In Apostelgeschichte 20,17-38 sagt Paulus den Ältesten von Ephesus ganz klar, , dass er in Jerusalem gefangen genommen wird. Der Heilige Geist hatte ihm das aufgezeigt. Dieser Hinweis ist in doppelter Hinsicht hilfreich: Wenn Paulus festgenommen wird, sind die Gemeinden nicht davon überrascht und denken, Gott habe Paulus verlassen. Zudem ist Paulus selbst darauf vorbereitet, verhaftet zu werden.
Mit seiner Rede vor den Ältesten von Ephesus übergibt Paulus bewusst den Stab an die Verantwortlichen der Gemeinde weiter. Sie sollen die Gemeinde nun mit Nahrung versorgen und sie vor zerstörerischen Einflüssen schützen.
Paulus warnt vor den reißenden Wölfen, die alles durcheinanderbringen und Menschen an sich binden, statt sie mit Jesus zu verbinden.
In Vers 26 spricht Paulus auch von der Möglichkeit, dass Menschen, die das Evangelium angenommen haben, verloren gehen können. Paulus weist auf die Eigenverantwortung für ihr Leben hin (Vers 28).
Spannend ist, dass der Heilige Geist Paulus auch die Möglichkeit gibt, sein eigenes „Ja“ für seinen Weg zu finden. Seine Gefangenschaft ist keine Niederlage, sondern der von Gott gewollte und geführte Weg zu einer neuen Aufgabe.
Erst durch die Einschränkung erhielt Paulus die Möglichkeit, bis in unsere Zeit hinein zu wirken.
Ganzer Text:
Gott lässt uns nicht unvorbereitet in Schwierigkeiten laufen
In Apostelgeschichte 20,17-38 sagt Paulus den Ältesten von Ephesus ganz klar, dass ihm der Heilige Geist aufgezeigt hat, dass er in die Gefangenschaft gehen wird. Dieser Hinweis ist in doppelter Hinsicht hilfreich: Wenn Paulus festgenommen wird, sind die Gemeinden nicht davon überrascht und denken, Gott habe Paulus verlassen. Zudem ist Paulus selbst darauf vorbereitet, verhaftet zu werden.
Leiden gehört zum Glaubensleben dazu, das sehen wir in diesem Text, weil Paulus unter Tränen die gute Nachricht verkündet hatte. Doch der Heilige Geist geht nur so weit, wie wir es ertragen können. In 1.Korinther 10,13 schreibt Paulus: „Gott steht treu zu euch. Er wird auch weiterhin nicht zulassen, dass die Versuchung größer ist, als ihr es ertragen könnt. Wenn euer Glaube auf die Probe gestellt wird, schafft Gott auch die Möglichkeit, sie zu bestehen.“
Auch Jesus rang im Garten Gethsemane um ein „Nicht mein, sondern dein Wille geschehe“ (Lukas 22,42).
Mit seiner Rede vor den Ältesten von Ephesus übergibt Paulus bewusst den Stab an die Verantwortlichen der Gemeinde weiter. Sie sollen die Gemeinde nun mit Nahrung versorgen und sie vor zerstörerischen Einflüssen schützen. Mit den Begriffen „Aufseher“ oder „Bischof“, wie es in einigen Bibeln übersetzt wird, ist jemand gemeint, „der wie ein Hirte zu den Schafen schaut“. Im Hebräischen kommt das Wort „Hirte“ vom Sehen.
Paulus warnt vor den reißenden Wölfen, die alles durcheinanderbringen und Menschen an sich binden, statt sie mit Jesus zu verbinden. Wir sollten uns gegenseitig ermutigen und aufbauen und das himmlische Erbe weitergeben. Paulus weist auch darauf hin, dass man als Verantwortlicher einer Gemeinde die Leute nicht ausnehmen, sondern beschenken soll.
Der Heilige Geist fügt Menschen zur Gemeinde hinzu (Vers 28). Selbst Jesus hat gebetet: „die du mir gegeben hast“ (Johannes 17). Echte Hirten inspirieren ihre Schafe und fokussieren auf Gott, seinen Weg und seine Gnade, anstatt sie mit Appellen für sich zu instrumentalisieren (Verse 30-31).
In Vers 26 spricht Paulus auch von der Möglichkeit, dass Menschen, die das Evangelium angenommen haben, verloren gehen können. Paulus weist auf die Eigenverantwortung für ihr Leben hin (Vers 28).
Spannend ist, dass der Heilige Geist Paulus auch die Möglichkeit gibt, sein eigenes „Ja“ für seinen Weg zu finden. Seine Gefangenschaft ist keine Niederlage, sondern der von Gott gewollte und geführte Weg zu einer neuen Aufgabe. Gott möchte, dass die Botschaft des „Umdenkens zu Gott“ und des Vertrauens in Jesus (Vers 21) auch dort verkündet wird, wo ein durchschnittlicher Mensch nicht hinkommt. Paulus wird gebraucht, um vor den römischen Herrschern und dem Kaiser von Jesus zu reden.
Interessanterweise entstand erst durch die Gefangenschaft von Paulus sein Lebenswerk: das Lukasevangelium, die Apostelgeschichte und die Briefe.
Erst durch die Einschränkung wurde eine Tür geöffnet und Paulus erhielt die Möglichkeit, bis in unsere Zeit hinein zu wirken. Gottes Möglichkeiten werden in unserer Schwachheit sichtbar (2.Korinther 12,9).
Hanspeter Obrist, Juli 2025
Impuls aus dem offenen Bibel-Treff Ebnat-Kappel
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