Regen ein Segen
In diesem Sommer wird uns bewusst, was für ein Segen Wasser ist. Ohne Regen schränkt sich unser Leben schnell ein.
In der Bibel wird Gott als die Quelle lebendigen Wassers bezeichnet. In Jeremia 17,13 heisst es: „Sie haben den HERRN, die Quelle lebendigen Wassers, verlassen.“ Jesus sagt in Johannes 7,37: „Wenn jemand dürstet, der komme zu mir und trinke.“
In Psalm 23 schreibt König David: „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquickt meine Seele.“ „Erquicken“ bedeutet „lebendig machen“, „erfrischen“ oder „beleben“. In einer anderen Bibelübersetzung steht: „Bei mir erholt ihr euch. Wenn ihr euch mir anvertraut, dann kommt Ruhe in euer Leben.“
Als Reiseleiter in Israel habe ich immer wieder mit eigenen Augen gesehen, wie die Auswirkungen von Wasser direkt sichtbar sind. Mit Wasser ist es grün und es gibt Leben. Wo nicht bewässert wird oder keine Quelle vorhanden ist, bleibt es lange Zeit braun. Und wer zu wenig trinkt, spürt schnell körperliche Auswirkungen.
Wie abhängig wir vom Regen sind, ist uns in der Schweiz oft nicht bewusst. Wasser ist für uns selbstverständlich. Vielleicht dient dieser Sommer dazu, uns bewusst zu machen, dass vieles in unserem Leben nicht selbstverständlich ist. Wir können nicht alles selbst herstellen und sind von Gott und einander abhängig. Das Gebet um Regen rückt wieder neu in den Fokus. Erst kürzlich sagte mir jemand, dass es in ihrer Jugend noch üblich war, um Regen zu beten.
Auch durch Lebensschicksale lernen wir: Unser Leben kann sich schnell verändern. Wer in Gott verankert ist, hat auch in trockenen und stürmischen Zeiten des Lebens einen Halt. Das gibt uns Zuversicht.
Monsignore Dr. Josef Hernoga vom Bistum Eichstätt schreibt: „Mit dem Tod und der Auferstehung Christi reicht Gott uns ein Seil der Hoffnung, an dem wir uns festhalten können.“
Hanspeter Obrist, Erwachsenenbildner und Pastor der Viva-Kirche Ebnat-Kappel