Leiden als Schlüsselerfahrung

Paulus ist auf dem Weg nach Jerusalem. Überall wird er durch den Heiligen Geist vor einer auf ihn zukommenden Leidenszeit gewarnt (Apostelgeschichte 21,1-17).

Diese Geschichte irritiert. Warum warnt der Heilige Geist und gibt Paulus zugleich die Gewissheit, dass dies Gottes Weg ist?

Manches in unserem Leben irritiert auch uns. Doch wenn wir das Leben von Jesus ansehen, erkennen wir ähnliche Muster.

Jesus wird bei der Taufe vom Heiligen Geist erfüllt. Dieser führt ihn in die Wüste und setzt ihn dem Versucher aus (Matthäus 4,1-11). Der Versucher macht Jesus drei Angebote: 1. Hilf dir selbst. (Mach aus den Steinen Brot.) 2. Fordere Gott zum Handeln auf. (Spring vom Dach des Tempels, dann werden dich die Engel auffangen.) 3. Warum willst du leiden, wenn ich dir alles ohne Leidensweg anbieten kann? (Der Teufel offeriert Jesus die Welt, wenn er ihn als rechtmäßigen Besitzer der Welt ehrt.) Jesus lehnt alle drei Angebote ab, da er sein Vertrauen allein auf den himmlischen Vater setzt.

Das Böse wird überwunden, indem es bei uns ins Leere läuft. Wenn wir Leid ertragen und aushalten und dennoch Gott vertrauen, verliert das Leiden seine Macht über uns.

Ganzer Text lesen:

Paulus ist auf dem Weg nach Jerusalem. Überall wird er durch den Heiligen Geist vor einer auf ihn zukommenden Leidenszeit gewarnt. Paulus ist sich sicher, dass dies der Wille Gottes ist (Apostelgeschichte 21,1-17).

In Cäsarea kommt Agabus zu Paulus. Er ist ein Prophet aus Jerusalem. Schon in Apostelgeschichte 11,28 sagte er während des Gottesdienstes eine große Hungersnot voraus, die dann während der Regierungszeit von Kaiser Klaudius eintraf.

Diese Geschichte irritiert. Warum warnt der Heilige Geist und gibt Paulus zugleich die Gewissheit, dass dies Gottes Weg ist?

Manches in unserem Leben irritiert auch uns. Doch wenn wir das Leben von Jesus ansehen, erkennen wir ähnliche Muster.

Jesus wird bei der Taufe vom Heiligen Geist erfüllt. Dieser führt ihn in die Wüste und setzt ihn dem Versucher aus (Matthäus 4,1-11). Der Versucher macht Jesus drei Angebote: 1. Hilf dir selbst. (Mach aus den Steinen Brot.) 2. Fordere Gott zum Handeln auf. (Spring vom Dach des Tempels, dann werden dich die Engel auffangen.) 3. Warum willst du leiden, wenn ich dir alles ohne Leidensweg anbieten kann? (Der Teufel offeriert Jesus die Welt, wenn er ihn als rechtmäßigen Besitzer der Welt ehrt.) Jesus lehnt alle drei Angebote ab, da er sein Vertrauen allein auf den himmlischen Vater setzt.

Ein weiteres Mal ringt Jesus im Garten Gethsemane um den Kelch des Leids, bis er schliesslich mit den Worten Dein Wille geschehe einwilligt (Lukas 22,42).

Das Böse wird überwunden, indem es bei uns ins Leere läuft. Wenn wir Leid ertragen und aushalten und dennoch Gott vertrauen, verliert das Leiden seine Macht über uns.

In der Offenbarung 12,11 steht, dass die Glaubenden ihr Leben bis zum Tod nicht geliebt haben. Sie waren bereit, für den Glauben Schwierigkeiten zu ertragen.

Jesus sagte seinen Jüngern nach der Auferstehung: Wie der Vater mich ausgesandt hat, sende ich auch euch (Johannes 20,21). Wir werden in Situationen hineingeführt, in denen wir das Böse überwinden, indem wir das Leiden aushalten, weil wir die Geduld haben, auf Gottes Lösung zu warten.

Es gibt Dinge, die wir nicht in einer friedvollen und behüteten Umgebung lernen können. Weder vollmächtige Predigten noch ein erfolgreiches Leben lehren uns, worauf es ankommt, wenn wir an unsere Grenzen stoßen.

Wenn wir entdecken wollen, wie Gott für uns sorgt und uns durch schwierige Zeiten trägt, müssen wir uns den Widrigkeiten des Lebens stellen. Der Heilige Geist führt uns in Situationen, die wir uns nie freiwillig aussuchen würden, denn erst, wenn alles auf dem Spiel steht, können wir begreifen, dass auch wir Gottes geliebte Kinder sind, an denen er seine Freude hat.

Gott lernt man in der Not und nicht auf der Schulbank wirklich kennen.

Im Leben des Paulus erfüllt sich nun, was Jesus damals bei dessen Umkehr zu Hananias gesagt hatte: „Ich werde ihm zeigen, wie vieles er für meinen Namen leiden muss(Apostelgeschichte 9,16).

Paulus ist bereit

Apostelgeschichte 21,1-14 Hfa

1 Als wir uns schweren Herzens von den Gemeindeleitern aus Ephesus verabschiedet hatten, segelte unser Schiff direkt nach Kos. Am folgenden Tag erreichten wir Rhodos und dann Patara. 2 Dort machten wir ein Schiff ausfindig, das nach Phönizien fahren sollte, und gingen an Bord. 3 Bald sahen wir in der Ferne die Insel Zypern, segelten aber südlich an ihr vorbei zur syrischen Hafenstadt Tyrus, wo das Schiff entladen wurde.

4 In Tyrus besuchten wir die Gemeinde und blieben die ganze Woche über dort. Diese Christen warnten Paulus mehrmals davor, nach Jerusalem weiterzureisen. Denn der Heilige Geist hatte sie wissen lassen, welche Gefahren ihn dort erwarteten.

5 Aber am Ende des Aufenthaltes gingen wir dann doch zu unserem Schiff. Dabei begleiteten uns alle – samt Frauen und Kindern – bis vor die Stadt. Am Strand knieten wir nieder und beteten gemeinsam. 6 Nachdem wir uns verabschiedet hatten, gingen wir an Bord des Schiffes, und sie kehrten in die Stadt zurück.

7 Von Tyrus kamen wir dann nach Ptolemaïs (Akko). Auch dort besuchten wir die Christen, blieben aber nur einen Tag bei ihnen. 8 Von Ptolemaïs ging es am nächsten Tag zu Fuß weiter nach Cäsarea.

Dort wohnten wir im Haus von Philippus, einem Verkündiger der rettenden Botschaft. Früher war er einer der sieben Diakone in der Jerusalemer Gemeinde gewesen. 9 Die vier Töchter von Philippus waren bisher unverheiratet geblieben und hatten die Gabe, in Gottes Auftrag prophetisch zu reden.

10 Wir waren schon einige Tage bei Philippus, als Agabus aus Judäa kam. Er war ein Prophet. 11 Während seines Besuches bei uns fesselte er sich mit dem Gürtel von Paulus die Hände und Füße. Dann erklärte er: »Der Heilige Geist sagt: Genauso wird es dem Besitzer dieses Gürtels ergehen. In Jerusalem wird er von den Juden gefesselt und an Menschen ausgeliefert werden, die Gott nicht kennen.«

12 Da bestürmten wir und die anderen Christen der Gemeinde Paulus, nicht nach Jerusalem zu gehen. 13 Er aber antwortete nur: »Warum weint ihr und macht mir das Herz schwer? Ich bin nicht nur bereit, mich in Jerusalem gefangen nehmen zu lassen, ich bin auch bereit, dort für Jesus, den Herrn, zu sterben.« 14 Weil er sich nicht umstimmen ließ, bedrängten wir ihn schließlich nicht länger und sagten: »Der Wille des Herrn soll geschehen!«  

Hanspeter Obrist, Juli 2025

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