Archiv der Kategorie: Bibel-Treff

Die Vision von Paulus im Tempel

Paulus wollte den Vorwurf der Entfremdung vom Judentum in Jerusalem entkräften.

Die Zuhörer ließen sich jedoch nicht überzeugen, dass es ein göttlicher Auftrag war, Nichtjuden den Gott Israels nahe zu bringen.

In Apostelgeschichte 22,17-18 heißt es: „Eines Tages betete ich im Tempel. Da erschien mir der Herr in einer Vision und sagte: ›Beeil dich und verlasse Jerusalem so schnell wie möglich, denn die Menschen in dieser Stadt werden dir nicht glauben, was du von mir sagst.‹“ … 21 Doch der Herr befahl: ›Geh, denn ich will dich weit weg zu den nichtjüdischen Völkern senden.‹«

Weder eine hochkarätige Ausbildung noch das persönliche Erleben vermögen die Zuhörer zu überzeugen. Sie haben sich in ihrer ablehnenden Haltung gegenüber der Jesusbewegung verhärtet. Alle Argumente nützen nichts. Doch Gott lässt Paulus nicht im Stich.

Gute Argumente und persönliche Erfahrungen führen nicht automatisch zum Glauben. Gott lässt sich von den Menschen finden, die ihn suchen.

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Paulus soll seine Gesetzestreue beweisen

Paulus verkündet die Gemeinschaft mit Gott allein aus Glauben. Damit stößt er bei den Traditionalisten auf Widerstand. Durch die pointierte Darstellung des Evangeliums fühlen sie sich angegriffen.

Im Glauben geht es nicht um Formen und Normen, sondern um eine vertrauensvolle Beziehung zu Jesus, die sich natürlich auch in Formen und Traditionen ausdrückt – doch immer mit Jesus im Zentrum.

Als Paulus in Jerusalem ankam (Apostelgeschichte 21,17-40), wollten die Gemeindeverantwortlichen aufzeigen, dass Paulus nicht gegen die Tradition ist. Sie wussten, dass dies kritisiert wurde (Apostelgeschichte 21,21). Doch die Kritiker ließen sich nicht überzeugen.

Spannend ist, wie Gott nun Paulus aus dieser Situation rettete. Er benutzte dazu die verfeindete römische Macht. Gott hilft auch uns manchmal von ganz unerwarteter Seite.

Als Paulus zuvor der Gemeinde in Jerusalem von seinen Reisen berichtete, war es ihm wichtig zu erzählen, was Gott getan hatte. Nicht er stand dabei im Fokus, sondern Gott (Apostelgeschichte 21,19).

Im Glauben liegt der Fokus stets auf Gott und auf seinem Handeln und nicht auf uns. Traditionen verlieren an Wichtigkeit. Man besinnt sich auf das Wesentliche – und das ist beim christlichen Glauben der auferstandene Jesus.

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Leiden als Schlüsselerfahrung

Paulus ist auf dem Weg nach Jerusalem. Überall wird er durch den Heiligen Geist vor einer auf ihn zukommenden Leidenszeit gewarnt (Apostelgeschichte 21,1-17).

Diese Geschichte irritiert. Warum warnt der Heilige Geist und gibt Paulus zugleich die Gewissheit, dass dies Gottes Weg ist?

Manches in unserem Leben irritiert auch uns. Doch wenn wir das Leben von Jesus ansehen, erkennen wir ähnliche Muster.

Jesus wird bei der Taufe vom Heiligen Geist erfüllt. Dieser führt ihn in die Wüste und setzt ihn dem Versucher aus (Matthäus 4,1-11). Der Versucher macht Jesus drei Angebote: 1. Hilf dir selbst. (Mach aus den Steinen Brot.) 2. Fordere Gott zum Handeln auf. (Spring vom Dach des Tempels, dann werden dich die Engel auffangen.) 3. Warum willst du leiden, wenn ich dir alles ohne Leidensweg anbieten kann? (Der Teufel offeriert Jesus die Welt, wenn er ihn als rechtmäßigen Besitzer der Welt ehrt.) Jesus lehnt alle drei Angebote ab, da er sein Vertrauen allein auf den himmlischen Vater setzt.

Das Böse wird überwunden, indem es bei uns ins Leere läuft. Wenn wir Leid ertragen und aushalten und dennoch Gott vertrauen, verliert das Leiden seine Macht über uns.

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Gott lässt uns nicht unvorbereitet in Schwierigkeiten laufen

In Apostelgeschichte 20,17-38 sagt Paulus den Ältesten von Ephesus ganz klar, , dass er in Jerusalem gefangen genommen wird. Der Heilige Geist hatte ihm das aufgezeigt. Dieser Hinweis ist in doppelter Hinsicht hilfreich: Wenn Paulus festgenommen wird, sind die Gemeinden nicht davon überrascht und denken, Gott habe Paulus verlassen. Zudem ist Paulus selbst darauf vorbereitet, verhaftet zu werden.

Mit seiner Rede vor den Ältesten von Ephesus übergibt Paulus bewusst den Stab an die Verantwortlichen der Gemeinde weiter. Sie sollen die Gemeinde nun mit Nahrung versorgen und sie vor zerstörerischen Einflüssen schützen.

Paulus warnt vor den reißenden Wölfen, die alles durcheinanderbringen und Menschen an sich binden, statt sie mit Jesus zu verbinden.

In Vers 26 spricht Paulus auch von der Möglichkeit, dass Menschen, die das Evangelium angenommen haben, verloren gehen können. Paulus weist auf die Eigenverantwortung für ihr Leben hin (Vers 28).

Spannend ist, dass der Heilige Geist Paulus auch die Möglichkeit gibt, sein eigenes „Ja“ für seinen Weg zu finden. Seine Gefangenschaft ist keine Niederlage, sondern der von Gott gewollte und geführte Weg zu einer neuen Aufgabe.

Erst durch die Einschränkung erhielt Paulus die Möglichkeit, bis in unsere Zeit hinein zu wirken.

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Leben mit der Gewissheit der Totenauferstehung

In Alexandria Troas verabschiedet sich Paulus am Abend von der Gemeinde. Da fällt ein Mann mit dem Namen „Der Glück hat“ (Eutychus) aus dem dritten Stock aus dem Fenster.

Paulus berührt den jungen Mann, wie einst Elia das Kind der Witwe, und der Tote wird wieder lebendig.

Anschließend feiern sie das Abendmahl. Damit erinnern sie sich daran, dass Jesus durch das Kreuz und die Auferstehung den endgültigen Tod überwunden hat. Diese Kraft haben die Zuhörer zuvor erlebt.

Wer mit Gott unterwegs ist, wird nicht vor allem Leid und allen Schwierigkeiten bewahrt, doch Gott verherrlicht sich immer wieder in unserem Leben, indem er eingreift.

Gott erleben wir in der Not, indem er uns die Last wegnimmt oder die Kraft gibt, sie zu ertragen.

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Das Geschäft mit der Himmelskönigin

In Ephesus war soeben eine Erweckung geschehen.

Ephesus war ein Wallfahrtsort für die  Göttin Artemis. Der Glaube an eine Himmelskönigin ist schon sehr alt.

In Ephesus verkauften Silberschmiede kleine Tempel und andere geweihte Gegenstände, denen göttliche Kräfte zugeschrieben wurden (Apostelgeschichte 19,23-40). Paulus sprach sich gegen die Wirksamkeit solcher von Menschenhand gefertigter Bilder aus (Vers 26). Er lästerte jedoch nicht über die Göttin selbst (Vers 37).

Nun, da sich viele dem Glauben an Jesus zugewandt hatten, schien das Geschäft mit dem Glauben in Gefahr zu sein (Vers 27).

Manchmal ist es besser zu schweigen, besonders dann, wenn Emotionen im Spiel sind.

Spannend ist auch, dass Paulus nie negativ über den Glauben anderer sprach. Auf jeden Fall konnte man ihm und seinen Mitstreitern nicht vorwerfen, dass sie über die Göttin gelästert hatten (Vers 37). Ihm war es wichtig, den Menschen aufzuzeigen, dass der Glaube sein Vertrauen auf Jesus setzt und nicht auf Gegenstände, denen man göttliche Kräfte zuschreibt.

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Reich Gottes kontra Magie

Wie es Paulus versprochen hatte, kam er nach Ephesus zurück.  Er predigte wie Jesus über das Reich Gottes und nicht über eine Optimierung des Lebens (Apostelgeschichte 19,8 –22). Durch Paulus geschahen außergewöhnliche Wunder.

Nach dem misslungenen Versuch der sieben Söhne Skevas mit dem Namen Jesu Geister zu vertreiben, wurde deutlich, dass Jesus sich nicht instrumentalisieren ließ. Eine komplette Unterstellung unter seine Herrschaft (Reich Gottes) ist nötig. Deshalb ist es wichtig, dass Jesus als Herr aufgenommen wird.

In der Magie versucht der Mensch, geistliche Mächte für einen persönlichen Vorteil zu nutzen. Dabei begibt man sich in Abhängigkeiten von Menschen und Geistern.

In der Gegenwart Gottes werden verborgene Sünden offenbar. So wurden in Ephesus die spirituellen Bücher öffentlich verbrannt.

Das Reich Gottes lässt sich nicht für unsere Zwecke instrumentalisieren. Der Mensch erkennt Jesus als neuen Herrn und König an.

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Geistgeleiteter Glaube

Apollos glaubt an Jesus, aber ihm fehlt das Eintauchen in das Wirken des Heiligen Geistes, das ihn zu einem bevollmächtigten Leben in Christus befähigt. 

Es ist der Unterschied zwischen einem intellektuellen Glauben und einem geistgeleiteten Glauben mit einer lebendigen Beziehung zum himmlischen Vater.

Apollos ist bereit, ungebildeten Gläubigen zuzuhören. Priszilla und Aquila teilen ihre Glaubenserfahrungen und erweitern das Verständnis des Apollos für den Weg mit Jesus.

Der Heilige Geist führt und inspiriert Menschen in der Nachfolge Christi.

Diese Erfahrung macht ihn zu einem neu gesegneten Werkzeug in der Hand Gottes in der Gegend von Achaia, in der auch Korinth liegt.

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Paulus in Athen – ein Sinnbild für unsere Zeit

Es fällt auf, dass die viel gerühmte Musterpredigt von Paulus in Athen (Apostelgeschichte 17,19-34) kein Erfolg war.

Zunächst würdigt Paulus ihre Hingabe. Denn in jedem Menschen ist ein göttlicher Funke.

Es ist ihm wichtig zu betonen, dass Gott nicht ein Gedanke des Menschen, sondern der Mensch ein Gedanke Gottes ist. Ohne Gott fehlt uns etwas.

In ihm leben wir und bewegen wir uns“ (Apostelgeschichte 17,28).

Um das wahrzunehmen, müssen wir umdenken und uns Gott zuwenden („dass überall alle umkehren sollen“).

Umdenken von unseren falschen Gottesbildern, hin zum liebenden himmlischen Vater, wie er sich in der Bibel offenbart.

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Die missverstandene Königsherrschaft

Paulus und Silas erreichen Thessalonich.

Die jüdischen Schriften bezeugen, dass der Messias leiden und auferstehen wird, um seine Königsherrschaft anzutreten (Apostelgeschichte 17,1-15).

Um Paulus öffentlich angreifen zu können, wird das Königtum Jesu von den Gegnern verdreht. Jesus will nicht den Kaiser ersetzen, sondern aus menschlichen Abhängigkeiten befreien, indem der Mensch sich von Gott bestimmen lässt und sich von ihm getragen weiß.

Nur wer die Bibel kennt, kann ihre Aussagen beurteilen.

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