Laubhüttenfest – Camping zuhause

Als letztes der drei Wallfahrtsfeste (2. Mose 23,14-17) feiert Israel Sukkot, das Fest der Laubhütten (2025: von Montagabend, dem 6. Oktober, bis Montag, dem 13. Oktober). Gemäß 3. Mose 23,33 ff. wird es acht Tage lang gefeiert. Sukkot beginnt am 15.Tag des siebten Monats Tischri, nur fünf Tage nach Jom Kippur, und endet mit dem Schlussfest am achten Tag, dem Schemini Azeret.

In 3.Mose 23,39-43 heißt es: „Am fünfzehnten Tag des siebten Monats, wenn ihr den Ertrag des Landes eingesammelt habt, sollt ihr sieben Tage das Fest des HERRN feiern. Am ersten Tag soll Ruhe sein, und am achten Tag soll Ruhe sein. 40 Und ihr sollt euch am ersten Tag prächtige Baumfrüchte nehmen, Palmwedel und Zweige von dicht belaubten Bäumen und von Bachpappeln und sollt euch vor dem HERRN, eurem Gott, sieben Tage freuen. … 42 In Laubhütten sollt ihr wohnen sieben Tage. …, 43 damit eure Generationen wissen, dass ich die Söhne Israel in Laubhütten habe wohnen lassen, als ich sie aus dem Land Ägypten herausführte.“

Sukkot ist ein Erinnerungsfest an die erste Wohnung in Freiheit nach Zeit der ägyptischen Sklaverei, an die wundersame Versorgung durch Gott während der Wüstenwanderung und an das kommende Königreich.

Wie Passah und Schawuot ist es auch ein Erntedankfest. Die Trauben und Olivenernte ist eingebracht. Die Bußtage sind vorbei. Was jetzt bleibt, ist die große Freude des Dankes gegenüber Gott.

Sukkot heute
An Sukkot gehen fromme Juden mit dem Lulav (einem Palmwedelstrauß) und dem Etrog (einer Zitrusfrucht) zur Klagemauer oder in die Synagoge. In den Familien lebt man eine Woche lang in Laubhütten. Diese werden überall dort aufgebaut, wo dies unter freiem Himmel möglich ist. Die Laubhütte wird aus vergänglichen Materialien hergestellt. Besonders wichtig ist dabei das Dach der Hütte. Es muss so gebaut sein, dass es Schatten spendet, man aber dennoch den Himmel hindurch erspähen kann. Die Hütte wird mit Blumen, Früchten und Girlanden geschmückt.

In 4. Mose 29,12ff. werden für die ersten sieben Tage des Sukkotfests insgesamt 70 Stieropfer gefordert. Damit erhält Sukkot nach rabbinischer Tradition einen universalen Charakter, denn nach jüdischer Auffassung steht die Zahl 70 für die Völker der Welt. Gott hat Israel dazu erwählt, ein Licht für alle Völker zu sein (Jesaja 60,1 / Steh auf, werde Licht!).

König Salomo weihte den Tempel zu Sukkot ein (2.Chronik 7,9-10). Er betete: “Der nicht von deinem Volk Israel ist, aber wegen deines großen Namens und deiner starken Hand und deines ausgestreckten Armes aus fernem Land kommt – wenn sie kommen und beten zu diesem Haus hin, 33 dann höre du es vom Himmel her, der Stätte, wo du thronst!” (2. Chronik 6, 32-33).

Es wurde zu einem allgemein Brauch auch Nichtjuden zu diesem besonderen Fest willkommen zu heißen.

In Sacharja 14,16 heißt es: „Alle Übriggebliebenen von allen Nationen, die gegen Jerusalem gekommen sind, die werden Jahr für Jahr hinaufziehen, um den König, den HERRN der Heerscharen, anzubeten und das Laubhüttenfest zu feiern.

Über diese Zeit schreibt Jesaja: „Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Speere zu Winzermessern. Nicht mehr wird Nation gegen Nation das Schwert erheben, und sie werden den Krieg nicht mehr lernen (Jesaja 2,4).

Mit den Laubhütten möchte Gott aufzeigen, dass das Irdische nicht ewig ist. Deshalb wollte er im Zelt unter uns weilen.

In 2.Samuel 7,6 sagt Gott zu David: Nie habe ich in einem Haus gewohnt …; sondern ich bin umhergezogen in Zelt und Wohnung.“ Dann spricht er von einem bestimmten Nachkommen in Vers 13: „Der wird meinem Namen ein Haus bauen. Und ich werde den Thron seines Königtums festigen für ewig.“

Petrus schreibt in 1.Petrus 2,5: „Lasst euch auch selbst als lebendige Steine aufbauen, als ein geistliches Haus, ein heiliges Priestertum, um geistliche Opfer darzubringen, Gott hochwillkommen durch Jesus Christus!“

Paulus schreibt in 2.Korinther 5,1: „Denn wir wissen: Wenn unser irdisches Haus, diese Hütte (Sukka), abgebrochen wird, so haben wir einen Bau, von Gott erbaut, ein Haus, nicht mit Händen gemacht, das ewig ist im Himmel.“ Und in Vers 4: „Denn solange wir in dieser Hütte sind, seufzen wir und sind beschwert.“

Die Laubhütte drückt Folgendes aus: Auf der Erde ist alles vergänglich. Doch Gott möchte in uns wohnen. Wir leben in völliger Abhängigkeit von ihm. Dies wird durch das offene Dach symbolisiert. Wir sollen mit dem ständigen Blick zum Himmel leben. Dem Ort, wo das Leben, das Wasser herkommt. Himmel heißt auf Hebräisch: Schamaim / dort Wasser.

Als der Tempel noch stand, fand am siebten Tag bei Sonnenaufgang eine Prozession zum Teich Siloah statt, bei der Wasser geschöpft wurde. Dieses wurde nach der Rückkehr mit der Bitte um Regen über den Tempelaltar gegossen. In diese Zeremonie hinein sagte Jesus: „Wenn jemand dürstet, der komme zu mir und trinke. Wer an mich glaubt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen“ (Johannes 7,37-38).

In Jeremia 17,13 wird Gott als Quelle lebendigen Wassers bezeichnet. Ebenso in Jeremia 2,13. Jesus macht sich damit eins mit Gott. Durch ihn kommt göttliches Leben in uns und strömt von uns aus. In Offenbarung 22,17 sagt Jesus:Wen dürstet, der komme! Wer da will, nehme Wasser des Lebens umsonst!“

Jetzt haben wir einen roten Faden für dieses Fest. Wir erinnern uns daran, wie Gott uns freisetzt und versorgt, und freuen uns auf die ewige Gemeinschaft mit Jesus. Wir leben von ihm.

Bereits beim Fest der ungesäuerten Brote wurde sieben Tage lang an die Wüstenwanderung erinnert (3. Mose 23,6-8). Schawuot (Pfingsten) hingegen dauert nur einen Tag. Nun soll man wieder sieben Tage, beziehungsweise acht Tage feiern.

Seit dem 9. Jahrhundert wird in Israel am achten Tag Simchat Torah gefeiert. Das bedeutet die Freude an der Torah.

Die fünf Bücher Mose sind dem Volk auf seiner Wanderschaft Trost, Hoffnung und Orientierung.

An Simchat Torah werden in den Synagogen die Torahrollen aus den Schränken geholt und abwechselnd von allen Männern tanzend getragen. Die daneben Stehenden küssen die Torahrollen als Ausdruck ihrer Verehrung. Diese fröhliche Stimmung herrscht nur einmal im Jahr in der Synagoge.

An Simchat Torah werden nach den jährlichen Texteinteilungen die letzten und die ersten Kapitel der Torah gelesen. Die Torah verbindet alle religiösen Juden. Parallel dazu werden auch immer Texte aus den Propheten gelesen.

Es gibt einen Zyklus von 54 Paraschat (wöchentlichen Abschnitten der Torah), die im Laufe eines Jahres gelesen werden. Der gesamte Wochenabschnitt wird am Schabbatmorgen vollständig gelesen.

Im Tempel nahmen die ersten Jesusnachfolger an den öffentlichen Gebeten und Lesungen teil (Apostelgeschichte 2,46-47). Damals gab es keine Bibeln für einzelne Personen. Deshalb war das gemeinsame Lesen der Heiligen Schriften ein wichtiger Bestandteil. Auch heute eröffnen sich durch das gemeinsame Bibellesen neue Perspektiven.

Vielleicht sind wir uns gar nicht mehr bewusst, welche Besonderheit es ist, dass wir alle eine Bibel besitzen können. Die heutigen Losungen knüpfen an die Tradition an, ein Wort aus dem Ersten Testament zu wählen und den Lehrtext aus dem Neuen.

Spannend ist auch die Auseinandersetzung Jesu mit seinen Brüdern und den Schriftgelehrten am Laubhüttenfest in Johannes 7.

Das Fazit lautet: Wer Gott sucht, entdeckt, wie Gott zu uns spricht. Wer sich auflehnt, ist blockiert. Wer sich selbst in den Mittelpunkt stellt, spricht nicht im Auftrag Gottes.

Bis heute ist es zentral: Die Entfaltung der Bibel ins tägliche Leben ist die Quelle göttlicher Kraft und göttlichen Trostes.

„Wenn jemand dürstet, der komme zu mir und trinke(Johannes 7,37).

Das Laubhüttenfest zeigt uns dass Gott verborgen auftritt. In einer vergänglichen Hülle. Das ist Liebe. Denn so haben wir die Chance, uns für ihn zu entscheiden.

Unter diesem Tuch befindet sich eine Frucht. Was denkt ihr, was es ist? Ich behaupte, es ist ein Apfel. Ihr könnt es mir glauben oder behaupten, es sei eine Birne oder etwas anderes. Wenn ich das Tuch wegnehme und euch zeige, was sich darunter befindet, müssen wir nicht mehr darüber diskutieren. Dann sehen wir es alle.

So ist es mit Jesus. Solange Gott uns in Jesus verborgen erscheint, können wir uns noch für ihn entscheiden. Wenn er in Herrlichkeit kommt, gibt es eine Scheidung zwischen denen, die an ihn geglaubt haben, und den anderen, die alles Göttliche abgelehnt haben.

Gott will sich auch durch uns schwache Christen offenbaren. Denn er will jedem Menschen die Möglichkeit geben, sich auf Gott einzulassen. Nach dem Motto: „Wenn der in seiner Schwachheit (Hütte) mit Gott ein neues Leben beginnen kann, gilt dieses Angebot auch mir.“

Rosch haSchana und Jom Kippur

In der Vorankündigung hieß es: Gemäß 3.Mose 23,24 soll Israel am ersten Tag des siebten Monats (= Tischri) den Tag des Schofarblasens feiern. Mit Rosch haSchana (dem jüdischen Neujahrsfest) beginnen zehn Bußtage, die am Abend des Jom Kippur (Versöhnungstag) enden. Einige erwarten, dass im Jahr 2025 an diesem Fest die Entrückung geschieht. Es gibt jedoch auch offene Fragen.

In unserer Serie über die jüdischen Feste haben wir gesehen, dass Karfreitag, Ostern und Pfingsten jeweils an jüdischen Festen stattgefunden haben. Die nächsten von Gott gebotenen Feste sind das Posaunenfest und Jom Kippur.

In 3.Mose 23,24-28 heißt es: „Im siebten Monat, am Ersten des Monats, soll euch Ruhe sein, eine Erinnerung durch Lärmblasen, eine heilige Versammlung. … 27 Doch am Zehnten dieses siebten Monats, da ist der Versöhnungstag. … um Sühnung für euch zu erwirken vor dem HERRN, eurem Gott.“

Eine logische Folge ist, dass an diesen Festen die Versöhnung Gottes mit ganz Israel stattfinden wird.

Rosch haSchana (Kopf des Jahres) des jüdischen Jahres 5786 beginnt im Jahr 2025 am Abend vom Montag, 22. September geht bis Dienstag, 23 September.

Gemäß der jüdischen Überlieferung im Midrasch Wajikra Raba ist Rosch haSchana Rosch haSchana und Jom Kippur weiterlesen

Schawuot und Pfingsten

Die Bibel berichtet, dass die Jesus-Gläubigen am Schawuot-Tag, dem Tag, an dem sich das jüdische Volk an den Empfang der Torah erinnert, den Heiligen Geist empfingen. Was hat das zu bedeuten?

In biblischer Zeit waren die drei Erntefeste Passah, Schawuot und das Laubhüttenfest mit Wallfahrten nach Jerusalem verbunden. An Passah dankte man für die Gerstenernte und erinnerte sich an den Auszug aus Ägypten. An Schawuot dankte man für die Weizenernte und gedachte an den Empfang der Torah. An Sukkot, dem Laubhüttenfest, dankte man für die Ernte von Wein und Obst und erinnerte sich an Gottes Fürsorge in der Wüste. Schawuot und Pfingsten weiterlesen

Schmecket und sehet

Messianisch-jüdische Pessachfeier

Die jüdischen Feste erinnern uns daran, wie Gott versorgt und führt.

Auch Jesus, die Apostel und die ersten Gemeinden haben diese Feste gefeiert. Schmecket und sehet weiterlesen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert