Die Offenbarung entfaltet uns ein Bild von einem Gott, der die Menschen wachrütteln will. Wie beim Auszug aus Ägypten Mose und Aaron vor dem Pharao aufgetreten sind, berichtet uns Johannes von zwei Zeugen, die einen klaren letzten Ruf zur Umkehr proklamieren.
Auffällig ist, dass Johannes den Fokus auf die Menschen richten soll, die Gott anbeten. Die zweite Gruppe, die den Vorplatz des Tempels 3,5 Jahre zertretet, ist ein Bild für Menschen, die nicht die Sehnsucht nach der Gemeinschaft mit Gott in sich tragen. Sie profitieren von der Frömmigkeit, sind aber nicht zur Anbetung Gottes durchgedrungen. Sie möchten Hilfe in notvollen Situationen, doch sie möchten sich nicht mit Gott verbinden. Hier steht der Ausdruck „Nationen”. Im biblischen Sprachgebrauch bezeichnet er einen Nichtjuden. Jemand, der sich nicht in den Bund Gottes aufnehmen lassen will. Wer Jesus in sein Leben aufnimmt, wird durch ihn Teilhaber am göttlichen Bund.
Anbetung bedeutet, Gott zu lieben, weil er ist. Ihn wertschätzen. Ihm für alles danken, was er uns schenkt. Mit seinen Augen uns und unsere Mitmenschen sehen.
Was hat es mit diesen zwei Zeugen auf sich?
Durch die beiden Zeugen erfolgt ein letzter klarer Ruf zur Umkehr und zur Anbetung Gottes. Es wird viel darüber spekuliert, wer diese Zeugen sein könnten. Einige glauben, dass es die beiden noch nicht gestorbenen Menschen sind: Henoch und Elia. Andere deuten es als die jüdische und die nichtjüdische Gemeinde. Wieder andere meinen, es seien Elia und Mose. Im Judentum wird vor dem „Propheten wie Mose“ der wiederkehrende Elia erwartet. Durch Elia fiel auf dem Karmel Feuer vom Himmel und durch ihn verschloss sich der Himmel, sodass es nicht mehr regnete. Mose konnte Wasser in Blut verwandeln und löste die Plagen in Ägypten aus. Dies wird in den Versen 5 und 6 beschrieben: „Feuer …verzehrt ihre Feinde; …6 Diese haben die Macht, den Himmel zu verschließen, damit … kein Regen fällt. … Wasser in Blut zu verwandeln … mit jeder Plage “
Wie die Gerichte zuvor, erinnern auch die beiden Zeugen an den Auszug aus Ägypten, als Mose und Aaron als Zeugen Gottes vor den Pharao traten, um die Israeliten für den Dienst an Gott freizusetzen.
Wer auch immer sie sein mögen, Johannes vergleicht die beiden Zeugen mit zwei Ölbäumen und zwei Leuchtern. In Sacharja 4 werden zwei Ölbäume, aber nur ein Leuchter erwähnt. In Offenbarung 1 sind die Gemeinden der (Menorah-) Leuchter.
Die zwei Zeugen stehen als von Gott Gesalbte (Sacharja 4,14) in einem prophetischen Dienst und bringen Licht ins Dunkel, indem sie die Dinge beim Namen nennen.
Sie treten im Bußgewand auf (Offenbarung 11,3). Werbend rufen sie zur Umkehr zu Gott auf. Sie scheinen jedoch wenig Erfolg zu haben. Nachdem sie ihren Auftrag erfüllt haben, werden sie umgebracht. Da die Zeugen um die Auferstehung der Toten wissen, lassen sie sich auch vom Tod nicht abschrecken und stehen unerschrocken für Gott ein.
Die Frage ist, warum es zwei Zeugen sind. Jesus hat auch seine Jünger immer zu zweit ausgesandt. Damit eine Sache Gültigkeit erhält, ist in der Bibel nach 5.Mose 19,15 das Zeugnis von mindestens zwei Menschen gefordert.
Die Zeit der Nationen und die der zwei Zeugen sind identisch und betragen dreieinhalb Jahre (Offenbarung 11,2–3). Ebenso die Zeit in der es unter Elia keinen Regen gab („im dritten Jahr“ 1.Könige 18,1). Nach 3 ½ (Jahr-) Tagen wird der Bund bei Daniel gebrochen (Daniel 9,27).
Das Zur-Schau-Stellen der Leichname für dreieinhalb Tage in Jerusalem weist auf die Gottlosigkeit und den geistlichen Zustand der Stadt hin. In Israel werden Leichname, aufgrund von 5.Mose 21,22–23, wenn immer möglich noch am gleichen Tag oder zumindest sehr schnell ins Grab gelegt. Nach jüdischer Tradition verlässt eine Seele den Leib nach drei Tagen. Deshalb sind die zwei Zeugen nach diesen dreieinhalb Tagen unwiderruflich tot. Umso erstaunlicher ist ihre für alle sichtbare Auferstehung. Es steht hier aber auch nichts über Buße oder Umkehr.
Die 24 Ältesten beten Gott an (Vers 16) und künden die Herrschaft Jesu auf dieser Welt an (Vers 17). Dies hat zur Folge, dass diejenigen, die im Zorn gegen Gott gelebt haben und seine Schöpfung (die Erde) verderben, ernten, was sie gesät haben. „Die Erde verderben“ bedeutet, sich gegen Gott und seine Schöpfungsordnung aufzulehnen, statt als Vertreter Gottes die Erde zu bewahren und zu pflegen.
Der Blick wird nun frei auf die Bundeslade. Sie ist ein Bild für die Versöhnung, die Gott uns Menschen in Jesus anbietet. Als Jesus starb und auferstand, wurde ebenfalls der Blick auf die Bundeslade frei. Der Vorhang im Tempel zerriss von oben nach unten (Matthäus 27,51). Der offene Blick auf die Lade des Bundes (Offenbarung 11,19) zeigt an, dass das Angebot der Versöhnung nicht mehr verschleiert ist.
Je offensichtlicher Gott eingreift, desto weniger kehren die Menschen um. Sie verhärten sich gegenüber Gott. So geschah es auch beim Auszug aus Ägypten.
Die zwei Zeugen
1 Und es wurde mir ein Rohr, gleich einem Stab, gegeben und gesagt: Steh auf und miss den Tempel Gottes und den Altar und die, welche darin anbeten! (zähle alle, die dort anbeten EU) 2 Und den Hof, der außerhalb des Tempels ist, lass aus und miss ihn nicht! Denn er ist den Nationen gegeben worden, und sie werden die heilige Stadt zertreten 42 Monate.
3 Und ich werde meinen zwei Zeugen Vollmacht geben, und sie werden 1 260 Tage weissagen, mit Sacktuch bekleidet. 4 Diese sind die zwei Ölbäume und die zwei Leuchter, die vor dem Herrn der Erde stehen. 5 Und wenn jemand ihnen schaden will, so geht Feuer aus ihrem Mund und verzehrt ihre Feinde; und wenn jemand ihnen schaden will, muss er ebenso getötet werden. 6 Diese haben die Macht, den Himmel zu verschließen, damit während der Tage ihrer Weissagung kein Regen fällt; und sie haben Gewalt über die Wasser, sie in Blut zu verwandeln, und die Erde zu schlagen mit jeder Plage, sooft sie nur wollen.
7 Und wenn sie ihr Zeugnis vollendet haben werden, wird das Tier, das aus dem Abgrund heraufsteigt, Krieg mit ihnen führen und wird sie überwinden und sie töten. 8 Und ihr Leichnam wird auf der Straße der großen Stadt liegen, die, geistlich gesprochen, Sodom und Ägypten heißt, wo auch ihr Herr gekreuzigt wurde. 9 Und viele aus den Völkern und Stämmen und Sprachen und Nationen sehen ihren Leichnam drei Tage und einen halben und erlauben nicht, ihre Leichname ins Grab zu legen. 10 Und die auf der Erde wohnen, freuen sich über sie und sind fröhlich und werden einander Geschenke senden, denn diese zwei Propheten quälten die auf der Erde Wohnenden.
11 Und nach den drei Tagen und einem halben kam der Geist des Lebens aus Gott in sie, und sie stellten sich auf ihre Füße; und große Furcht befiel die, welche sie schauten. 12 Und sie hörten eine laute Stimme aus dem Himmel zu ihnen sagen: Steigt hier herauf! Und sie stiegen in den Himmel hinauf in der Wolke, und es schauten sie ihre Feinde. 13 Und in jener Stunde geschah ein großes Erdbeben, und der zehnte Teil der Stadt fiel, und siebentausend Menschennamen wurden in dem Erdbeben getötet; und die Übrigen gerieten in Furcht und gaben dem Gott des Himmels Ehre. 14 Das zweite Wehe ist vorüber; siehe, das dritte Wehe kommt bald.
Die siebte Posaune
15 Und der siebente Engel posaunte; und es geschahen laute Stimmen im Himmel, die sprachen: Das Reich der Welt ist unseres Herrn und seines Christus geworden, und er wird herrschen von Ewigkeit zu Ewigkeit.
16 Und die vierundzwanzig Ältesten, die vor Gott auf ihren Thronen sitzen, fielen auf ihre Angesichter und beteten Gott an 17 und sprachen:
Wir danken dir, Herr, Gott, Allmächtiger, der ist und der war, dass du deine große Macht ergriffen und deine Herrschaft angetreten hast. 18 Und die Nationen sind zornig gewesen, und dein Zorn ist gekommen und die Zeit der Toten, gerichtet zu werden, und die Zeit, den Lohn zu geben deinen Knechten, den Propheten, und den Heiligen und denen, die deinen Namen fürchten, klein und groß, und die zu verderben, welche die Erde verderben.
19 Und der Tempel Gottes im Himmel wurde geöffnet, und die Lade seines Bundes wurde in seinem Tempel gesehen; und es geschahen Blitze und Stimmen und Donner und ein Erdbeben und ein großer Hagel.
Weitere Texte aus der Offenbarung
Die Offenbarung Jesu – 1 28. Februar 2026
Briefe aus dem Himmel – Offenbarung 2 14. März 2026
Weitere Briefe aus dem Himmel – Offenbarung 3 27. März 2026
Ein Blick auf den Thron Gottes – Offenbarung 4 10. April 2026
Wer ist würdig? – Offenbarung 5 25. April 2026
Das Lamm enthüllt die Geheimnisse – Offenbarung 6 6. Mai 2026
Rettung kommt von Gott – Offenbarung 7 22. Mai 2026
Die Antwort auf die Gebete – Offenbarung 8 17. Juni 2026
Das Böse ist limitiert – Offenbarung 9 und 10 1. Juli 2026
Gott sucht Anbeter – Offenbarung 11 28. August 2026
