Meine Zeit steht in deinen Händen

Psalm 31,16: „Meine Zeit steht in deinen Händen.“

Was bewegt mich, wenn du diesen Vers hörst?

Im Kontext heißt es:

„13 Ich … bin geworden wie ein zerbrochenes Gefäß. 14 Denn ich höre, wie viele mich verleumden: … Sie … trachten danach, mir das Leben zu nehmen. 15 Ich aber, HERR, hoffe auf dich und spreche: Du bist mein Gott! 16 Meine Zeit steht in deinen Händen. Errette mich …. 17 Lass leuchten dein Antlitz über deinem Knecht; hilf mir durch deine Güte! …. 20 Wie groß ist deine Güte, HERR, die du bewahrt hast denen, die dich fürchten, und erweisest vor den Menschen denen, die auf dich trauen!“

David steckt in einer tiefen Krise. Er wird verfolgt, hat Angst, fühlt sich einsam und ist von Kräften bedrängt, die er nicht kontrollieren kann. Mitten in dieser Panik spricht David von einer anders getakteten Zeit. Er schlägt ein anderes Tempo an. Ein Tempo des Vertrauens. Er legt seine Zeit in Gottes Hände.

Auch wir kennen solche Zeiten, in denen uns alles entgleitet. „Ich bin wie ein zerbrochenes Gefäß. Ich höre, wie viele mich verleumden. Sie zerstören mein Leben.“

Wir haben die Bilder von der schrecklichen Flut in Nepal gesehen und fragen uns: Warum? Was hilft uns in solchen Situationen? David sagt: „Ich aber“ „Ich hoffe auf dich. Du bist mein Gott. Meine Zeit steht in deinen Händen.“

Das Wissen, dass Gott die Zeit in seiner Hand hält, nimmt den Druck, alles im Leben selbst kontrollieren und erklären zu müssen.

Was bedeutet „meine Zeit“?

Im Kontext meint es „meine Lebenszeit“. „Sie trachten danach, mir das Leben zu nehmen.“ Also nicht andere bestimmen, sondern Gott.

Das gilt für alle Lebenssituationen. Gott bestimmt unsere Zeiten. Zeiten in der Arbeit, Krankheitszeiten, Auszeiten, gute und schwierige Zeiten.

Alles hat einen Rahmen. Gott schenkt aber auch ewiges Leben. Er bestimmt, wie lange man wo bleiben soll und wann die Zeit zum Weiterziehen ist.

Jesus hat zu den Jüngern gesagt: Wenn man euch nicht in Frieden begegnet, dann schüttelt den Staub von euren Füßen und zieht weiter (nach Matthäus 10,11-14).

In den sozialen Medien kann das auch bedeuten, dass man eine Gruppe verlässt, weil kein konstruktiver Dialog möglich ist.

Ethel Caterham hält mit 117 Jahren aktuell den Weltrekord als älteste Person. Zu ihrem Geburtstag am 21. August gab sie ihre Lebensweisheit bekannt: „Nie mit jemandem streiten. Ich höre zu und tue, was ich will.“

Sie spart Energie, indem sie sich nicht stressen lässt. Sie schenkt anderen Aufmerksamkeit und übernimmt Verantwortung für ihr eigenes Leben, indem sie sich nicht von anderen bestimmen lässt.

Spannend ist, was David macht. Er richtet seinen Blick auf Gott. „Meine Zeit steht in deinen Händen.“

David legt seine Zeit in Gottes Hand.

Was sind das für Hände?

Jesus hat in Johannes 10,28 gesagt: „Niemand wird sie aus meiner Hand rauben“. Es sind also schützende Hände, in die ich meine Situation lege. Er schützt mich. Er möchte, dass es mir gut geht.

In Jesaja 49,15-16 heißt es: „Ich werde dich niemals vergessen. Siehe, in meine beiden Handflächen habe ich dich eingezeichnet.“ Er ist ein Gott, der mich sieht. Ich stehe in seinem Notizbuch.

Es sind auch gestaltende Hände, wie bei einem Töpfer, der den Ton in den Händen hält. „Wir sind der Ton, und du bist unser Bildner, und wir alle sind das Werk deiner Hände“ (Jesaja 64,7). Gott formt unsere Lebensgeschichte. Keine Phase meines Lebens ist verpfuscht oder nutzlos. Auch die Brüche, die Umwege und die Wartezeiten liegen in der Hand des Meisters, der etwas Gutes daraus macht. Wichtig ist, dass wir immer wieder Gottes Nähe suchen, wie David es in Vers 17 beschreibt: Lass leuchten dein Antlitz über deinem Knecht“. Der Blick auf ihn verändert meine unmittelbare Wahrnehmung.

In Jesus hält Gott mir seine durchbohrten Hände entgegen. „Wie groß ist deine Güte, HERR“. Es sind versöhnende Hände. Jesus möchte, dass ich mich mit meinem Leben, mit ihm und dem himmlischen Vater versöhne. Dafür hat Jesus sein Leben für mich hingegeben. Er steht zu mir, koste es, was es wolle. Seine Liebe zu mir ist unerschütterlich. Er hat mir sein Ja gegeben.

Deshalb geben auch wir ihm unser Ja und sagen: „Meine Zeit steht in deinen Händen.“ Ich vertraue dir. Du sollst über mich bestimmen, denn du hast gute Gedanken über meinem Leben. „Wie groß ist deine Güte, HERR“ (Vers 20).

Meine Vergangenheit ist bei dir versöhnt. Meine Gegenwart ist von dir getragen. Meine Zukunft liegt in deiner Hand.

Der Kirchenvater Aurelius Augustinus soll einmal gesagt haben: „Ich habe viele Dinge in meinen Händen gehalten und habe sie alle verloren. Aber alles, was ich in Gottes Hände gelegt habe, das besitze ich noch heute.“

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