Alle Beiträge von Hanspeter Obrist

Paulus und Felix 

Als Paulus vor dem römischen Statthalter Felix in Cäsarea angeklagt wurde (Apostelgeschichte 24,1-23), warf man ihm vor, was die Kläger selbst verursacht hatten – Unruhe.

Der „Humor Gottes ist, dass nun genau das eintrift, was die Gegner des Paulus verhindern wollten. Sie dachten, dass Paulus, als Anführer der Jesusbewegung („der Weg“ genannt), im Gefängnis blockiert sei. Tatsächlich war es aber gerade die Zeit im Gefängnis, in der Paulus alles aufschreiben musste und so die Jesusbewegung stärker prägte als die Leiter Petrus und Jakobus.

Der Glaube an Jesus hätte für Drusilla und Felix Konsequenzen gehabt, die sie nicht wollten.

Glauben bedeutet, sich mit der Hilfe des Heiligen Geistes zu verändern: in der Lebensführung und im Charakter. Zudem bedeutet es, sich bewusst zu werden, dass man für alles vor Gott Rechenschaft ablegen muss.

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Der Himmel ist kein Schlaraffenland

Jesus war der Erste, der von einer jenseitigen Welt sprach. In Johannes 14,2-3 spricht er von einem Wohnort, den er für uns vorbereitet. Ist der Himmel ein niemals endender Gottesdienst?

Zunächst muss uns bewusstwerden: Das Göttliche ist außerhalb von Raum (nicht an einen Ort gebunden), Zeit (ewig) und Materie (außerhalb der menschlichen Denkbox).

In unserem menschlichen Wunschbild dreht sich oft alles um uns selbst. Im Schlaraffenland steht der Mensch im Zentrum. Im Himmel ist es Gott.

Wir werden nicht ohne Aufgaben sein. Gott hat allen Geschöpfen eine Aufgabe und Bestimmung gegeben. Die Wesen, die sich gegen diese Aufgaben aufgelehnt haben, sind die abgefallenen Engel oder Menschen.

Das göttliche Prinzip ist, dass wir uns gegenseitig ergänzen und einander dienen. Deshalb sollen wir auf dieser Erde dieses Prinzip einüben.

Im Himmel wird unsere Persönlichkeit nicht aufgelöst, sondern sie soll sich, von egoistischen Motiven gereinigt, entfalten.

Wenn der Himmel Gemeinschaft mit Jesus ist, dann ist es schon auf der Erde unser Bedürfnis, Zeit mit ihm zu verbringen. Nicht als Erfüllung einer Pflicht, sondern in Sehnsucht nach seiner Gegenwart, wo immer wir sind.

 Der Himmel ist besser, als wir es uns vorstellen können.

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Jesus will bei uns einkehren

Die Geschichte von Zachäus in Lukas 19,1-10 ist spannend. Zachäus ist ein Zöllner, der anders ist als die anderen. Er ist klein. Als Jesus nach Jericho kommt, versperren ihm die Leute die Sicht. Er sucht nach einer Lösung und steigt auf einen Baum.

Unsere Herausforderungen sind vielleicht anders. Doch die Situation, dass wir manchmal nicht mehr darüber sehen, kennen wir. Plötzlich versperren uns unsere Sorgen und alltäglichen Herausforderungen die Sicht auf Jesus oder das Gute im Leben.

Zachäus will Jesus sehen und sucht nach einem Weg, wie er das erreichen kann. Jesus will bei uns einkehren weiterlesen

Ganz nach Plan

Paulus wusste, dass er bis nach Rom die gute Nachricht von Jesus verkünden soll (Apg. 19,21). Das bestätigte ihm auch Jesus im Gefängnis (Apg. 23,11).

In Jerusalem wird er durch falsche Anklagen ein Gefangener. In den Augen der führenden Juden kann sich ein Jesusnachfolger nicht mehr auf den Gott Israels berufen (Apostelgeschichte 22,30-23,24). Das sei gotteslästerlich. Denn das erste Gebot wird aus ihrer Sicht gebrochen, neben Gott einen anderen Gott (Jesus) zu haben.

Da die Juden sein Bekenntnis zum jüdischen Glauben ablehnen, weist Paulus sie darauf hin, dass sie selbst untereinander nicht einig sind. Er erwähnt, dass sein Glaube auf der Auferstehung der Toten beruht.

Ein schwieriger Weg muss nicht wegen uns selbst schwierig sein, sondern weil Gott damit andere Personen wachrütteln will. Rund zehn Jahre vor der Zerstörung von Jerusalem wird Jesus nochmals bei allen Verantwortlichen zum Thema. Doch sie lassen den Weckruf Gottes verstreichen.

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Die Vision von Paulus im Tempel

Paulus wollte den Vorwurf der Entfremdung vom Judentum in Jerusalem entkräften.

Die Zuhörer ließen sich jedoch nicht überzeugen, dass es ein göttlicher Auftrag war, Nichtjuden den Gott Israels nahe zu bringen.

In Apostelgeschichte 22,17-18 heißt es: „Eines Tages betete ich im Tempel. Da erschien mir der Herr in einer Vision und sagte: ›Beeil dich und verlasse Jerusalem so schnell wie möglich, denn die Menschen in dieser Stadt werden dir nicht glauben, was du von mir sagst.‹“ … 21 Doch der Herr befahl: ›Geh, denn ich will dich weit weg zu den nichtjüdischen Völkern senden.‹«

Weder eine hochkarätige Ausbildung noch das persönliche Erleben vermögen die Zuhörer zu überzeugen. Sie haben sich in ihrer ablehnenden Haltung gegenüber der Jesusbewegung verhärtet. Alle Argumente nützen nichts. Doch Gott lässt Paulus nicht im Stich.

Gute Argumente und persönliche Erfahrungen führen nicht automatisch zum Glauben. Gott lässt sich von den Menschen finden, die ihn suchen.

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Paulus soll seine Gesetzestreue beweisen

Paulus verkündet die Gemeinschaft mit Gott allein aus Glauben. Damit stößt er bei den Traditionalisten auf Widerstand. Durch die pointierte Darstellung des Evangeliums fühlen sie sich angegriffen.

Im Glauben geht es nicht um Formen und Normen, sondern um eine vertrauensvolle Beziehung zu Jesus, die sich natürlich auch in Formen und Traditionen ausdrückt – doch immer mit Jesus im Zentrum.

Als Paulus in Jerusalem ankam (Apostelgeschichte 21,17-40), wollten die Gemeindeverantwortlichen aufzeigen, dass Paulus nicht gegen die Tradition ist. Sie wussten, dass dies kritisiert wurde (Apostelgeschichte 21,21). Doch die Kritiker ließen sich nicht überzeugen.

Spannend ist, wie Gott nun Paulus aus dieser Situation rettete. Er benutzte dazu die verfeindete römische Macht. Gott hilft auch uns manchmal von ganz unerwarteter Seite.

Als Paulus zuvor der Gemeinde in Jerusalem von seinen Reisen berichtete, war es ihm wichtig zu erzählen, was Gott getan hatte. Nicht er stand dabei im Fokus, sondern Gott (Apostelgeschichte 21,19).

Im Glauben liegt der Fokus stets auf Gott und auf seinem Handeln und nicht auf uns. Traditionen verlieren an Wichtigkeit. Man besinnt sich auf das Wesentliche – und das ist beim christlichen Glauben der auferstandene Jesus.

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Laubhüttenfest – Camping zuhause

Als letztes der drei Wallfahrtsfeste (2. Mose 23,14-17) feiert Israel Sukkot, das Fest der Laubhütten (2025: von Montagabend, dem 6. Oktober, bis Montag, dem 13. Oktober). Gemäß 3. Mose 23,33 ff. wird es acht Tage lang gefeiert. Sukkot beginnt am 15.Tag des siebten Monats Tischri, nur fünf Tage nach Jom Kippur, und endet mit dem Schlussfest am achten Tag, dem Schemini Azeret. Laubhüttenfest – Camping zuhause weiterlesen

Leiden als Schlüsselerfahrung

Paulus ist auf dem Weg nach Jerusalem. Überall wird er durch den Heiligen Geist vor einer auf ihn zukommenden Leidenszeit gewarnt (Apostelgeschichte 21,1-17).

Diese Geschichte irritiert. Warum warnt der Heilige Geist und gibt Paulus zugleich die Gewissheit, dass dies Gottes Weg ist?

Manches in unserem Leben irritiert auch uns. Doch wenn wir das Leben von Jesus ansehen, erkennen wir ähnliche Muster.

Jesus wird bei der Taufe vom Heiligen Geist erfüllt. Dieser führt ihn in die Wüste und setzt ihn dem Versucher aus (Matthäus 4,1-11). Der Versucher macht Jesus drei Angebote: 1. Hilf dir selbst. (Mach aus den Steinen Brot.) 2. Fordere Gott zum Handeln auf. (Spring vom Dach des Tempels, dann werden dich die Engel auffangen.) 3. Warum willst du leiden, wenn ich dir alles ohne Leidensweg anbieten kann? (Der Teufel offeriert Jesus die Welt, wenn er ihn als rechtmäßigen Besitzer der Welt ehrt.) Jesus lehnt alle drei Angebote ab, da er sein Vertrauen allein auf den himmlischen Vater setzt.

Das Böse wird überwunden, indem es bei uns ins Leere läuft. Wenn wir Leid ertragen und aushalten und dennoch Gott vertrauen, verliert das Leiden seine Macht über uns.

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Sonntagsgedanken Toggenburger Tagblatt – 20. September 2025

Gebete verändern Menschen

Obwohl sich der eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag dem Gebet widmet, ist er kein kirchlicher, sondern ein staatlicher Feiertag. Paulus schrieb im 1.Timotheus 2,2–3: «Betet besonders für alle, die in Regierung und Staat Verantwortung tragen, damit wir in Ruhe und Frieden leben können, ehrfürchtig vor Gott und aufrichtig unseren Mitmenschen gegenüber». Albert Schweitzer sagte: «Gebete ändern die Menschen».

Der Hauptfokus im Gebet ist nicht, Gott zu bewegen. Viel wichtiger ist, dass wir durch das Gebet von Gott bewegt und beschenkt werden. Gebete sind keine Anweisungen an Gott, sondern ein Gespräch mit ihm, in dem er uns auf das hinweisen möchte, was ihm wichtig ist.

Der schweizerische Bettag hat drei Schwerpunkte: Dank, Busse und Gebet. Es ist ein spannender Gedanke, dass wir vor allem dankbare Menschen sein sollen. Das eröffnet uns eine neue Perspektive auf die schönen Dinge des Alltags. Lasst uns die Faszination des Lebens neu entdecken. David ermutigt in Psalm 103,2 seine Seele: „Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat!“ Warum also nicht Gott für all das Schöne im Toggenburg danken?

Der zweite Schwerpunkt dieses Tages ist die Busse. Busse ist die Anfrage an uns, ob wir uns von der Not in unserem Land berühren lassen wollen. In Lukas 19,41 steht von Jesus „Als er näher kam und die Stadt (Jerusalem) sah, da weinte er über sie“. Jesus liegen alle Menschen am Herzen, auch alle im Toggenburg.

Beten bedeutet zu unserer Ohnmacht zu stehen, Gott unsere Not zu sagen, Jesus in unser Leben einzuladen und darauf zu vertrauen, dass der Heilige Geist in und durch uns wirkt. Fürbitte meint, dass wir für diejenigen beten, denen im Moment die Worte fehlen. Wir können Gott jederzeit unser Herz ausschütten, so wie es in Psalm 62,9 heißt: „Vertraut ihm, Volk, zu jeder Zeit! Schüttet euer Herz vor ihm aus! Denn Gott ist unsere Zuflucht.“

Hanspeter Obrist, Erwachsenenbildner und Pastor der Viva-Kirche Ebnat-Kappel

Rosch haSchana und Jom Kippur

In der Vorankündigung hieß es: Gemäß 3.Mose 23,24 soll Israel am ersten Tag des siebten Monats (= Tischri) den Tag des Schofarblasens feiern. Mit Rosch haSchana (dem jüdischen Neujahrsfest) beginnen zehn Bußtage, die am Abend des Jom Kippur (Versöhnungstag) enden. Einige erwarten, dass im Jahr 2025 an diesem Fest die Entrückung geschieht. Es gibt jedoch auch offene Fragen.

In unserer Serie über die jüdischen Feste haben wir gesehen, dass Karfreitag, Ostern und Pfingsten jeweils an jüdischen Festen stattgefunden haben. Die nächsten von Gott gebotenen Feste sind das Posaunenfest und Jom Kippur.

In 3.Mose 23,24-28 heißt es: „Im siebten Monat, am Ersten des Monats, soll euch Ruhe sein, eine Erinnerung durch Lärmblasen, eine heilige Versammlung. … 27 Doch am Zehnten dieses siebten Monats, da ist der Versöhnungstag. … um Sühnung für euch zu erwirken vor dem HERRN, eurem Gott.“

Eine logische Folge ist, dass an diesen Festen die Versöhnung Gottes mit ganz Israel stattfinden wird.

Rosch haSchana (Kopf des Jahres) des jüdischen Jahres 5786 beginnt im Jahr 2025 am Abend vom Montag, 22. September geht bis Dienstag, 23 September.

Gemäß der jüdischen Überlieferung im Midrasch Wajikra Raba ist Rosch haSchana Rosch haSchana und Jom Kippur weiterlesen