Das Geheimnis Gottes – sein Masterplan

Im Epheser 3 lüftet Paulus das Geheimnis Gottes. In Vers 3 sagt er: „Mir ist durch Offenbarung das Geheimnis zu erkennen gegeben worden.“

Was ist das Geheimnis? In Vers 6 schreibt er: „Die Nationen sollen nämlich Miterben und Mitglieder am gleichen Leib sein und Mitteilhaber der Verheißung in Christus Jesus durch das Evangelium.“ 

Dies wird im Fenster der Christ Church in Jerusalem (siehe Bild oben rechts) sehr treffend dargestellt.

Das hat Paulus auch im zweiten Kapitel entfaltet. In Vers 12 sagt er: „In ihm (Jesus) haben wir Freimütigkeit und Zugang (zum himmlischen Vater) in Zuversicht durch den Glauben an ihn.“

Im Lobpreis in Epheser 3,14-21 vertieft er diesen Gedanken: „14 Deshalb beuge ich meine Knie vor dem Vater, … 16 Er gebe euch nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit, mit Kraft gestärkt zu werden durch seinen Geist an dem inneren Menschen; 17 dass der Christus durch den Glauben in euren Herzen wohnt …“

Das haben wir im vorhergehenden Kapitel bereits gesehen. Der dreieinige Gott kümmert sich um uns. Sehr treffend bringt das die Keramik „Die barmherzige Dreieinigkeit“ von Sr. Caritas Müller zum Ausdruck.

Gott ist kein ferner Gott, sondern ein Gott, dem die Menschen auf dem Herzen liegen.

Und jetzt bringt Paulus alles auf den Punkt: Jesus „in euren Herzen wohnt und ihr in Liebe gewurzelt und gegründet seid, 18 damit ihr imstande seid, mit allen Heiligen völlig zu erfassen, was die Breite und Länge und Höhe und Tiefe ist, 19 und zu erkennen die die Erkenntnis übersteigende Liebe des Christus, damit ihr erfüllt werdet zur ganzen Fülle Gottes.“

Der Plan Gottes ist es, alle Menschen durch Liebe zu gewinnen.

Das ist nicht grundsätzlich unbekannt. Einerseits war klar, dass auch die Nichtjuden zum Gott Israels beten können und er ihnen hilft. Salomo betet in 2.Chronik 6,32-33: „Und auch auf den Ausländer, der nicht von deinem Volk Israel ist, aber wegen deines großen Namens und deiner starken Hand und deines ausgestreckten Armes aus fernem Land kommt – wenn sie kommen und beten zu diesem Haus hin, 33 dann höre du es vom Himmel her, der Stätte, wo du thronst! Und handle nach allem, worum der Ausländer zu dir ruft, damit alle Völker der Erde deinen Namen erkennen und damit sie dich fürchten wie dein Volk Israel“.

Jesus fasst das Alte Testament in Markus 12,29-31 mit folgenden Worten zusammen: 29 Jesus antwortete ihm: Das erste ist: »Höre, Israel: Der Herr, unser Gott, ist ein Herr; 30 und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen und aus deiner ganzen Seele und aus deinem ganzen Verstand und aus deiner ganzen Kraft!« 31 Das zweite ist dies: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!«

Im letzten Gespräch mit Petrus fragte Jesus ihn: „Liebst du mich?“ (Johannes 21,15-17). Alles dreht sich nur um diese eine Frage, ob wir Gott lieben, so wie er sich uns in der Bibel offenbart. Gott fragt uns nicht, was wir für ihn getan haben, sondern, ob wir ihn lieben. Diese Liebe sollen wir erfassen: „damit ihr imstande seid, … zu erfassen, was die Breite und Länge und Höhe und Tiefe ist, 19 und zu erkennen die die Erkenntnis übersteigende Liebe des Christus“.

Es gibt ganz unterschiedliche Motive, weshalb wir Christen sind. Jesus fragt nach der Liebe.

Gottes Plan ist es, alle Menschen durch Liebe zu gewinnen.

Liebe ist nur dann Liebe, wenn sie freiwillig ist. Wenn jemand nicht anders kann, dann ist es Unterordnung. Gegenseitige Unterordnung kann ein Ausdruck der Liebe sein, aber nur in Verbindung mit Liebe.

Liebe ist keine Emotion, sondern eine Entscheidung für jemanden – natürlich geht damit auch eine Emotion einher. Wäre es aber nur eine Emotion, dann würde man wie eine Biene von einer Blume zur anderen fliegen. So wären wir heute von Jesus begeistert und später von anderen Ideen.

Das Ziel unserer Gemeinschaft ist, dass wir die Tiefe der Liebe Gottes in Jesus immer mehr erfassen und uns von ihr prägen lassen.

Wenn wir von dieser Liebe erfüllt sind, dann tun wir Dinge, die wir sonst nicht tun würden. Wir sehnen uns nach einer Zeit mit Jesus und beten ihn an.

An einer Universität in Florida hat das bis diesen Freitag neun Tage lang stattgefunden. Campuspastor Jonathan Rivera berichtet auf CBN (Christian Broadcasting Network): „Am Mittwochmorgen (11.2.26) veränderte sich etwas in einem Treffen. Eine unserer Rednerinnen, ihr Name ist Jenny Allen, hielt eine unglaubliche Botschaft. Interessant war jedoch die Reaktion darauf, denn sie forderte die Studenten auf, ihre Sünden öffentlich und so laut wie möglich zu bekennen. Zunächst waren wir etwas skeptisch, da wir nicht wussten, wie es aussehen und wohin es führen würde. Doch dann haben sich die Studierenden buchstäblich voll reingehängt und angefangen, so laut wie möglich zu schreien und all ihre Sünden, Lasten, Probleme und alles Mögliche zu bekennen. Danach hat sich in dem Raum irgendetwas verändert. … Wir wissen nicht, was vor sich geht. Wir wissen nicht, was passiert. Wir wissen nur, dass etwas passiert, und wir versuchen unser Bestes, uns darauf einzulassen. … Wir wissen, dass auf unserem Campus ein geistliches Erwachen stattfindet. … Es gibt den unbestreitbaren Hunger der Studenten. Echt, authentisch, real. Die Studierenden bringen Decken und Schlafsäcke mit, weil sie nicht in ihr 300 Meter entferntes Wohnheim zurückkehren wollen, weil sie nicht aus der Gegenwart Gottes herauskommen wollen.“

Auf ihrer Webseite steht: „Während der fünf Treffen der SEU-Konferenz wurde ein Feuer entfacht, das jedoch nicht erlosch, als die Redner die Bühne verließen. Wir wurden Zeugen, wie Studenten mit verzweifelten und hungrigen Herzen zu ihrer ersten Liebe zurückkehrten. Über 24 Stunden lang blieben unsere Studenten in einer Haltung der kontinuierlichen Anbetung, des Gebets und der Suche nach der Gegenwart Jesu. Dabei geht es nicht um Lärm oder emotionale Hochstimmung. Vielmehr geht es um eine tiefe Sehnsucht und den Wunsch, nach dem Bild Christi geformt zu werden. … Unser Ziel ist es, zu Füßen Jesu zu sitzen, damit wir, wenn wir diesen Raum schließlich verlassen, verwandelt sind.“

Jesus sagte in Johannes 13,35: „Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.“

Paulus bringt in Epheser 3,10 noch einen weiteren Punkt ins Spiel: „Damit jetzt den Gewalten und Mächten in der Himmelswelt durch die Gemeinde die mannigfaltige Weisheit Gottes zu erkennen gegeben wird, 11 nach dem ewigen Vorsatz, den er verwirklicht hat in Christus Jesus, unserem Herrn.“

Dadurch, dass Menschen auf Gottes Liebesangebot eingehen, soll allen deutlich werden (Vers 10), dass Gottes Plan der Liebe und der Freiwilligkeit (Vers 17) funktioniert.

Wir wissen, dass der Teufel uns verklagt. In Offenbarung 12,10 heißt es: „Und ich hörte eine laute Stimme im Himmel sagen: Nun ist das Heil und die Kraft und das Reich unseres Gottes und die Macht seines Christus gekommen; denn hinabgeworfen ist der Verkläger unserer Brüder, der sie Tag und Nacht vor unserem Gott verklagte.“

In Hiob 1,8 steht: „Der HERR sprach zum Satan: Hast du achtgehabt auf meinen Knecht Hiob? Denn es gibt keinen wie ihn auf Erden – ein Mann, so rechtschaffen und redlich, der Gott fürchtet und das Böse meidet!“

Gott will dem Satan und allen gefallenen Engeln aufzeigen. „Hey, es funktioniert, dass sich Menschen aus Liebe freiwillig mir zuwenden. Und sie werden noch andere dafür gewinnen.“

Das ist eine ganz andere Perspektive. Der Fokus liegt auf der Liebe Gottes zu uns Menschen, die uns für ihn gewinnen will und nicht auf der Sünde. Dazu sind wir auf dieser Erde, Gott lieben zu lernen.

Paulus schreibt in Philipper 1,23-26: „Ich habe Lust, abzuscheiden und bei Christus zu sein, denn es ist weit besser; 24 das Bleiben im Fleisch aber ist nötiger um euretwillen. … 26 damit euer Rühmen überreich wird in Christus Jesus.“

In Jesus haben wir alle den Zugang zum himmlischen Vater (Vers 12). Er ist das Geheimnis Gottes (Vers 4). In Jesus haben wir Anteil an Gottes Reich (Vers 6).

Die Liebe Gottes in Jesus bedeutet Paulus so viel, dass die Leiden, die er für seinen Glauben einstecken muss, für ihn keine Rolle spielen, sondern ihm eine Ehre sind (Vers 13).

Die wahre Haltung vor Gott ist die tiefe Anbetung (Vers 14). Paulus wünscht sich, dass alle Menschen Gottes Zuwendung zu uns in Jesus verstehen und innerlich aufgebaut werden (Vers 16–19).

Es funktioniert, dass sich Menschen aus Liebe freiwillig Jesus zuwenden. Und sie werden noch andere dafür begeistern. Alles soll in die Anbetung Gottes führen (Vers 20-21).

Paulus ist von diesem Gott fasziniert. Seine Worte sollen auch uns ganz neu begeistern und uns dazu anregen, noch tiefer in der Bibel nach Gottes Liebe zu forschen, damit unser Glaube uns auch in widrigen Umständen trägt – wie bei Paulus, der für seinen Glauben sogar im Gefängnis war (Epheser 3,1).

So schließt Paulus den ersten Teil seines Briefes mit den Worten:

14 Deshalb beuge ich meine Knie vor dem Vater, … 16 Er gebe euch nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit, mit Kraft gestärkt zu werden durch seinen Geist an dem inneren Menschen; 17 dass der Christus durch den Glauben in euren Herzen wohnt und ihr in Liebe gewurzelt und gegründet seid, … 21 ihm sei die Herrlichkeit in der Gemeinde und in Christus Jesus auf alle Geschlechter hin von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.

Ebnat-Kappel 22. Februar 2026

Weitere Impulse zum Epheserbrief:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert