Jesus ist die Schlüsselperson

Paulus möchte die Hörer des Epheserbriefs für Gottes große Vision, die er mit und durch uns verwirklichen will, begeistern.

Im ersten Abschnitt haben wir gesehen, dass die Basis unseres Glaubens der dreieinige Gott ist. Er möchte, dass wir seine Kinder werden, indem er uns durch Jesus erlöst und wir so Teil seines Masterplans werden. Dadurch wird Gottes Herrlichkeit durch uns erfahrbar.

Im heutigen Abschnitt (Epheser 1,15-23) schwärmt Paulus von Jesus und spitzt seine Aussagen bis zum letzten Vers zu.

Wir lesen in Epheser 1 ab Vers 15:

„15 Deshalb höre auch ich, nachdem ich von eurem Glauben an den Herrn Jesus und von eurer Liebe zu allen Heiligen gehört habe, nicht auf, 16 für euch zu danken, und ich gedenke euer in meinen Gebeten, 17 dass der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch gebe den Geist der Weisheit und Offenbarung in der Erkenntnis seiner selbst.“

Was passiert, wenn wir unser Leben Jesus anvertrauen? Zunächst erhalten wir eine neue Sicht auf die Menschen um uns herum. Paulus schreibt von der Liebe für alle Heiligen. Die Heiligen sind die Menschen, die Gott gehören, sich ihm zur Verfügung stellen und zu Jesus beten. Das haben wir das letzte Mal festgehalten. Wir beginnen zu erkennen, dass wir nicht für uns allein unterwegs sind, sondern gemeinsam einen Weg gehen und uns gegenseitig unterstützen. Wir teilen miteinander die Faszination des Lebens, des Glaubens und tragen schwierige Situationen gemeinsam.

Zweitens werden wir immer mehr von Gott fasziniert. Paulus betet dafür, dass sich uns der Vater des Retters Jesus durch den Heiligen Geist offenbart. Unser Verstand kann Gott nicht erfassen. Wir brauchen Gottes Geist, der uns den Glauben aufschlüsselt. Glauben kann man nicht anerziehen oder lehren. Uns müssen die Schuppen von den Augen fallen, damit wir erkennen, dass sich Gott anvertrauen, uns selbst etwas angeht.

Deshalb fährt Paulus in Vers 18 fort: 18 Er erleuchte die Augen eures Herzens, damit ihr wisst, was die Hoffnung seiner Berufung, was der Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes in den Heiligen 19 und was die überragende Größe seiner Kraft an uns, den Glaubenden, ist, nach der Wirksamkeit der Macht seiner Stärke.

Glaube ist keine logische Konsequenz von Wissen, sondern eine Frage des Herzens. Man kann Gott nicht verstehen, aber sich trotzdem ihm anvertrauen. Selbst wenn jemand meint, alles verstanden zu haben, ist es möglich, Gott nicht zu vertrauen.

Deshalb will der Heilige Geist unser Innerstes berühren. Wie er das macht, ist ein Geheimnis. Doch Paulus zeigt uns, dass wir für uns und andere beten sollen, damit wir nicht stehenbleiben, sondern Gott immer besser erkennen.

Drei Punkte sind Paulus wichtig: Wir sollen erkennen, welches Vorrecht wir haben, dass Gott sich um uns kümmert und wir ihm nicht egal sind. Er ruft uns dazu auf, an seiner Hoffnung teilzuhaben.

Zweites sollen wir erkennen, an welchem gigantischen Projekt wir teilnehmen. Wir sind Teil des göttlichen Familienbetriebs geworden. Wir erhalten bereits „Anteilscheine“. Deshalb ist die Gemeinde kein Projekt anderer, sondern ich beteilige mich nach meinen Möglichkeiten daran. Gemeinde funktioniert, wenn wir uns in die Hände arbeiten, also gegenseitig jeder dort anpackt, wo gerade eine Hand oder ein Gebet gebraucht wird.

Und dann wirkt eine unschlagbare Kraft in uns. Diese führt Paulus ab dem Vers 20 aus:

„20 Die (göttliche Kraft) hat er in Christus wirksam werden lassen, indem er ihn aus den Toten auferweckt und zu seiner Rechten in der Himmelswelt gesetzt hat, 21 hoch über jede Gewalt und Macht und Kraft und Herrschaft und jeden Namen, der nicht nur in diesem Zeitalter, sondern auch in dem zukünftigen genannt werden wird. 22 Und alles hat er seinen Füßen unterworfen und ihn als Haupt über alles der Gemeinde gegeben, 23 die sein Leib ist, die Fülle dessen, der alles in allen erfüllt.“

In uns wirkt der gleiche Gott, der sich in Jesus offenbart hat. Wir dürfen gewiss sein: Unser Leben endet nicht mit dem Tod, sondern durch Jesus sind wir mitauferstanden und haben ewiges Leben.

Nichts kann uns das streitig machen. Man kann uns die Gemeinschaft mit Jesus nicht mit Gewalt wegnehmen. Es gibt keine mächtigere Macht. Auch nicht in der übersinnlichen Welt. Weder damals, noch jetzt, noch in Zukunft. Jesus ist höher als alles. Alles muss sich ihm unterordnen.

„Hoch über jede Gewalt und Macht und Kraft und Herrschaft und jeden Namen, der nicht nur in diesem Zeitalter, sondern auch in dem zukünftigen genannt werden wird. Und alles hat er seinen Füßen unterworfen.“

Und dieser Jesus, der zugleich im Himmel ist, ist durch den Heiligen Geist in uns gegenwärtig. Die Gemeinde ist sein Projekt. Er befähigt uns, sodass wir einander ergänzen. Dadurch soll seine Herrlichkeit erkennbar werden, und er kann Menschen zu uns führen, die sich nach Gott sehnen. Wir laden alle ein, Teil dieser Gemeinschaft zu werden.

Paulus sagt in diesem Abschnitt nicht, dass alle in Christus erlöst werden, sondern dass Christus für die Erlösten alles ist. Oder so wie es Jesus gesagt hat: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich“ (Johannes 14,6). Die menschliche Perspektive wird im nächsten Abschnitt mit dem Thema „Vom Tod zum Leben“ entfaltet.

Paulus betet dafür, dass die Epheser von diesem Gott fasziniert werden. Auch wir wollen einander helfen, immer begeisterter von Jesus zu werden. Er soll uns ganz erfüllen.

Mit dem Glauben ist es wie mit einem Handschuh. Solange keine Hand darin ist, kann sich der Handschuh lange anstrengen, aber es bewegt sich nichts. Doch wenn die Hand drin ist, bewegt sich was.

So ist es mit Gott. Wenn wir ihn in unser Leben lassen, dann nehmen wir andere Menschen mit neuen Augen wahr. Wir sehnen uns nach einem tieferen Verständnis von der Bibel und merken, dass wir Gott immer wieder darum bitten müssen, uns neu zu berühren. So kommen wir wie Paulus ins Schwärmen über Jesus, der über alles herrscht.

Jesus ist die Schlüsselperson. Er ist die Offenbarung Gottes. Alles ist ihm zu Füßen gelegt und er handelt durch seine Leute auf dieser Erde. Sie sind sein Leib (Vers 23).

Das Reich Gottes wird durch uns erlebbar. Jesus ist das Haupt. Wir sind seine Hände und Füße in dieser Welt. Das bedeutet, dass wir uns von ihm führen und leiten lassen. Dies geschieht durch den Heiligen Geist (Vers 19).

Wir sind also nicht einfach nur Menschen, die an einen Gott glauben, sondern wir sind Teil davon, wie er als Haupt durch uns in diese und in die zukünftige Zeit hineinwirkt.

Bei Gott wird jeder mit seinen Möglichkeiten (Gaben) miteinbezogen. Gott sagt nie: „Du wirst nicht mehr benötigt.“ Wir sind immer wertvoll in seinen Augen. Das gibt uns Hoffnung und eine neue Perspektive für unser Leben.

Dazu gehört auch, dass andere Menschen durch uns erleben, wie Gott für uns Menschen da ist und dass er uns die Augen für seine Realität öffnet.

In den folgenden Kapiteln will Paulus uns die inneren Augen für Gottes Sicht auf unser Leben öffnen.

Durch die Verbindung mit Jesus sind wir Hoffnungsträger in dieser Welt, weil wir vermitteln: Gott hat alles in der Hand und mit ihm ist Veränderung möglich.

Bei Gott müssen wir nicht „genügen“. Als Kinder des himmlischen Vaters sind wir bereits Erben. Ich bin überreich beschenkt und kann deshalb von diesem Reichtum weitergeben.

Ich glaube nicht, um von Gott angenommen zu werden, sondern weil ich von Gott angenommen bin, lebe ich mein Leben für ihn. Es geht um Liebe, Vergebung, Vertrauen, Barmherzigkeit, Kraft und Hoffnung – den Himmel in uns.

Gott wirkt durch seinen Heiligen Geist in uns. Er verändert unser Sein, unsere Wahrnehmung und unsere Deutung von Situationen. Durch die Auferstehung Jesu erhalten wir eine neue Perspektive.

Wir sind keine Versammlung von Menschen, die Gott suchen, sondern eine Versammlung von Menschen, die sich von Gott finden lassen. Wir lassen uns für seine Perspektive begeistern.

Wir sind mit der stärksten Macht verbunden. Wir müssen nichts fürchten.

Der Höchste wird der Gemeinde als Haupt geschenkt. Die Gemeinde ist Chefsache.

Gott beruft jeden Menschen zuerst einmal dazu, sein Kind zu sein (Vers 18, Erbempfänger). Als Kinder Gottes haben wir Anteil an seinem Reich. Es geht dabei nicht zuerst um eine Tätigkeit, sondern um ein Sein. Dadurch haben wir die innere Gewissheit (Vers 18, Hoffnung), dass Gott uns in seiner Hand hält (Vers 19, Macht). Jesus sagte in Johannes 10,29: „Niemand kann sie aus der Hand meines Vaters rauben“.

Seine Auferstehung ist das Zeichen für seinen göttlichen Auftrag, uns beim Vater zu vertreten (Vers 20, zu seiner Rechten).

Paulus möchte, dass wir ganz neu begeistert sind von Gott dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Lassen wir uns auch neu begeistern, wie sich der dreieinige Gott durch uns in dieser Welt offenbart.

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