
Das Böse kann nur so viel Macht entfalten, wie Gott es zulässt. Gott setzt dem Bösen Grenzen.
Während der gesamten Menschheitsgeschichte hat Satan seinen tiefen Hass auf die Menschheit verborgen. Nun wird er offenbar. In Offenbarung 9,11 wird er als Verderber (Abgrund) und Anführer der zerstörerischen Mächte beschrieben.
Die Menschen, die sich nicht mit dem Lamm, sondern mit dem Engel des Verderbens verbunden haben, werden fünf Monate lang krank (Angstzustände, Muskelkrämpfe, Atembeschwerden). Sie wünschen den Tod herbei, können aber nicht sterben. Bei der sechsten Posaune stirbt dann ein Drittel der Menschheit.
Gott möchte, dass die Menschen die Wahrheit über Satan und sich selbst erkennen. Darum lässt er Satan Raum zum Wirken. Doch dieser Weckruf führt nicht zur Umkehr zu Gott. Die Menschen verharren in ihrer Auflehnung gegen Gott. Je stärker Gott eingreift, desto mehr zeigt sich der tiefsitzende Hass der Menschen gegen ihn. Durch die fünfte und sechste Posaune sollen die Menschen erkennen, was passiert, wenn Gott das Böse nicht mehr zurückhält. Die nun losgelassenen Kräfte kommen nicht aus dem Himmel, sondern sind von der Erde.
Auffallend ist, dass diese Mächte trotz ihrer unheimlichen Macht merkwürdig unfrei sind. Erst der Schall der Posaune lässt sie aufsteigen. Sie sind mit ihrem Anführer aus dem Himmel gefallen und müssen aus ihrer Gefangenschaft entlassen werden. Ihre „Macht“ ist klar begrenzt und beschränkt sich auf Menschen ohne das Siegel Gottes auf ihrer Stirn (Offenbarung 9,4). So wie auch die Israeliten in Ägypten von den Gerichten Gottes beschützt wurden (2.Mose 8–10), werden nun alle Menschen mit dem Siegel Gottes verschont. In all dem wird Gottes Überlegenheit deutlich (2.Mose 8,18–19).
Die Mächte, die am Euphrat losgelassen werden, symbolisieren die Mächte des Verderbens. Es geht um die Assyrer (erste Deportation), die Babylonier (zweite Deportation), die Meder (Göttliche Verehrung von Darius / Daniel 6 / Löwengrube) und die Perser (versuchter Genozid durch Haman im Buch Esther). Es sind also die Länder, die sich schon immer gegen die Erwählung des jüdischen Volkes durch Gott aufgelehnt haben. Sie befanden sich auf dem Gebiet entlang des Euphrats: Türkei (Meder), Syrien (Assyrien), Irak (Babylonier) und Iran (Perser). Auch heute geht von diesen Gegenden ein tiefer Hass gegen das jüdische Volk aus. Im Buch Daniel lesen wir, dass die Völker jeweils einem Engel (Fürst) unterstellt sind (Daniel 10,13). Durch Gottes Eingreifen werden wir vor zerstörerischen Kräften bewahrt – mehr als uns oft bewusst ist. Gott möchte möglichst viele Menschen für sein Reich gewinnen (2.Petrus 3,9).
In diesem offenen Konflikt wird das Geheimnis Gottes vollendet (Offenbarung 10,7). Paulus schreibt in Kolosser 1,24–27, dass das Geheimnis die Gemeinde aus allen Nationen ist.
Zunächst ist das göttliche Wort süß wie Honig. Zugleich werden wir in der Bedrängnis zu den Wesen geformt, die auf Gottes Hilfe bauen und in der Anbetung Gottes ihr Glück finden. Durch Jesus werden wir im Gegenwind vollendet.
Für die damaligen Zuhörer war das Bild der Heuschrecken für alle verständlich. Heuschrecken können innerhalb weniger Minuten die Arbeit mehrerer Jahre vernichten. Ebenso hinterlässt ein Kriegsheer große Zerstörung. Hier werden ausdrücklich keine Naturkatastrophen erwähnt. Es sind dämonische Mächte, die ihre verderbliche Macht durch Menschen entfalten. Mit Macht zerstören sie alles, was den Menschen bisher Halt gab. Es ist eine Welt ohne Gott, in der die Menschen vor Schmerzen vergehen, aber das Heil nicht mehr erfassen können. Die Pein einer letzten Sinnlosigkeit des Daseins schreit nach Erlösung durch den Tod. Aber die Menschen wollen nicht zu Gott umkehren (Offenbarung 9,20–21 / ebenso Offenbarung 16,9+11). Sie sind zwar sehr religiös, beten jedoch ihre eigenen Vorstellungen von Gott anstatt Gott selbst an. Wer sich immer wieder gegen Gott und seine Offenbarung durch die Bibel entscheidet, kann sich eines Tages nicht mehr auf ihn einlassen. So war es auch beim Pharao beim Auszug aus Ägypten: Zunächst wurde er durch seinen eigenen Entschluss und dann durch Gottes Wirken verstockt.
Die Plagen werden als Feuer, Rauch und Schwefel beschrieben. Alles Attribute für die teuflischen Mächte. Die Menschheit will sich nicht von ihrem gottlosen Treiben abwenden, das durch Mord, Zauberei, Unzucht und Diebstahl charakterisiert wird.
Die sieben Donner (Offenbarung 10,3–4) verkünden, wie Gott die Macht über die gesamte Welt (Offenbarung 10,5, Meer und Land) gewinnt und seinen Willen vollendet (Offenbarung 10,7). Die Verse 9–10 lassen vermuten, dass dies durch Bewährung und Mitleiden am Zustand der gefallenen Welt geschieht.
Die sieben Posaunen erinnern auch an den Weckruf vor Jericho. Sechs Tage lang wurden die Bewohner von Jericho umrundet – eine Möglichkeit zur Umkehr. Am siebten Tag, als der Posaunenschall ertönte, war die Gnade Gottes für sie zu Ende (Josua 6).
Das Böse hat Grenzen – Offenbarung 9–10
1 Und der fünfte Engel posaunte: Und ich sah einen Stern, der vom Himmel auf die Erde gefallen war; und es wurde ihm der Schlüssel zum Schlund des Abgrundes gegeben. 2 Und er öffnete den Schlund des Abgrundes; und ein Rauch stieg auf aus dem Schlund wie der Rauch eines großen Ofens, und die Sonne und die Luft wurden von dem Rauch des Schlundes verfinstert. 3 Und aus dem Rauch kamen Heuschrecken hervor auf die Erde, und es wurde ihnen Macht gegeben, wie die Skorpione der Erde Macht haben. 4 Und es wurde ihnen gesagt, dass sie nicht dem Gras der Erde, auch nicht irgendetwas Grünem, auch nicht irgendeinem Baum Schaden zufügen sollten, sondern den Menschen, die nicht das Siegel Gottes an den Stirnen haben. 5 Und es wurde ihnen der Befehl gegeben, dass sie sie nicht töteten, sondern dass sie fünf Monate gequält würden; und ihre Qual war die Qual eines Skorpions, wenn er einen Menschen sticht. 6 Und in jenen Tagen werden die Menschen den Tod suchen und werden ihn nicht finden und werden zu sterben begehren, und der Tod flieht vor ihnen. 7 Und die Gestalten der Heuschrecken waren gleich zum Kampf gerüsteten Pferden, und auf ihren Köpfen war es wie Siegeskränze gleich Gold, und ihre Angesichter waren wie Menschenangesichter; 8 und sie hatten Haare wie Frauenhaare, und ihre Zähne waren wie die von Löwen. 9 Und sie hatten Panzer wie eiserne Panzer, und das Geräusch ihrer Flügel war wie das Geräusch von Wagen mit vielen Pferden, die in den Kampf laufen; 10 und sie haben Schwänze gleich Skorpionen und Stacheln, und ihre Macht ist in ihren Schwänzen, den Menschen fünf Monate zu schaden. 11 Sie haben über sich einen König, den Engel des Abgrundes; sein Name ist auf Hebräisch Abaddon [Abgrund], und im Griechischen hat er den Namen Apollyon [Verderber]. 12 Das eine Wehe ist vorüber; siehe, es kommen noch zwei Wehe nach diesen Dingen.
13 Und der sechste Engel posaunte: Und ich hörte eine Stimme aus den vier Hörnern des goldenen Altars, der vor Gott ist, 14 zu dem sechsten Engel, der die Posaune hatte, sagen: Löse die vier Engel, die an dem großen Strom Euphrat gebunden sind. 15 Und die vier Engel wurden losgebunden, die auf Stunde und Tag und Monat und Jahr gerüstet waren, den dritten Teil der Menschen zu töten. 16 Und die Zahl der Truppen zu Pferde war zweimal zehntausend mal zehntausend; ich hörte ihre Zahl (200 000 000). 17 Und so sah ich in der Erscheinung die Rosse und die, welche auf ihnen saßen: Sie hatten feurige und hyazinthfarbene und schwefelgelbe Panzer; und die Köpfe der Rosse waren wie Löwenköpfe, und aus ihren Mäulern geht Feuer und Rauch und Schwefel hervor. 18 Von diesen drei Plagen wurde der dritte Teil der Menschen getötet, von dem Feuer und dem Rauch und dem Schwefel, die aus ihren Mäulern hervorkamen. 19 Denn die Macht der Rosse ist in ihrem Maul und in ihren Schwänzen; denn ihre Schwänze sind gleich Schlangen und haben Köpfe, und mit ihnen fügen sie Schaden zu. 20 Und die Übrigen der Menschen, die durch diese Plagen nicht getötet wurden, taten auch nicht Buße von den Werken ihrer Hände, nicht mehr anzubeten die Dämonen und die goldenen und die silbernen und die bronzenen und die steinernen und die hölzernen Götzenbilder, die weder sehen noch hören noch wandeln können. 21 Und sie taten nicht Buße von ihren Mordtaten noch von ihren Zaubereien noch von ihrer Unzucht noch von ihren Diebstählen.
10,1 Und ich sah einen anderen starken Engel aus dem Himmel herabkommen, bekleidet mit einer Wolke, und der Regenbogen war auf seinem Haupt, und sein Angesicht war wie die Sonne, und seine Füße waren wie Feuersäulen; 2 und er hatte in seiner Hand ein geöffnetes Büchlein. Und er stellte seinen rechten Fuß auf das Meer, den linken aber auf die Erde; 3 und er rief mit lauter Stimme, wie ein Löwe brüllt. Und als er rief, ließen die sieben Donner ihre Stimmen vernehmen. 4 Und als die sieben Donner redeten, wollte ich schreiben; und ich hörte eine Stimme aus dem Himmel sagen: Versiegle, was die sieben Donner geredet haben, und schreibe dies nicht! 5 Und der Engel, den ich auf dem Meer und auf der Erde stehen sah, erhob seine rechte Hand zum Himmel 6 und schwor bei dem, der von Ewigkeit zu Ewigkeit lebt, der den Himmel erschuf und das, was in ihm ist, und die Erde und das, was auf ihr ist, und das Meer und das, was in ihm ist: Es wird keine Frist mehr sein, 7 sondern in den Tagen der Stimme des siebenten Engels, wenn er posaunen wird, wird auch das Geheimnis Gottes vollendet sein, wie er es seinen eigenen Knechten, den Propheten, als gute Botschaft verkündigt hat. 8 Und die Stimme, die ich aus dem Himmel hörte, redete wieder mit mir und sprach: Gehe hin, nimm das geöffnete Buch in der Hand des Engels, der auf dem Meer und auf der Erde steht! 9 Und ich ging zu dem Engel und sagte ihm, er möge mir das Büchlein geben. Und er spricht zu mir: Nimm es und iss es auf! Und es wird deinen Bauch bitter machen, aber in deinem Mund wird es süß sein wie Honig. 10 Und ich nahm das Büchlein aus der Hand des Engels und aß es auf; und es war in meinem Mund süß wie Honig, und als ich es gegessen hatte, wurde mein Bauch bitter gemacht. 11 Und sie sagen mir: Du musst wieder weissagen über Völker und Nationen und Sprachen und viele Könige.
Weitere Texte aus der Offenbarung
Die Offenbarung Jesu – 1 28. Februar 2026
Briefe aus dem Himmel – Offenbarung 2 14. März 2026
Weitere Briefe aus dem Himmel – Offenbarung 3 27. März 2026
Ein Blick auf den Thron Gottes – Offenbarung 4 10. April 2026
Wer ist würdig? – Offenbarung 5 25. April 2026
Das Lamm enthüllt die Geheimnisse – Offenbarung 6 6. Mai 2026
Rettung kommt von Gott – Offenbarung 7 22. Mai 2026
Die Antwort auf die Gebete – Offenbarung 8 17. Juni 2026
Das Böse ist limitiert – Offenbarung 9 und 10 1. Juli 2026