Schlagwort-Archiv: Jesus

Impulse zur Adventszeit

Das Zeichen der Krippe (Adventsimpuls 24)

Der Engel sagt in Lukas 2,12 zu den Hirten: „Dies sei euch das Zeichen: Ihr werdet ein Kind finden, in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegend.“

Was soll dieses Zeichen? Hätte der Engel zu den Hirten nur gesagt, der neue König sei geboren, dann hätten sie sich wohl kaum auf den Weg gemacht. Wer will schon als Hirte in einen Palast gehen? Das Zeichen von der Krippe zeigte ihnen an: Es sind einfache Leute wie wir. Der verheißene König ist, wie damals der König David, ein ganz normales jüdisches Kind.

Ein weiterer Punkt kommt durch den Zweck der Krippe zum Ausdruck: Jesus ist die himmlische Speise. Er ist das Brot des Himmels. Seine Worte sollen ein Teil von uns werden, so wie die Nahrung.

In Jesaja 1,3 heißt es: „Ein Rind kennt seinen Besitzer und ein Esel die Krippe seines Herrn. Israel aber hat keine Erkenntnis, mein Volk hat keine Einsicht.“ Das bedeutet jedoch nicht, wie später angenommen, dass Ochs und Esel an der Krippe standen, sondern dass sie wussten, wo sie gute Nahrung bekamen.

In Jeremia 15,16 heißt es: „Fanden sich Worte von dir, dann habe ich sie gegessen, und deine Worte waren mir zur Wonne und zur Freude meines Herzens.“ Jesus sagt in Johannes 6,35: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr dürsten.“

Die Krippe ist ein bedeutendes Zeichen dafür, dass Jesus die göttliche Nahrung für uns ist.

Unser Gott fährt nicht mit Glanz und Gloria ein. Er zwingt uns seine Wahrheit und seine Gerechtigkeit nicht auf. Wer will, kann sich auf ihn einlassen und ihn empfangen.

Gott hat einen Weg gewählt, um uns werbend anzusprechen. Er zieht uns mit dieser wehrlosen und auch entwaffnenden Liebe an. Wenn wir die Einfachheit Jesu in der Krippe sehen, dann fällt auch unsere Selbstüberschätzung weg und wir gehen demütig zu ihm.

Paul Gerhardt bringt das im letzten Vers seines Liedes: „Ich steh an deiner Krippe hier“ so zum Ausdruck: „So lass mich doch dein Kripplein sein; komm, komm und lege bei mir ein – dich und all deine Freuden.“

Präzise Voraussage (Adventsimpuls 23)  Impulse zur Adventszeit weiterlesen

Jesus nutzt die Chance von Chanukka

Das jüdische Lichterfest

Darf und soll man Weihnachten feiern? Weihnachten gehört schließlich nicht zu den von Gott gebotenen Festen. Wir kennen auch das genaue Geburtsdatum von Jesus nicht und Geburtstagsfeiern werden in der Bibel negativ dargestellt. Das sehen wir beim Bäcker des Pharaos (1.Mose 40,20-22) und bei Johannes dem Täufer, der am Geburtstagsfest hingerichtet wurde (Matthäus 14,6-8). Jeremia sagt sogar: Verflucht sei der Tag, an dem ich geboren bin; der Tag soll ungesegnet sein, an dem mich meine Mutter geboren hat!“ (Jeremia 20,14). Diese Aussage ist jedoch keine Lehraussage, sondern ein Ausdruck des Frustes, den Jeremia aufgrund des Widerstands erlebte.

Es gibt eine spannende Beobachtung. Juden feiern auch ein Lichterfest: Chanukka. Dieses Fest wird in der Bibel nicht geboten und trotzdem nimmt Jesus die Themen dieses Festes auf und nutzt sie, um die gute Nachricht zu erzählen. Jesus nutzt die Chance von Chanukka weiterlesen

Sehnsucht nach dem Messias

Alt werden mit Vision

Alte, reife Menschen sind etwas Kostbares. Sie leben nicht in der Vergangenheit, haben einen aufmerksamen Blick für ihre Mitmenschen, sehnen sich nach Jesus und verbreiten Hoffnung. Die Bibel berichtet von zwei alten Menschen, die am Rande der Gesellschaft, aber mitten im Zentrum des Weltgeschehens, stehen (Lukas 2,22-40).

Simeon bedeutet „Erfüllung“. Der Heilige Geist ruht auf ihm. Das bedeutet, dass er im Einklang mit Gott lebt und vertraut, dass Gott seine Versprechen erfüllt. Sehnsucht nach dem Messias weiterlesen

Der wahre König

Der letzte Sonntag vor dem ersten Advent ist der letzte Sonntag des Kirchenjahres. Die evangelischen Christen gedenken an diesem Tag der Toten. Katholiken machen dies am 2. November. Seit 1925 ist der letzte Sonntag des Kirchenjahres bei den Katholiken dem Christkönig gewidmet. Ein schönes Symbol: Am Schluss bleibt Christus als König.

Ist es noch zeitgemäß, Jesus als König zu proklamieren? Ist er nicht eher ein Rabbi, Philosoph, Kumpel, Freund, Berater oder ein Coach?

Wer ist Jesus für uns? Wir nennen ihn Jesus Christus. Dabei ist Christus nicht sein Nachname. Der Ausdruck bedeutet: Jesus ist der Christus. Christus kommt aus dem Griechischen und bedeutet Gesalbter. Im Hebräischen sagt man Messias. In der Bibel werden Könige, Priester und Propheten gesalbt.

Wer ist der eigentliche König in unserem Leben? Wer bestimmt, wo es lang geht? Manchmal sind es in einer Familie die Kinder. In einer Firma kann es ein Mitarbeiter sein. Es gibt immer wieder informelle Führer. Vielleicht sind es auch die Eltern, von denen man sich nicht gelöst hat, oder der Partner oder Freunde.

Wir in der Schweiz definieren uns gerade dadurch, dass wir keinen König haben. Wir denken, wir seien alle gleich. Spannend ist, dass sich Kirchgemeinden je nach politischem System anders organisieren. Der wahre König weiterlesen

Zwischen Vollmacht und Ohnmacht

Als Christen stehen wir zwischen vollmundigen Verheißungen und ohnmächtiger Hilflosigkeit. Vor mehr als 30 Jahren besuchte ich ein Seminar zum Thema Vollmacht und Ohnmacht. Seit diesem Zeitpunkt begleitet mich dieses Wortspiel.

Es sind vier Punkte, die mich bewegen: Vollmacht statt Ohnmacht – Ohnmacht trotz Vollmacht – Vollmacht durch Ohnmacht – Vollmacht zur Ohnmacht.   Zwischen Vollmacht und Ohnmacht weiterlesen

Sagt allezeit für alles Dank

Wir lassen uns inspirieren von Epheser 5,19-20: Ermuntert einander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen 20 und sagt Dank Gott, dem Vater, allezeit für alles, im Namen unseres Herrn Jesus Christus.“

Was fällt uns in diesen Versen auf?

Wir sollen einander ermutigen. Nicht alles, Sagt allezeit für alles Dank weiterlesen

Das Kamel und das Nadelöhr

Das Gleichnis mit dem Kamel und Nadelöhr in Matthäus 19,16-26 hat schon oft große Wellen geworfen. Ist es wirklich so unmöglich, dass ein Reicher ins Himmelreich kommt? Der Schlüssel liegt in dem Zusammenhang, in dem diese Geschichte steht.

Jesus sagt: „Leichter geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt“ (Vers 24). Was löst das Bild aus?

In Vers 25 steht: „Als die Jünger das hörten, gerieten sie ganz außer sich vor Schrecken und sagten: Wer kann dann noch gerettet werden?“ Einige Jünger hatten ein Familienunternehmen. Sie waren nicht arm. Beim Thema „Arm und Reich“ ist immer die Frage, mit wem ich mich vergleiche. Im Verhältnis zu den Superreichen ist jeder arm, doch im Verhältnis zu anderen Leuten sieht das wieder ganz anders aus.

Um bei diesem Bild vom Reichen, dem Kamel und dem Nadelöhr eine Lösung zu finden, machen einige das Kamel klein, andere das Nadelöhr groß und weitere fragen sich, wer wirklich zu den Reichen zählt.

Wie ging man in der Vergangenheit mit diesem Text um? Das Kamel und das Nadelöhr weiterlesen

Versöhnung durch das Kreuz

Der gekreuzigte Jesus erscheint weltfremd. In 1.Korinther 1,22-24 schreibt Paulus: „Während Juden Zeichen fordern und Griechen Weisheit suchen, 23 predigen wir Christus als gekreuzigt, für Juden ein Anstoß und für Nationen eine Torheit; 24 den Berufenen selbst aber, Juden wie Griechen, Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit.“

Die Botschaft vom Kreuz ist schwer einzuordnen. In christlichen Kreisen wird heute ganz neu darüber debattiert, wie das Kreuz zeitgemäß zu interpretieren ist. Versöhnung durch das Kreuz weiterlesen

Zur Ruhe kommen

In Matthäus 11,29-30 heißt es: Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen, und ich werde euch Ruhe geben. 30 Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, und ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen.“

Diese Verse fassen das Evangelium, die gute Nachricht von Jesus Christus, in wenigen Worten zusammen. Genauso wie es Johannes macht (Johannes 3,16).

Wen spricht Jesus an? Was sind Mühselige?

Menschen, die sich abmühen, die müde oder ausgepumpt sind. Vielleicht sind es auch Menschen, für die Religion eine Last ist, weil sie den Erwartungen nicht entsprechen. Zur Ruhe kommen weiterlesen