Archiv der Kategorie: Gottesdienst – Impuls

Tröstet mein Volk

Israelsonntag – Tischa BeAwTröstet mein Volk

Das Gedenken an die Zerstörung Jerusalems Tischa BeAw (2025: 3. August) fand im christlichen Kalender am 10. Sonntag nach Trinitatis (2025: 24. August) Eingang. Dieser Tag wird auch „Israelsonntag“ genannt.

Luther führte diesen Tag zu Beginn der Reformation ein, um seine Verbundenheit mit den Juden zu bekunden. Zunächst wurde er „Jerusalem-Gedenktag“ genannt.

Das jüdische Volk hat viele Gedenktage, die meistens mit einem Innehalten und Fasten verbunden sind. Ein großer Unterschied zu uns ist, dass auch Katastrophen gedacht wird. Das machen wir in der Schweiz weniger. Tröstet mein Volk weiterlesen

Versöhnung durch das Kreuz

Der gekreuzigte Jesus erscheint weltfremd. In 1.Korinther 1,22-24 schreibt Paulus: „Während Juden Zeichen fordern und Griechen Weisheit suchen, 23 predigen wir Christus als gekreuzigt, für Juden ein Anstoß und für Nationen eine Torheit; 24 den Berufenen selbst aber, Juden wie Griechen, Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit.“

Die Botschaft vom Kreuz ist schwer einzuordnen. In christlichen Kreisen wird heute ganz neu darüber debattiert, wie das Kreuz zeitgemäß zu interpretieren ist. Versöhnung durch das Kreuz weiterlesen

Zur Ruhe kommen

In Matthäus 11,29-30 heißt es: Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen, und ich werde euch Ruhe geben. 30 Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, und ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen.“

Diese Verse fassen das Evangelium, die gute Nachricht von Jesus Christus, in wenigen Worten zusammen. Genauso wie es Johannes macht (Johannes 3,16).

Wen spricht Jesus an? Was sind Mühselige?

Menschen, die sich abmühen, die müde oder ausgepumpt sind. Vielleicht sind es auch Menschen, für die Religion eine Last ist, weil sie den Erwartungen nicht entsprechen. Zur Ruhe kommen weiterlesen

Der Neuanfang

Nachdem die Menschen sich selbst zugrunde gerichtet hatten, beschloss Gott einen Reset (Neuanfang). Noah war der Mann seines Vertrauens. Doch die Geschichte lehrt uns:  Ein Reset und ein neues Umfeld genügen nicht. Der Mensch muss sein Herz ändern. 

Im letzten Impuls haben wir gesehen, dass der Mensch selbst entscheiden wollte, was gut für ihn ist. Dadurch wurde sein Urvertrauen in Gott erschüttert. Die Folge ist eine zerrüttete Beziehung zu Gott und Mitmenschen. In 1.Mose 3,15 hat Gott jedoch einen Retter verheißen: „Feindschaft setze ich zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Nachkommen und ihrem Nachkommen. Er trifft dich am Kopf und du triffst ihn an der Ferse.“

Nun wird ein besonderer Mensch geboren. So lesen wir in 1.Mose 5,28-29: „Lamech lebte 182 Jahre und zeugte einen Sohn. 29 Und er gab ihm den Namen Noah (Ruhe, Trost), indem er sagte: Dieser wird uns trösten über unserer Arbeit und über der Mühsal unserer Hände von dem Erdboden, den der HERR verflucht hat.“ Andere übersetzten: Er wird uns aufatmen lassen“. Ist das nun der verheißene Retter?

Petrus schreibt in 2.Petrus 2,5, dass Noah ein Prediger der Gerechtigkeit war. Und in 1.Petrus 3,20, dass Gott geduldig wartete, als Noah die Arche baute. Jesus sagte in Matthäus 24,37: „Wie die Tage Noahs waren, so wird auch die Ankunft des Sohnes des Menschen sein.“ Die Geschichte von Noah spricht also in unsere Zeit hinein. Der Neuanfang weiterlesen

Ich will erzählen von deiner Herrlichkeit

David ermutigt uns in Psalm 145,1-10 Gott anzubeten, ihm zu vertrauen und seine Taten zu verkünden. Hier einige Gedanken zur Umsetzung:

Wir wollen Gott die Stellung geben, die ihm gebührt. Er ist unser König (Vers 1). Wir respektieren seine Worte. Wir wollen ihn täglich rühmen (Vers 2). Über Gottes unausforschliche Grösse können wir nur staunen und ihm danken (Vers 3).

Wir sind dazu berufen, Gottes Herrlichkeit an kommende Generationen weiterzugeben und begeistert von ihm zu erzählen (Vers 4-7). Man könnte dies übersetzten mit: «Wie die Alten klingen, so die Jungen singen».

Wir halten unseren Glauben lebendig, indem wir von Gott reden, über ihn nachdenken, Erlebtes erzählen, ihn wertschätzen und rühmen.

Wer aus der Geschichte lernt, muss sie nicht wiederholen. Wir können mit Gottes Hilfe neue Wege gehen.

Wir sollen von unseren Erfahrungen mit Gott erzählen, damit andere davon reden und seine Güte und Gerechtigkeit rühmen (Vers 6-7). Jesus sagt in Matthäus 5,16: «Lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.»

Gottes Macht (Vers 1) ist verknüpft mit seiner Güte und Gerechtigkeit (Vers 7). Gottes Gnade ist eine unverdiente Zuwendung (Vers 8-9). Er wirbt um uns. Sein Ziel ist eine Beziehung aus Liebe. Wer Gottes Liebe annimmt, erwidert sie und schwärmt von Gott (Vers 10).

Psalm 145

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Der Mensch erklärt seine Unabhängigkeit von Gott

Gott hat den Menschen als sein Gegenüber und Repräsentant auf dieser Erde erschaffen. Damit haben wir uns im Impuls „Jeder Mensch ist ein Gedanke Gottes“ auseinandergesetzt.

Wir haben die Fähigkeit, göttliche Realität wahrzunehmen. Gottes Atem ist in uns (1.Mose 2,7). Paulus schreibt in Römer 1,20: Sein unsichtbares Wesen, sowohl seine ewige Kraft als auch seine Göttlichkeit, wird seit Erschaffung der Welt in dem Gemachten wahrgenommen“.

Im Unterschied zu den Tieren kann der Mensch auch außerhalb seiner eigenen Wahrnehmung aus den Erfahrungen anderer lernen, konstruktiv denken und eigenständige Entscheidungen treffen.

Eines Tages stellte der Mensch Gottes Liebe und Wohlwollen in Frage. Er zweifelte daran, dass Gott es gut mit ihm meint und die Anweisung, von einem Baum nicht zu essen, zu seinem Besten ist.

Der Mensch wollte nicht mehr von Gott abhängig sein, sondern selbst entscheiden, was gut für ihn ist.

Viele Probleme mit Gott haben auch heute mit diesem Punkt zu tun. Wir zweifeln immer wieder an der Güte Gottes und das blockiert unsere Beziehung zu Gott.

Wir wollen nun in eine Geschichte schauen, welche uns ein Spiegel ist. Es geht weniger um die Details als um den Inhalt, bei dem wir merken, die Zerrüttung unserer Beziehung mit Gott hat seinen Grund nicht bei anderen, sondern bei uns selbst.  Der Mensch erklärt seine Unabhängigkeit von Gott weiterlesen

Schawuot und Pfingsten

Die Bibel berichtet, dass die Jesus-Gläubigen am Schawuot-Tag, dem Tag, an dem sich das jüdische Volk an den Empfang der Torah erinnert, den Heiligen Geist empfingen. Was hat das zu bedeuten?

In biblischer Zeit waren die drei Erntefeste Passah, Schawuot und das Laubhüttenfest mit Wallfahrten nach Jerusalem verbunden. An Passah dankte man für die Gerstenernte und erinnerte sich an den Auszug aus Ägypten. An Schawuot dankte man für die Weizenernte und gedachte an den Empfang der Torah. An Sukkot, dem Laubhüttenfest, dankte man für die Ernte von Wein und Obst und erinnerte sich an Gottes Fürsorge in der Wüste. Schawuot und Pfingsten weiterlesen

Jeder Mensch ist ein Gedanke Gottes

Psalm 139,13-24, von König David:

Du selbst hast mein Innerstes geschaffen, hast mich gewoben im Schoß meiner Mutter. 14 Ich danke dir, dass ich so staunenswert und wunderbar gestaltet bin. Ich weiß es genau: Wunderbar sind deine Werke. … 16 Als ich noch gestaltlos war, sahen mich bereits deine Augen. In deinem Buch sind sie alle verzeichnet: die Tage, die schon geformt waren, als noch keiner von ihnen da war. 17 Wie kostbar sind mir deine Gedanken, Gott! Wie gewaltig ist ihre Summe! 18 Wollte ich sie zählen, sie sind zahlreicher als der Sand. … 24 Leite mich auf dem Weg der Ewigkeit!“

Das Bild aus Psalm 139 ist eindrücklich. Selbst wenn du kein Wunschkind bist und deine Eltern dich nicht erwartet haben, Gott hat auf dich gewartet. Er hat sein Ja zu dir gegeben. Er hat sich danach gesehnt, dass du bist (Vers 16). Jeder Mensch ist ein Gedanke Gottes weiterlesen

Endzeit-Erwartungen

Als Jesus das letzte Mal mit seinen Jüngern zusammen war, fragten diese: „Herr, stellst du in dieser Zeit für Israel das Reich wieder her?“ (Apostelgeschichte 1,6). Die Jünger erwarteten, dass Jesus die Königsherrschaft unmittelbar in Israel aufrichten würde.

Die Antwort Jesu lautete: „Es ist nicht eure Sache, Zeiten oder Zeitpunkte zu wissen, die der Vater in seiner eigenen Vollmacht festgesetzt hat. 8 Aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist; und ihr werdet meine Zeugen (Märtyrer) sein, sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde (Apostelgeschichte 1,7-8). Jesus verspricht seinen Jüngern nur seine Gegenwart durch den Heiligen Geist in allen Schwierigkeiten. Ein irdisches Reich wird aber auch nicht abgelehnt. Endzeit-Erwartungen weiterlesen

Die Bibel – Mythen und Fakten

Die Bibel ist ein ganz besonderes Buch. Mehr als 40 Schreiber haben über einen Zeitraum von 1500 Jahren die verschiedenen Schriften der Bibel verfasst.

Die Bibel ist eigentlich eine Bibliothek. Es sind 66 Bücher. 39 sind auf Hebräisch und Aramäisch geschrieben und die 27 Schriften des Neuen Testament sind auf Griechisch.

Die Bibel wird zunehmend in Frage gestellt. So schreibt der katholische Theologe Peter Kreeft: „Der Zweifel an die historische Zuverlässigkeit der Schrift ist der top Einwand der Religionskritiker im 20. Jahrhundert“.

Der Versuch, Glaube und Geschichte und damit Wahrheit und Wirklichkeit voneinander zu trennen, führt entweder in den Unglauben oder in eine Welt der Illusionen.

Glaube ohne biblische Geschichte wird zur Philosophie, statt Theologie. Man lernt nicht mehr Gott kennen, sondern philosophiert über Gott und wie man Gott haben will. Immer mehr Theologen sehen in den biblischen Berichten nur noch Mythen und menschliche Wunscherzählungen. Die Bibel – Mythen und Fakten weiterlesen