Nächster sein

Ein Gesetzeslehrer fragt Jesus: „Was ist der Schlüssel zum ewigen Leben?“

Auf die Gegenfrage, was im Gesetz stehe, antwortet er: „Liebe zu Gott und dem Nächsten.“ Das ist die Zusammenfassung des ersten Teils der Bibel. Jesus fasst das auch zweimal so zusammen (Markus 12,30 / Matthäus 22,37). Spannend ist, dass dies auch für jüdische Gelehrte klar war. Ewige Liebe ist der Fokus und nicht eine bestimmte Handlung.

Doch der Mann will sich gleich seiner Verantwortung entziehen. Er möchte den Minimumfaktor wissen. Er möchte wissen, was er tun muss.

Daraufhin erzählt Jesus das Gleichnis vom barmherzigen Samariter. Dabei geht es nicht in erster Linie um Krankenpflege, sondern um die Haltung gegenüber anderen Menschen. Nächster sein weiterlesen →

Freut euch mit mir

Es ist spannend, wie Menschen aus gegensätzlichen Hintergründen zu Jesus kommen. Doch die Schriftgelehrten ärgern sich über die Randständigen. Jesus fordert sie aber auf, sich mit ihm zu freuen und erzählt ihnen die Geschichte von einem Hirten, der seine 99 Schafe zurücklässt, um das eine verlorene Schaf zu suchen (Lukas 15,1-7). Gemäß Jesus liegt der Fokus im Reich Gottes darin, Menschen zurück zu Gott zu bringen. Freut euch mit mir weiterlesen →

Heilung bedeutet nicht Heil

Die Begegnung von Jesus mit einem Kranken am Teich Betesda in Jerusalem zeigt, dass Heilung nicht automatisch Heil (Errettung) bedeutet und in eine Beziehung zum Heiland (Retter) führt.

Betesda (Beth Chesda) bedeutet „Haus der Gnade”. Die Anlage besteht aus großen, offenen Zisternen mit mehreren Säulenhallen und liegt nördlich des Tempelplatzes. Es ist ein Ort, an dem es nicht so heiß ist und an dem man Leute trifft, die Wasser holen oder etwas waschen wollen. Hier sitzen auch Bettler, die sich von den Besuchern etwas erhoffen. Heilung bedeutet nicht Heil weiterlesen →

Meine Zeit steht in deinen Händen

Psalm 31,16: „Meine Zeit steht in deinen Händen.“

Was bewegt mich, wenn du diesen Vers hörst?

Im Kontext heißt es:

„13 Ich … bin geworden wie ein zerbrochenes Gefäß. 14 Denn ich höre, wie viele mich verleumden: … Sie … trachten danach, mir das Leben zu nehmen. 15 Ich aber, HERR, hoffe auf dich und spreche: Du bist mein Gott! 16 Meine Zeit steht in deinen Händen. Errette mich …. 17 Lass leuchten dein Antlitz über deinem Knecht; hilf mir durch deine Güte! …. 20 Wie groß ist deine Güte, HERR, die du bewahrt hast denen, die dich fürchten, und erweisest vor den Menschen denen, die auf dich trauen!“

David steckt in einer tiefen Krise. Er wird verfolgt, hat Angst, fühlt sich einsam und ist von Kräften bedrängt, die er nicht kontrollieren kann. Mitten in dieser Panik spricht David von einer anders getakteten Zeit. Er schlägt ein anderes Tempo an. Ein Tempo des Vertrauens. Er legt seine Zeit in Gottes Hände.

Auch wir kennen solche Zeiten, in denen uns alles entgleitet. „Ich bin wie ein zerbrochenes Gefäß. Ich höre, wie viele mich verleumden. Sie zerstören mein Leben.“

Wir haben die Bilder von der schrecklichen Flut in Nepal gesehen und fragen uns: Warum? Was hilft uns in solchen Situationen? David sagt: „Ich aber“ „Ich hoffe auf dich. Du bist mein Gott. Meine Zeit steht in deinen Händen.“

Das Wissen, dass Gott die Zeit in seiner Hand hält, nimmt den Druck, alles im Leben selbst kontrollieren und erklären zu müssen.

Was bedeutet „meine Zeit“?

Im Kontext meint es „meine Lebenszeit“. „Sie trachten danach, mir das Leben zu nehmen.“ Also nicht andere bestimmen, sondern Gott.

Das gilt für alle Lebenssituationen. Meine Zeit steht in deinen Händen weiterlesen →

Gott sucht Anbeter – Offenbarung 11

Offenbarung 11

Die Offenbarung entfaltet uns ein Bild von einem Gott, der die Menschen wachrütteln will. Wie beim Auszug aus Ägypten Mose und Aaron vor dem Pharao aufgetreten sind, berichtet uns Johannes von zwei Zeugen, die einen klaren letzten Ruf zur Umkehr proklamieren.

Auffällig ist, dass Johannes den Fokus auf die Menschen richten soll, die Gott anbeten. Die zweite Gruppe, die den Vorplatz des Tempels 3,5 Jahre zertretet, ist ein Bild für Menschen, die nicht die Sehnsucht nach der Gemeinschaft mit Gott in sich tragen. Gott sucht Anbeter – Offenbarung 11 weiterlesen →

Sonntagsgedanken Toggenburger Tagblatt – 25. Juli 2026

Regen ein Segen

In diesem Sommer wird uns bewusst, was für ein Segen Wasser ist. Ohne Regen schränkt sich unser Leben schnell ein.

In der Bibel wird Gott als die Quelle lebendigen Wassers bezeichnet. In Jeremia 17,13 heisst es: „Sie haben den HERRN, die Quelle lebendigen Wassers, verlassen.“ Jesus sagt in Johannes 7,37: „Wenn jemand dürstet, der komme zu mir und trinke.“

In Psalm 23 schreibt König David: „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquickt meine Seele.“ „Erquicken“ bedeutet „lebendig machen“, „erfrischen“ oder „beleben“. In einer anderen Bibelübersetzung steht: „Bei mir erholt ihr euch. Wenn ihr euch mir anvertraut, dann kommt Ruhe in euer Leben.“

Als Reiseleiter in Israel habe ich immer wieder mit eigenen Augen gesehen, wie die Auswirkungen von Wasser direkt sichtbar sind. Mit Wasser ist es grün und es gibt Leben. Wo nicht bewässert wird oder keine Quelle vorhanden ist, bleibt es lange Zeit braun. Und wer zu wenig trinkt, spürt schnell körperliche Auswirkungen.

Wie abhängig wir vom Regen sind, ist uns in der Schweiz oft nicht bewusst. Wasser ist für uns selbstverständlich. Vielleicht dient dieser Sommer dazu, uns bewusst zu machen, dass vieles in unserem Leben nicht selbstverständlich ist. Wir können nicht alles selbst herstellen und sind von Gott und einander abhängig. Das Gebet um Regen rückt wieder neu in den Fokus. Erst kürzlich sagte mir jemand, dass es in ihrer Jugend noch üblich war, um Regen zu beten.

Auch durch Lebensschicksale lernen wir: Unser Leben kann sich schnell verändern. Wer in Gott verankert ist, hat auch in trockenen und stürmischen Zeiten des Lebens einen Halt. Das gibt uns Zuversicht.

Monsignore Dr. Josef Hernoga vom Bistum Eichstätt schreibt: „Mit dem Tod und der Auferstehung Christi reicht Gott uns ein Seil der Hoffnung, an dem wir uns festhalten können.“

Hanspeter Obrist, Erwachsenenbildner und Pastor der Viva-Kirche Ebnat-Kappel