In 1.Samuel 14,6 heißt es: «Es ist dem HERRN nicht schwer, durch viel oder wenig zu helfen.»
Was ist der Hintergrund dieses Verses?
Israel ist im Krieg mit seinen Erzfeinden, den Philistern. Saul zieht mit einer kleinen Schar von nur 600 Mann den Philistern entgegen. Die Philister sind den Israeliten militärisch überlegen und besetzen wichtige Orte in Israel, unter anderem auch einen erhöhten Ort bei Michmas.
Jonatan vertraute darauf, dass Gott auch diese hoffnungslose Situation ändern kann.
1.Samuel 14,6: «Und Jonatan sprach zu seinem Waffenträger: Komm, lass uns hinübergehen zu der Wache dieser Unbeschnittenen! Vielleicht wird der HERR etwas für uns tun, denn es ist dem HERRN nicht schwer, durch viel oder wenig zu helfen.»
Die Wachen waren 20 Mann stark. Eine klare Überlegenheit also. Doch Jonatan und sein Waffenträger waren überzeugt, dass Gottes Sieg nicht von menschlicher Stärke abhängt.
Der Vers ermutigt, im eigenen Leben auf Gottes Hilfe zu vertrauen, selbst wenn die eigenen Ressourcen gering erscheinen.
Jonatan und sein Waffenträger vertrauten nicht auf ihre eigenen Fähigkeiten, sondern auf die Möglichkeiten Gottes. So bauten sie ein Zeichen ein. Eine «offene Tür.»
Jonatan und sein Waffenträger vereinbarten, dass sie sich dem Wachposten bis in Sichtweite der Philister nähern würden. Je nachdem, wie die Philister sich verhalten, werden die beiden wieder umkehren oder angreifen. Werden die Philister sagen: „Halt, keinen Schritt weiter! Wir kommen zu euch herunter“, kehren die beiden wieder um. Rufen sie jedoch: „Kommt doch herauf zu uns!”, dann ist das das Zeichen, dass der Herr ihnen den Sieg über die Philister schenken wird.
Als die Wachen sie heraufbaten, rief Jonatan seinem Waffenträger zu: »Los, mir nach! Der HERR hat sie in die Hand Israels gegeben!«
Nun brach im ganzen Heer der Philister Panik aus. Dazu bebte die Erde. So versetzte Gott alle Philister in Angst und Schrecken.
In der Lutherbibel steht: „Es geschah ein Gottesschrecken“. Sie wurden kampfunfähig.
Was bedeutet das nun für euch und uns?
Gott ist nichts unmöglich. Er ist nicht auf unsere Stärke angewiesen. Doch er handelt durch uns, wenn wir darauf vertrauen, dass er etwas bewirkt.
Er hätte den Gottesschrecken auch schon vorher schicken können, sodass die Philister gar nicht erst in den Krieg gezogen wären. Doch Gott möchte, dass wir lernen, ihm zu vertrauen. Wir sollen seine Möglichkeiten sehen und erleben.
Nicht immer bebt die Erde. Jesus fragte seine Jünger in Lukas 22,35: «Als ich euch ausgesandt habe ohne Geldbeutel, ohne Tasche und ohne Schuhe, habt ihr je Mangel gehabt? Sie sprachen: Nein, keinen.»
Es geht bei diesem Vers nicht um uns, sondern um Gott, der immer noch Möglichkeiten hat, selbst wenn wir im Moment keine sehen.