gefeiert. In einem jüdischen Schaltjahr wird Purim zweimal gefeiert, wobei das erste Fest bescheidener ausfällt. In Erinnerung an Esters Geschichte, geht dem Fest das sogenannte „Fasten der Ester” voraus. Durch den mutigen Einsatz von Ester und den Gebeten ihres Volkes konnte der Völkermord verhindert werden.

Die Not des jüdischen Volkes verwandelte sich in Freude, weshalb Purim ein sehr fröhliches Fest ist. Die Menschen beschenken einander (Ester 9,22), essen viele süße Speisen und verkleiden sich, um ihre Freude darüber auszudrücken, dass Gott sein Volk verschont hat. Ester hatte zunächst ihre Herkunft verborgen und sich „verkleidet”. Heute interpretieren einige Juden dies so, dass man an diesem Tag jemand anderes oder sich selbst sein darf.

An Purim neckt man sich mit Ratschen und anderen quietschenden oder pfeifenden Spielzeugen. Während in den Synagogen die Geschichte von Esther erzählt wird, wird immer, wenn der Name Haman fällt, Lärm gemacht.

Zum Brauchtum der Purimtage gehört es auch, ein süßes Gebäck zu backen: die sogenannten „Haman-Taschen” oder „Haman-Ohren”. Damit alle das Fest fröhlich feiern können, werden auch die Armen mit Gaben bedacht.

Warum wollte man die Juden immer wieder ausrotten?
Wo immer jüdische Menschen unter fremden Völkern leben mussten, konnten und wollten sie sich nicht anpassen, geschweige denn fremde Glaubens- und Weltvorstellungen übernehmen. Die Verweigerung der Assimilation ließen Juden fremd unter den Völkern sein (Ester 3,8). Von Ägypten angefangen bis auf diesen Tag ist dies so geblieben. Die Bezeichnung und die Motive für die Ablehnung des jüdischen Volkes haben sich in der Geschichte immer wieder geändert. Die Folgen für den einzelnen Juden blieben allerdings gleich: Ausgrenzung und Verfolgung.

Auch heute erlebt der Antisemitismus eine Renaissance. Warum werden Juden wegen ihrer Herkunft und nicht aufgrund von Taten gehasst?

Eine mögliche Erklärung ist, dass sie uns allein durch ihre Existenz daran erinnern, dass es einen Gott gibt. Und diesen Gott will man nicht – also versucht man, sie auszulöschen. In letzter Zeit macht ein Plakat die Runde, auf dem steht, dass man Juden in den Papierkorb oder ins Meer werfen soll. Heute flammt im Westen ein neu geprägter Antisemitismus auf.

Andere Motive sind: Angst vor dem Fremden, Verlust eines ehemals muslimischen Gebietes an den westlich geprägten jüdischen Staat, Stigmatisierung des jüdischen Volkes und die einseitige Betonung der Menschenrechte.

Selbst gut gemeinte christliche Aktionen können problematisch werden. So kann aus Philosemitismus Antisemitismus werden. Dies ist der Fall, wenn die jeweilige Endzeiterwartung jüdische Menschen in ein Schema presst und sie unter Druck setzt, nach Israel auszuwandern. In Israel wird die Liebe mancher Nichtjuden zu Israel sogar als Fortsetzung des Holocausts gedeutet. Ihrer Meinung nach wollen die Christen alle Juden nach Israel bringen, damit Jesus wiederkommt, sie zum Christentum bekehrt und das Judentum somit ausgelöscht wird.

Doch auch innerhalb des Judentums gibt es Ausgrenzung. So immigrieren Menschen als Juden nach Israel und werden dort dann als Nichtjuden betrachtet. Die Diskussion, wer jüdisch ist, hat bis heute kein Ende genommen. Ist es die jüdische Mutter, wie es die Rabbiner sagen, der jüdische Vater, wie es der Tenach (Altes Testament) beschreibt, oder reicht ein jüdischer Großelternteil gemäß dem Einwanderungsgesetz nach den Nürnberger Rassengesetzen?

Purim ist das Fest der Toleranz. Können wir einander akzeptieren, auch wenn wir nicht gleich aussehen und andere Bräuche pflegen? Oder grenzen wir einander aus und wollen nichts miteinander zu tun haben?

Am ersten Purim erhielten die Juden von den Nichtjuden Geschenke. Mit dem Schenken kleiner Süßigkeiten bringen wir zum Ausdruck: Wir nehmen Anteil an eurer Geschichte und euren Traditionen. Wir wünschen uns von Herzen, dass die Ausgrenzung von Menschen aufgrund ihrer Herkunft und Andersartigkeit ein Ende nimmt. Wir hoffen und beten, dass die Verheißung eines Endes aller Verfolgung bald in Erfüllung geht.

Purim ist das letzte jüdische Fest im Jahreskreis. Es weist auf eine Friedenszeit hin, in der Juden nicht mehr um ihr Leben fürchten müssen.

Für uns als Christen ist dieses Fest eine Erinnerung daran, dass Gott zu seinem Wort steht.

Wir bedenken, dass auch gegen uns Hass entstehen kann. Nicht wegen uns, sondern wegen „Christus in uns“. Wir müssen einfach darauf achten, dass der Anstoß bei „Christus in uns“ bleibt und nicht ein empathieloses Verhalten wie ein Elefant im Porzellanladen.

Als Christen sind wir aufgefordert, jüdische Menschen als von Gott geliebte Menschen zu sehen, die nicht aufgrund ihrer Herkunft verworfen sind. Leider haben wir als Christen in der Geschichte nicht immer gute Spuren hinterlassen. Spannend ist, dass asiatische Christen einen ganz anderen Zugang zu Juden haben, weil die Geschichte nicht im Weg steht. Wenn sie den Gott Israels lieben, besteht keine Gefahr der „Wiedergutmachung“ für die Vergangenheit. Manchmal wird es auch positiv aufgenommen, wenn Täterstaaten Juden wohlwollend begegnen.

Jesus sagte in Johannes 15,20: „Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen“.

Zugleich sind wir durch Jesaja 65,17 ermutigt: „Denn siehe, ich schaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde. Und an das Frühere wird man nicht mehr denken, und es wird nicht mehr in den Sinn kommen.“

Gott wendet trotz unseres Unvermögens alles zum Guten.

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