Gebete verändern Menschen
Obwohl sich der eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag dem Gebet widmet, ist er kein kirchlicher, sondern ein staatlicher Feiertag. Paulus schrieb im 1.Timotheus 2,2–3: «Betet besonders für alle, die in Regierung und Staat Verantwortung tragen, damit wir in Ruhe und Frieden leben können, ehrfürchtig vor Gott und aufrichtig unseren Mitmenschen gegenüber». Albert Schweitzer sagte: «Gebete ändern die Menschen».
Der Hauptfokus im Gebet ist nicht, Gott zu bewegen. Viel wichtiger ist, dass wir durch das Gebet von Gott bewegt und beschenkt werden. Gebete sind keine Anweisungen an Gott, sondern ein Gespräch mit ihm, in dem er uns auf das hinweisen möchte, was ihm wichtig ist.
Der schweizerische Bettag hat drei Schwerpunkte: Dank, Busse und Gebet. Es ist ein spannender Gedanke, dass wir vor allem dankbare Menschen sein sollen. Das eröffnet uns eine neue Perspektive auf die schönen Dinge des Alltags. Lasst uns die Faszination des Lebens neu entdecken. David ermutigt in Psalm 103,2 seine Seele: „Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat!“ Warum also nicht Gott für all das Schöne im Toggenburg danken?
Der zweite Schwerpunkt dieses Tages ist die Busse. Busse ist die Anfrage an uns, ob wir uns von der Not in unserem Land berühren lassen wollen. In Lukas 19,41 steht von Jesus „Als er näher kam und die Stadt (Jerusalem) sah, da weinte er über sie“. Jesus liegen alle Menschen am Herzen, auch alle im Toggenburg.
Beten bedeutet zu unserer Ohnmacht zu stehen, Gott unsere Not zu sagen, Jesus in unser Leben einzuladen und darauf zu vertrauen, dass der Heilige Geist in und durch uns wirkt. Fürbitte meint, dass wir für diejenigen beten, denen im Moment die Worte fehlen. Wir können Gott jederzeit unser Herz ausschütten, so wie es in Psalm 62,9 heißt: „Vertraut ihm, Volk, zu jeder Zeit! Schüttet euer Herz vor ihm aus! Denn Gott ist unsere Zuflucht.“
Hanspeter Obrist, Erwachsenenbildner und Pastor der Viva-Kirche Ebnat-Kappel